(Die Einteilung in Zitate bezieht sich auf meine Briefe an Birger
Jesch in Mail-Art
und Pfarrer Metz in "Jesus und Kirche.de")
Georg Schwering : "Anders Eigen"
Im Folgenden soll versucht werden, etwas über Identität
zu sagen ohne ihr dabei in die Falle zu gehen. Dazu gehört, daß
der hier gewählte Blick- und Argumentationswinkel um das Problematische
- gerade im Kontext von "Identitätskrise" und Nationalismus - seiner
Perspektive weiß. Doch bleibt darauf hinzuweisen, daß die agressive
Propagierung einer allumfassenden, nationalen Identität durch offizielle
und andere Disposite natürlich nur die Verwischung und nachfolgende
Liquidierung oppositioneller Identitäten zum Ziel hat. Diesem offensichtlichen
Totalisierungsversuch gegenzusteuern, ist eine Intention dieses Textes.
Er behauptet gegen die Identität die Differenz(en), ohne sich in Ih(r)nen
jedoch passivisch auflösen zu wollen und also der Identität zuletzt
allein die "Ebene" (als quasi subversives Element) entgegenzusetzen.
Der vorliegende Beitrag beginnt mit einer kurzen Ausführung
zur postmodernen Theorie der Nicht-Identität, sagt dann etwas über
das produktive Mißverständnis pop- bzw. jugendkultureller Identitäten,
um zum Schluß das Netz einer nicht-identischen Identität aufzuspannen.
Dabei soll gegen die Aufhebung der Gegensätze in der kolonialisierenden
Ummantelung der Identität die Etablierung und Konstituierung eines
Nicht alles ist möglich als Maxime einer nichtidentischen Identität
gesetzt werden. Die hier favorisierte Nicht-Identität unter dem Primat
des Mangels geht von der Differenz aus (und führt diese nicht erst
ein), wenn sie sich als Resultat des Gewebes der Differenzen (und ihres
Mangels) begreift und somit einerseits den Zwang des Identischen durchbricht,
sich andererseits aber Möglichkeiten der aktiven Mandatsübernahme
offenhält. Doch bleibt noch anzumerken, daß es keinesfalls darum
gehen kann, die Differenz derart zu privilegieren, daß sie zum unüberwindbaren
Hindernis des sozialen Austausch stilisierbar wird. Nicht alles ist möglich,
daß diese Banalität vielleicht gar keine ist, zeigt schon die
Tatsache, daß sie einerseits immer wieder beschworen, andererseits
immer wieder vergessen wird. Auch davon handelt dieser Beitrag.
In seinem Essay "Das postmoderne Ding" ' identifiziert Slavoj Lizek
die Postmoderne als "spinozistische" Epoche. Am Beispiel der Applikation
von spinoistischer Philosophie durch zeitgenössische Theorie (Deleuze)
verweist er auf einen normativen Gehalt postmoderner Diskurse. In der Beobachtung
von Welt "sub specie aeternitatis" versucht der neue Spinozismus die fundamentale
Kluft menschlicher Endlichkeit in einem Netzwerk universaler Symbolismen
aufzulösen. Mit dieser Suspendierung des Lacanschen "Herrensignifikanten"
' reduziert er die Möglichkeiten des Performativen auf das Konstative
(das theoretische Wissen). Kommunikation als soziale Interaktion findet
nicht mehr zwischen einem Ego und seinem Anderen statt, sondern zwischen
Affekten und Kausalverbindungen. die das Subjekt - existent nur noch als
passiver Schauplatz - lediglich durchqueren: "'Ich' halte mich nur insoweit
für ein autonomes, autarkes Subjekt, als ich dieses Netzwerk (bestehend
aus partial-objekthaften Identifikationen und Imitationen), das mich determiniert
[...] übersehe und verkenne." (567). Das Subjekt im Sinne Kants -
von dem Lacan sagt, daß er 'wahrer' ist als Spinoza, weil dieser
zu sorglos mit dem menschlichen Begehren umgehe - als radikal selbstverantwortlicher
Handlungsträger erscheint nur noch als anachronistirches Überbleibsel
und Spielverderher. Mit dieser Auffassung korreliert die Auszeichnung von
Welt als autarkem Mechanismus, in den man sich sorglos und in "vollkommener
Glückseligkeit" versenken kann. "weil man ja jeder Verantwortung enthoben
ist" (566)
(1. Zitat)
Resultat dieses "neuen Spinozismus" als immanentes Merkmal der Ideologie
einer "postindustriellen Konsumgesellschaft" ist z.B der Aufschub sozialer
Verbindlichkeiten in ein Netz rein ursächlicher Verknüpfungen.
