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Denn wenn es auch durchaus nicht so ist, als ob die Ersteren nun ausschließlich den Weg oder die Denkrichtung a. und die Theologen von einer aufgeklärten empirischen Position b. aus nicht mehr von einem wirklichen Gott und einer tatsächlichen Erlösung durch Jesus und nur von einer unverbindlichen, mehr kulturellen Frömmigkeit ausgehen, so wird dennoch ein Theologiestudent (Fußnote 12,) der sich aus persönlicher Berufung zum Pfarrerberuf entschied, im Laufe des Studiums oft das verständliche Gefühl haben, die Fronten oder die Seite zu wechseln.
Sicher ist ein Streit und das dadurch erschwerte Verständnis durch beide Seiten verschuldet durch das verletzte 2. Gebot und das der Nächstenliebe, das im nüchternen, selbstgerechten und institutionalisierten Kirchenbetrieb und im sachlich wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsbetrieb auf der einen Seite und in der Selbstgerechtigkeit im Glauben an die beweisbare Wahrheit einer Bibelstelle der anderen Seite blind macht für den gleichen Denkfehler, den man dem anderen vorwirft und doch auch selbst begeht. Denn Entheiligung, Verunsicherung im Glauben und Blindheit findet in der Konkretisierung und Versachlichung Gottes zuerst ja gerade da statt, wo man „beweisbar" Recht hat, und findet dadurch statt, daß man sich mit der jeweiligen Elle selbst zum Richter über den anderen macht.
Und es ist das Beweisbare dem also unsere kritische Aufmerksamkeit gelten soll:
Die scheinbare Unvereinbarkeit zwischen den verschiedenen Betrachtungsweisen a. und b. wird in der amerikanischen Sprachphilosophie von verschiedenen Positionen aus und mit verschiedenen Tendenzen durchaus als allgemeines Welt- und Existenzproblem diskutiert, und ich weiß nicht, ob dort neue theologisch relevante Einsichten bestehen. Ich glaube, der Philosoph Quine beschrieb die allgemeine Problematik am dem Beispiel, das Öffnen eines Fensters zu beschreiben, wobei einmal nur in der streng deduktiven, ätiologischen Weise gezeigt werden könnte, wie die Bewegung der Nervenimpulse, der Sehnen und Muskeln kausal nach physikalischen Gesetzen dann zu der öffnenden Bewegung des Fensters führt, was Max Black den ätiologischen Hintergrund nennt, während die andere Beschreibung mit ebenfalls kausaler Richtigkeit auf der 2. Stufe etwa lauten würde, daß Frank ein Ereignis auf der Straße beobachten wollte und deswegen das Fenster geöffnet wurde. Da nun Franks Absicht weder beweisbar noch empirisch feststellbar ist und deswegen auch keine physikalische Eigenschaft besitzt, die einen Gegenstand bewegen könnte, müßte oder könnte ich jetzt die zweite Beschreibung zugunsten der ersten als spekulativ und falsch ablehnen.
Der bekannte Laplacesche Dämon, der alles Geschehen der Welt und alle kausalen Zusammenhänge der Welt in dem Augenblick vor dem Öffnen des Fensters kennt und damit auch das Öffnen des Fensters als Folge des vorigen Zustandes physikalisch kausal und ätiologisch vorhersehen und erklären kann, würde ein Eingreifen Franks in das Weltgeschehen durch seinen freien Entschluß natürlich bestreiten und als reine Theorie und Einbildung ignorieren und sogar als Möglichkeit ausschließen können. Nach solcher naiv mechanistischer oder empiristischer Dogmatik könnte es überhaupt keine menschliche Handlung aufgrund einer freien Entscheidung auf jener 2. Stufe geben und damit keinen freien Willen und keine Verantwortung. Und dies gilt in gleicher Weise, wenn man ganz einfach und gehorsam eine Allwissenheit Gottes annimmt, wobei nicht anders dann ebenfalls alles zukünftige Geschehen determiniert bereits feststünde, - was immer ich auch frei zu tun glaube - eine Antinomie, die Kant schon vor 200 Jahren als Scheinantinomie entlarfte und als Denkfehler entschlüsselte, was heute jeder Schulabgänger und Konfirmand kennen sollte. Und in gleicher Weise wird man auf der 2. Stufe jedes Einwirken Gottes von der 3. Stufe her zumindest auch anders erklären können. Man kann den Auszug aus Ägypten statt als eine Handlung Gottes auch als Werk Moses erklären oder als Vertreibung oder als eine erste Judenverfolgung. Der Denkfehler in den Antinomien ist nach Kant im Prinzip immer das Mißverständnis, als hätte ich auf der einen Seite die faktische Wahrheit wie dann z.B. in Form einer Bibelstelle oder im Glaubensbekenntnis als Beweis vor mir und auf der anderen Seite die richtige oder falsche Erkenntnis dieser Wahrheit, letzteres dann meistens beim anderen.