Alle Arten von Handlungen (also auch alle sozial unzulässigen) erscheinen
bei entsprechender Kontextualisierung legitimierbar. Jedermann kann sich
zum passiven Opfer seiner Lebensumstände oder 'objektiver' Sachzwänge
stilisieren. Doch wird die postmoderne Aktualissierung spinozistischer
Philosophie zunehmend mit dem ihr inhärenten Anderen konfrontiert:
Dem zerstörerischen "radikalen Bösen" in der Gestalt einer umgekehrten
Version des im Zuge eines opportunistischen Prozessierens im Feld kausaler
Abhängigkeiten kompromittierten "Fanatismus". In ihm gelangt der Spinozismus
an eine versteckte Wahrheit. Mit der Auslöschung symbolischer Autorität
(der des Signifikanten) ercheint dieser in einer entstellten, obszönen
Dimension: der des (anti-ödipalen) "Analvaters" (568). In dem Versuch
das symbolische Gesetz auf einen theoretischen Diskurs zu reduzieren und
damit den "Namen des Vaters" als gesetzgebende und mangelerzeugende Instanz
zu neutralisieren materialisiert sich auch die Erscheinung des "Analvaters",
das Auftauchen des "radikalen Bösen".Oder anders gewendet: Das Unterworfensein
unter die Bedingungen einer Ordnung des Signifikanten bietet den entscheidenden
Vorteil der Präsenz eines symbolischen Gesetzes. das nicht alles gestattet,
wenn es an die Stelle einer selbstvergessenen Glückseligkeit die Anerkennung
und den Umgang mit der Differenz setzt. Darüberhinaus ist es
auch dieses Gesetz, dem die Chance eines sozialen Gedächtnisses immanent
ist, welches im Wachhalten der Erinnerung die Realisierug perverser Phantasmen
innerhalb gesellschafftlicher Realität verhindern helfen kann - Und
wird nicht genau das in der möglichen, doppelten Lesart des "Nicht
alles ist möglich" deutlich? "Nicht alles ist möglich", also
auch kein absolut reiner, transparenter Diskurs; sowie "Nicht alles ist
möglich", also ist auch nicht alles erlaubt.„
Anamorphose
(2. Zitat)
Während Teile der postmodernen Theoriebildung den Defekt, also
die Separation des Subjektes von seiner inneren und äußeren
Wahrheit einseitig gewichtet skandieren, hebt dissidente pop- bzw. jugendkulturelle
Praxis diese Trennung zwischen dem Symbol und seiner Bedeutung in einem
Akt des Mißverstehens auf: "Die Stärke von Pop-Praxis, ein gegebenes
und selbst gestaltetes symbolisches Universum so zu beherrschen, als wären
dessen Symbole identisch mit ihren Bedeutungen, fußt auf dem produktiven
Mißverständnis davon, was sie bedeuten sollen: einer notwendigen
Unfähigkeit zwischen der Symbol- bedeutung und seiner Funktion als
Symbol untercheiden zu können
(die in der Gruppe, anders als bei einzelnen Künstlern, die auf
die pragmatische Notwendigkeit der Reduktion ver- weisen. nicht in unkontrolliert-geniale
Verantwortungslosigkeit umschlagen kann). "(Dietrich Dietrichsen). Die
"Stärke" oder "Spielregel" von Pop- Praxis beruht also auf einem "Mißverständnis".