Der gewöhnliche Einwand, daß ich es ja nun sei, der Verunsicherung und Verwirrung stiftet, wenn ich bestreite, daß wir mit der Heiligen Schrift doch Gottes Wort und damit beweisbar Wahrheit in den Händen hätten, womit dann auch kein anderer schriftlicher Vertrag, kein Testament und auch nicht die Vorladung zu einem Amt eine eindeutige, beweisbare und verbindliche Tatsache wäre. Und wenn dem so wäre, würde dieses an der Tatsache nichts ändern, wenn ich diesen übrigens allgemein bekannten Umstand nicht äußern würde, daß wir mit einem Schreiben gleich welcher Art trotzdem keine Gedanken in den Händen hätten weder von Gott noch von einem anderen Menschen, sondern nur immer unsere eigene Erkenntnis, was auch für jeden Gegenstand gilt. Wer will, kann dieses als Ausrede oder Begründung für seinen Agnostizismus und Unglauben verwenden. In welcher Weise unsere zwischenmenschliche Kommunikation, unsere Verträge und auch die Bibel trotzdem verbindlich sind, ist eine schwierige Frage, die die Sprache und unsere allgemeine Menschenkenntnis betrifft. Tatsache ist aber doch, daß die Verunsicherung im Glauben gerade nicht von solcher Reflexion ausgeht, sondern eben im Gegenteil von der unreflektiert-fundamentalistischen, unwahren, blind-naiven, empiristischen, platonisch didaskalischen Position, als hätte man den objektiven, praktisch außermenschlichen Beweis und nicht nur eine menschliche Erkenntnis.
In diesem einfachen oberen Beispiel, wie sich Franks Fenster öffnet, wird mich nämlich meine normale Menschenkenntnis vor einer didaskalisch-empiristischen Borniertheit bewahren, die mögliche Wirksamkeit von Franks Absicht bei diesem Öffnen des Fensters zu bestreiten, auch wenn der Entschluß eines Menschen unsichtbar und so wenig zu beweisen ist, wie eine Handlung Gottes auf der 3. Stufe.
Deutlich werden kann bei diesem Beispiel, daß man von drei sich überlagernden Wirklichkeiten bzw. Geschichten sprechen könnte, die dann auch drei verschiedene Gottvorstellungen beinhalten können, wie auf der 1. Stufe z.B. nach Aristoteles Gott als Urbeweger, als Anstoß allen Geschehens, auf der 2. Stufe vielleicht ein anthropomorphisierter Gott und auf der 3. Stufe ein transzendenter, unerkennbarer und unbeschreibbarer Gott.
Und winken sie nicht ab, als begegne Ihnen hier nur die bereits vieldurchkaute, graue und nutzlose Theorie ohne Antwort! Behalten sie im Auge, daß auch der Mensch und auch Sie selbst auf diesen Stufen in solcher Dreigestaltigkeit real, möglich und damit bereits Antwort sind. Es gilt doch, die Denkfehler gerade in diesen gängigen Gedankengängen als falsch gedachtes, wie vor allem auch Denkfehler als fehlende Gedanken aufzuzeigen
Daß aber solche rein ätiologische Begründung unhaltbar ist, ergibt sich plausibel weiter aus der folgenden Überlegung:
Vielleicht gab es für Frank ja noch mehr bewußte und auch noch unbewußte Gründe, das Fenster zu öffnen, die ein Psychologe und ein Soziologe durch direkte oder indireckte Befragung herausfinden könnte, und man könnte noch viele weitere kausale Gründe für das Öffnen des Fensters anführen, bei denen Frank sogar keine oder nur eine zufällig-statistische Rolle spielt, so daß man in der Tat von weiteren Wirklichkeiten oder Geschichten sprechen müßte, wie unser normales Leben eben nicht monokausal und auch nicht nur selbstbestimmt abläuft, schon weil wir in nahezu allen Handlungen viele Gründe miteinander verbinden, wenn wir z.B. ein Bild sowohl zur Dekoration wie auch zur Erinnerung und Repräsentation wie aber auch zugleich auf Grund z.B. einer Bitte des Ehepartners u.s.w. auswählen und aufhängen, und womöglich zu allem auch noch deswegen, weil es als Konvention zur Kultur und Tradition gehört, weil alle es machen und man nicht eine merkwürdige Ausnahme machen will. Das heißt: neben der Freiheit meines Entschlusses zu einer Handlung gibt zugleich sicher tausend weitere Gründe, die mich zu dieser Handlung veranlaßten, ohne daß wir darin einen Widerspruch sehen, und wir würden zu unterschiedlichen Fragen nach dem Grund vielleicht ganz unterschiedliche Antworten geben, ohne dabei zu schwindeln.
Eine empirisch-kausale Verbindung all dieser Kausalketten dürfte auch theoretisch nicht herzustellen sein, und es ist entsprechend schwierig, von einem gesicherten geschichtlichen Verlauf eines Ereignisses zu sprechen, der im Falle Franks ja erst recht nicht in der deduktiven, wissenschaftlichen Beschreibung aller Nerven-, Blut-, Sehnen- und Muskelreaktionen in Franks Arm verständlich würde.
Dies heiß aber eben nicht, daß es nun nicht mehr darauf richtig oder falsch ankommt. Denn wir können trotzdem z.B. bei einer Zeugenvernehmung mit einiger Mühe aber letztlich aufgrund gesunder Menschenkenntnis in dem meisten Fällen Wahrheit, Irrtum und Lüge sehr wohl unterscheiden und eine falsche Aussage u.U. bestrafen.
Ehe wir uns diesem Kriterium Menschenkenntnis zuwenden müssen, die einmal bei allen Menschen und zu allen Zeiten und in allen Regionen der Welt unterschiedlich und doch auch höchst fehlbar als gesundes Volksempfinden in den Kriegen und Katastrophen unseres Jahrhunderts gänzlich versagt hat und wohl auch deswegen einen üblen Leumund hat und die andererseits offensichtlich sowohl den Glauben wie auch die Wissenschaften nicht nur zu ertragen sondern zu tragen, zu beurteilen und überhaupt erst brauchbar zu gestalten hat, stellt sich einleitend die alte Frage nach Glauben und Wissen in diesem Zusammenhang eines Glaubensbekenntnis als eine Frage nach unserem Verhältnis zur Wissenschaft. Ist Wissenshaft also der Feind des Glaubens? Ich glaube eher das Gegenteil. Die größte und vielleicht einzige Versuchung ist man selbst. Unser altes Glaubensbekenntnis gehört seit 1500 Jahren wie ein Felsendom ganz selbstverständlich wenn heute auch mehr unbewußt zu unserem Denken und Handeln, obwohl kaum eine einzige Aussage wissenschaftlich haltbar noch beweisbar ist. „Wie war und ist das möglich?" ist eine vorschnelle und unreflektierte Frage.
Allgemeinheit als Allgemeinheit der Objekte + Allgemeinheit der Subjekte.