welches die Absorption eines unerwünschten Nichtsinns, also die Außer-Kraft-
Setzung der mit ihm verbundenen permanenten Inkonsequenzen, problematischen
Synchronismen und Kontingenzen zur Folge hat. So schien dieser konstitutive
Irrtum oder 'Trick" Jugendkultur - trotz extremer Heterogenität innerhalb
ihres Universums - tatsächlich gegen zersetzende Arbitrarität
weitgehend immun machen zu können. - Dabei führte das Mißverständnis
nicht zu einem "Vergessen" der "Inhalte" bei gleichzeitiger Hervorhebung
der "Form" (wie von Bodo Morshäuser unter Verwendung eines Dietrichsen-Zitates
behauptet. (taz) 20.02.93, 15f., auch Kursbuch 113/93,49f.]) Dabei führte
das Mißverständnis nicht zu einem »Vergessen« der
»Inhalte« bei gleichzeitiger Hervorhebung der »Form«
(wie von Bodo Morshäuser unter Verwendung eines Diederichsen-Zitates
behauptet [taz, 20.2.93, 15f., auch Kursbuchh 113/93. 49f.), sondern
die »Inhalte« wurden vielmehr soweit forciert, bis sie sich
sozusagen von selbst in »Form« transformierten'. Das diesem
Prozeß inhärente Ignorieren des Mangels bewirkte. daß
sich der Bereich der (gereinigten) reinen Symbole in den Vordergrund schob
und den Diskurs bestimmte.
Zitat Nr.3
In der Folge entstand so der Eindruck eines Plateaus, dessen Stabilität
einerseits durch eine Identität von Symbol und Bedeutung sowie Hegemonie
der Symbole gewährleistet zu sein schien. Doch zentriert diese virtuelle
Transparenz von Pop-Praxis das Subjekt des Aussagens ausschließlich
auf sein Ausgesagtes hin, d.h. auf die Artikulation eines Anspruches, nicht
eines Begehrens - und letztendlich auf die Einhaltung korrekter Rollensemantik.
Zitat 4
Das Gesetz oder die Spielregel von dissidenter Jugendkultur in dieser
Gestalt wäre das des »Du kannst, denn Du sollst«, welches
in der Evakuierung des Unmöglichen ein Feld zu schließen versucht,
um es vor dem pathologischen Makel seiner Spaltung zu bewahren. Dabei ist
es gerade das Mißverständnis, das in der Zuschüttung der
Differenz einen Code generiert, in dem eine diskursive Formation ihrem
Überschuß ausweicht.
Mit diesem Vorgang stillschweigend verknüpft ist die Annahme/Forderung,
daß sich die Diskursteilnehmer nach ihrem Beitritt als kompetent
erweisen, d.h. sich einer makellosen Verwaltung und Wiedergabe des Codes
verpflichtet fühlen: In diesem Sinne falsches Bewußtsein wird
als vorgespiegelte Authentizität (Posing) aufgefaßt und gedisst.
Hier aber liegt auch die folgenschwere Konsequenz des »produktiven
Mißverständnisses«: Der Versuch sich gegenüber der
Differenz des Ausgesagten 'blind' zu machen, impliziert die Gefahr einer
Wiederkehr des ausgeklammerten Restes, der dann als destruktives Mehr-Genießen
auftaucht.
Zitat 5
So ein - von der Realität jugendkulturell-dissidenter Praxis ignoriertes7
und nun in der Gestalt eines 'Exekutors' hervortretendes - paradoxes Objekt
ist der Nazirock (oder auch die jugendlichen Angreifer von Rostock, Wismar,
Schwerin ...). Er Iäßt sich demnach als anamorphotischer Fleck
beschreiben, als ein Makel, der auf der Kehrseite des Feldes zwar immer
schon existierte, es sogar konstituierte', der aber erst in einem Wechsel
der Perspektive, d.h. im Zusammenbruch jugendkultureller VerhäItnisse
als scheinbar generelle Opposition zu rechtsradikaler Praxis seinen Platz
fand und folglich zu spät wahrgenommen wurde. In ihm offenbart
sich der bösartige Anteil des Gesetzes, als deren perverser Agent
der Nazirock in Erscheinung tritt. Wo aber liegt das Paradoxon seiner Existenz?