Vor 2500 Jahren formulierte Aristoteles die Grundlagen unserer Wissenschaft folgendermaßen:

„Da dasjenige, wovon man ein Wissen schlechthin hat, sich unmöglich anders verhalten kann, so wird das, was man mit apodiktischem Wissen weiß, notwendig sein. Apodiktisch ist aber ein Wissen dann, wenn wir es dadurch haben, daß wir einen Beweis haben. Mithin ist der Beweis ein Schluß aus Notwendigem. Wir müssen also ermitteln, aus was für Notwendigem der Beweis erwächst. Zuerst wollen wir bestimmen, was wir mit dem Ausdruck meinen : »von allem«, »an sich« und »allgemein«." 13
Die wohl wichtigste Aussage in dieser Definition, und zwar als und in unvermeidlicher Anwendung von Menschenkenntnis, hat Aristoteles besonders zu reflektieren übersehen, - vielleicht weil er die gigantische Arbeit seiner Philosophie als Einzelner zu leisten hatte, - wie dies dann auch seine Schüler 2500 Jahre lang fleißig und folgsam übersahen, und zwar diejenige Aussage, die mit dem Wort „man" die gesamte Bedeutung und auch den Begriff „allgemein" erst sinnvoll macht. Die Bedeutung von "man" (tiV) wird "einem" im Deutschen als "eines" bewußter und mehr passiver Bezug, der "einen" zur Allgemeinheit und zwar der Menschen und nicht der Objekte einbezieht, mehr im Genitiv, Dativ und Akkusativ deutlich, wobei mit dieser sozialen Allgemeinheit, in der eine Sache allgemein so und so gesehen wird, erst so etwas wie ein Begriff, Sprache und dann auch Objektivität entsteht, entweder in der Art, als seien die anderen Menschen alle Zeugen, wie mehr noch, als daß sie alle dieses Notwendige in gleicher Weise zu sehen verurteilt sind. Wogegen der Entschluß eines Menschen immer persönlich und undarstellbar und wie die Handlung Gottes nicht objektivierbar ist, weil beides, wie es Aristoteles ja fordert, eben nicht auf eine Notwendigkeit zurückführbar ist, also könnte nach Aristoteles der Entschluß Franks, das Fenster zu öffnen, wie auch Psychologie, Soziologie, Politik, Wirtschaft und Theologie niemals Wissenschaft sein.
Vielleicht wird das kommende Jahrtausend auch Begriffe für solche Reflexionen erreichen, die immer sowohl Gemeinsamkeit wie das Bewußtsein des Individuums bestimmen und die Voraussetzung für entsprechende Erkenntnis sind.
Ein rechtes Glaubensbekenntnis wird nichts anderes sein.
Für den folgenden Versuch einer Veranschaulichung, zu welcher Vorstellung solche Reflexion führen könnte oder müßte, erwarte ich aber noch kein sofortiges Verständnis von Jedermann unserer Zeit; und dies sollte auch niemanden erschrecken:
Wir stehen ja vor der Frage, ist unser Glaubensbekenntnis nun eine Erkenntnis oder nur eine Wunschvorstellung? Nur Wunsch wäre dann im letzteren Fall aber auch, daß die Heilsgeschichte des Evangeliums auch stimmt, und nur Wunsch oder Einbildung bzw. Dichtungwäre dann auch die Verläßlichkeit der Zusage Gottes an uns. Der Glaube des Abendlandes der vergangenen 2000 Jahre, nur als Wunschtraum gesehen, wäre damit nur ein großer Bluff und Irrtum gewesen.
In dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" schrieb der Herausgeber Rudolf Augstein von den drei großen Beleidigungen der Menschheit, nach denen der Mensch nun nicht mehr als Krönung der Schöpfung Gottes, sondern eher wie ein mißratenes Desaster erscheint:
1.  7ô Daß der Mensch einsehen mußte, mit seiner Erde nicht der Mittelpunkt des Universums, sondern abgelegen am Rande eher eine zufällige Erscheinung zu sein.
2.  7ô Daß die menschliche Erkenntnis und selbst die der Wissenschaft keine Wahrheit ist.
3.  7ô Daß der Mensch niemals unser Sonnensystem verlassen und ein anderes Sternensystem erreichen wird, so daß die Menschheit mit der Sonne auch vergehen wird.
Wobei aber die Behauptung, daß unser christlicher Glaube nur ein Wunsch- Irrglaube sei, wohl die schlimmste Beleidigung wäre.
Wie könnte ich nun Wissenschaft, aus der solche Beleidigung resultiert, sogar noch bejahen und nicht als die ärgste Bedrohung unseres Glaubens und als die ärgste Beleidigung des Christen verstehen? Und wie kann man auch noch eine wissenschaftlich fundierte Theologie betreiben, in der dann nur empirische Fakten und Beweise gelten, und in der gerade die fundamentalen Aussagen unseres Glaubensbekenntnisses wie die Existenz Gottes und des Heiligen Geistes, die Gottessohnschaft Jesu, seine Auferstehung und Himmelfahrt, seine Wiederkunft, Mariä Himmelfahrt in der katholischen Kirche wie die Auferstehung aller Gläubigen, Vergebung der Sünden, ewiges Leben als wissenschaftlich unbeweisbar und wissenschaftlich unhaltbar gelten müssen?