Als andere Version der Spielregel ist er dieser auch inhärent, d.h.
daß sich in ihm nicht nur eine mögliche Kompatibilität
der Perversion mit dem Gesetz zeigt, sondern daß diese vielmehr jenem
korrelativ ist. An diesem Punkt kollabiert das Gesetz von dissidenter Pop-Praxis
in seinem realen Überschuß und mit ihm das durch es strukturierte
Territorium. Dabei dezentriert der Nazirock ein vorher rein appellativ
aufrechterhaltenes Feld, indem er ihm einen parasitären Makel implantiert
und es auf diese Weise neu vernetzt. Parallel dazu entleert er es von narzißtischen
Spiegelungen und Illusionen. - Um Mißverständnissen vorzubeugen:
Es geht hier zweifellos nicht darum, Nazirock zu rechtfertigen, indem ihm
eine wie-auch-immer geartete Notwendigkeit oder gar kathartische Funktion
zugesprochen wird, sondern gerade um das Gegenteil:
Zitat 6
Die Neustrukturierung eines Universums im Aussprechen seines Mangels
macht das Aufmachen einer Bilanz erst möglich, weil nötig.
In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch eine alternative Lesart des
Satzes von Clara Drechsler interessant: »Skinheads sind eigentlich
Weltverbesserer, wir merken das nur nicht, weil wir uns nicht vorstellen
können, was manche Leute für Verbesserung halten. « (zit.n.
HEAVEN SENT 9/1993, 2?).
Zitat 7
Ist es nicht so, daß eine potentielle »Verbesserung«
nach dem von Nazirock markierten Wendepunkt genau darin zu suchen ist,
daß gerade im Wegfall phantasmatischer Sicherheiten innerhalb popkultureller
Praxis eine verstärkte Politisierung einsetzte, die aktiver und offensiver
als zuvor ihren Wunsch nach »etwas besserem als der Nation«
artikuliert und seitdem dem vielleicht »Unvorstellbarem« wirksamer
entgegenarbeitet? So gesehen wäre gerade Ende Seite 4 partiellen
Ent-Identifikation, also in der Auftrennung imaginärer Spiegelungen.
die Einsetzung der Interventionsbegehrens zu suchen. Die Intention dieses
Begehrens könnte dann in einer Wiederherstellung der Distanz zum Unmöglichen
liegen, allerdings ohne dieses dabei erneut zu verblenden. Identität(en
)
Voraussetzung aller Interventionen aber ist eine Existenz, die sich
nicht nur als fluktuierendes Moment semiotischer Prozesse wahrnimmt. Genau
dies aber verkennen die postmodernistischen Positionen, die gegen ein korsettierendes
Subjektkonzept eine restlos metamorphotische Individualisierung favorisieren,
deren Essenz die Zersetzung von Identität ist. Wolfgang Welsch beispielsweise
sieht diesen Auflösungsprozess paradigmatisch in den Arbeiten der
amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman repräsentiert. lm permanenten
Austausch der Rollenspiele zeige sich: "Nicht [...] die Scheinvarietät
eines bekannten Gesichts. sondern [...] authentische Identitätsbildungen
einer als solchen unbekannten Person. "Jenseits aller Diskussionen über
die Möglichkeit, verschiedene Identitäten "authentisch" zu inkarnieren,
übersieht Welsch in seiner plurale-Identitäten-Emphase schlichtweg,
daß Cindy Sherman gerade in der Offenlegung ihrer künstlerischen
Strategie einen wohl eher umgekehrten Effekt im Rezipienten auslöst:
Gerade wenn bekannt ist, daß sich hinter den Verkleidungen der Künstlerin
immer nur eine einzige Person verbirgt, wird der Betrachter versuchen im
Vergleich der Arbeiten das Eigentümliche dieser Person zu destillieren
(was dank der signifikanten künstlerischen Praxis Shermans auch gelingt.)
Dazu kommt weiterhin, daß die Amerikanerin in der Beibehaltung ihres
Namens als einem identifizierbaren Signal von Eigenem der Wiedererkennung
durch den Beobachter noch Vorschub leistet. In diesem Kontext können
die Photographiem - statt Darstellung authentischer Identitätsbildung
- auch als selektiv angenommene Rollen gedeutet werden, als Denunziation
bestimmter Klischees, Schemata, Erwartungshaltungen oder einfach irritierend
variantenreiche Lesarten einer erstmal und 'an sich' allerdings
kontingenten Identitätsfolie. Zwar verweisen die Arbeiten von
Cindy Sherman in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine Entsub-
stanzialisierung von Identität, dennoch hält die Künstlerin
doch an Identität als einer nicht-identischen. d h. virtuell
aufrechterhaltenen oder provisorisch existenten fest, da die durch
sie personifizierten Rollen unschwer als angenommene, nicht
aber übernommene deutlich werden. Ergo ist Sherman nicht
wandlungsfähig, sie demonstriert Wandlungsfähigkeit. In
diesem Sinne erscheinen die Arbeiten der Amerikanerin nicht als visuelle
Wiedergabe authentisch einverleibter, multipler Identitäten,
sondern eher als differentielle Selbstbeschreibungen einer
Identität.
Instruktiv ist hier die Lektüre eines Jandlgedichtes,
da es als Skizze der Bedingungen ond Möglichkeiten einer
nicht-identischen Identität pointiert werden kann:
Ist "JANDL" sich seiner selbst nicht sicher setzt er sich in einen Sessel auf dessen Rücklehne sein Name steht und wartet auf die Anrufung "JANDLS" durch andere. Dies impliziert zunächst zweierlei: A).. daß die hier aufgerufene Identität nicht mit dem so bezeichneten Subjekt identisch ist, da sie auf seiner grundsätzlichen Verfehlung beruht: Eine "eingeflüsterte" - also durch Nennung des Namens abgesteckte Identität ist scheinbar, weil sie nicht auf das Subjekt selbst, sondern nur auf die symboliche Verkürzung referiert, die im Namen konkret identifizierbar ist. B). kann der Text gleichzeitig als Hinweis darauf gelesen werden, daß Identität fundamental kontextabhängig ist, da ihre "Einflüsterung" von anderen (die auch jedesmal Andere sein können) geleistet wird. D.h.. daß je nach 'Beschaffenheit' der flüsternden anderen (der Umwelt) eine Wahrnehmung von Identität anders ausfallen muß. Analysiert man den "sessel" als durch den Namen markierten Ort einer Identität, nennt dieser sowohl ein industriell fabrizierbares Produkt, als auch einen Punkt an dem man sich "nur hinsetzen müssen". Dies kann sowohl auf Identität als inerten und in seinem Kontext keineswegs priviligierten Rest verweisen, als auch auf ein schon-gesetzt-sein in einer Primären Sozialisation. Die Einflüsterer "kommen "von hinten" und sind für den Sitzenden unsichtbar, so daß es ihm unmöglich ist, das derart suggerierte a priori abzulehnen. Insofern also unterliegt er einem 'Existenzurteil', das ihn zunächst dazu zwingt, das von Außen Aufoktroyierte anzunehmen. Diese - vorausgehende . enteignende Assimilation ist letztendlich das, was Identität innerhalb eines sozio symbolischen Feldes identifizierbar macht und synchron dazu auf ihre Startbedingungen verweist. Das somit Sichtbare transportiert also einerseits die namhafte Entität eines Egos im Netz des Symbolischen, andereneits auch seine individuellen. autobiographischen Konditionen im sozialhistorischen Raum. In der Identifikation mit dem Namen aber 'wählt' das Subiekt nur das, war ihm sowieso gehörte und konstruiert so seine Identität: Jeder Mensch markiert sich durch seine spelifische Selbstbeschreibung, seine individuelle Ich-Geschichte Und wird andererseits durch jene (zuerst) markiert.der beschriftete sessel
für harry & angelika
ich haben ein sessel stehn
JANDL groß hinten drauf
wenn ich mal nicht wissen
sein ich's oder sein ich's nicht
ich mich nur hinsetzen müssen
und warten bis von hinten wer
kommen und mir's flüstern