Ein wissenschaftlich fundiertes Glaubensbekenntnis würde eben all diese Aussagen streichen.
Dagegen, nämlich gegen solche panische Furcht, muß man Wissenschaft, die es bisher noch zu keiner eigenen gültigen Wissenschaftstheorie gebracht hat, im Rahmen normaler Menschenkenntnis verstehen. Natürlich gibt es Menschen, (wenn auch weniger unter Wissenschaftlern,) die aus Mangel an Zeit, Gelegenheit und manchmal von gutem Willen weniger gründlich darüber nachgedacht haben, einerseits glauben, daß man im Prinzip alles, was ist, was man erkennen und glauben wie auch bezweifeln kann, auch wissenschaftlich entsprechend beweisen oder je nach dem widerlegen kann und in Zukunft auch wird, woraus sie dann andererseits folgern, daß all das, was sich nicht beweisen läßt, auch nicht existiert.
Aber im Rahmen normaler Menschenkenntnis ist Wissenschaft heute und auch normaler Weise keine Ideologie derart, sondern sei hier vereinfacht wie ein Spiel oder eine Methode nach bestimmten Regeln verstanden, die sich in der Tat nur mit Fakten und Beweisen beschäftigt, wobei sowohl die jeweilige Faktizität wie die jeweilige Beweisführung samt Beweis jedoch eben nicht dogmatisiert werden kann - selbst wenn der eine oder andere Wissenschaftler dieses gerne hätte oder sogar verlangt und auch alles unternimmt, um einen anderen Glauben kräftig und oft recht unwissenschaftlich zu verunsichern. Die Rechnung 3+2=5 z.B. gilt eben nur unter bestimmten Voraussetzung als beweisbar, wobei in der Alltagspraxis jedoch sowohl Faktizität, wie Voraussetzung wie Beweis und Beweisführung jedem nachzuvollziehen aber auch zu bezweifeln und zu widerlegen straffrei offenstehen. Und bis heute wurde noch jede Faktizität, Axiomatik und Notwendigkeit erschüttert, was ich im Folgenden in ganzer Radikalität nochmals demonstrieren werde.
Man kann die Existenz Gottes wegen fehlender Fakten und Beweiskriterien zwar nicht beweisen, obwohl bekanntlich auch das versucht wurde, aber aus dem gleichen Grund auch nicht widerlegen.
Kein gläubiger Mensch gleich welcher Religion, muß deswegen Angst haben, daß Schulbildung und Wissenschaft seinen Gott oder den Glauben an ihn je widerlegen können. Neben den vielen nützlichen Erkenntnissen der Wissenschaft ist ja auch diese Einsicht ein Ergebnis wissenschaftlicher Gründlichkeit, - was aber nicht heißen kann, daß damit jeder Glaube auch schon bestätigt sei.
Und dies gilt, wie wir gesehen haben, auch für den Entschluß eines Menschen. Deswegen ist die Existenz oder Nichtexistenz Gottes auch keine Aussage oder überhaupt Angelegenheit der Wissenschaft und auch nicht einer wissenschaftlichen Theologie. In der Theologie gibt es allerdings eine ganze Reihe Fakten wie z.B. die alten Schriften, verschiedene Überlieferungen und Übersetzungen, Lebensdaten und -umstände der Kirchenväter, verschiedene Theorien, Ausgrabungen, aber auch aktuelle Statistiken über die Anzahl von Taufen, Kircheneintritte, Austritte, Organisationsprobleme, Sprachprobleme, belegbare Tendenzen, Kritiken u.s.w., die man intuitiv, gefühlsmäßig, spontan und subjektiv je nach Charakter verschieden handhaben und beurteilen könnte aber kaum derart bewältigen würde, aber die man eben auch wissenschaftlich nach offengelegten, sachlichen, nachprüfbaren und nachvollziehbaren Kriterien aufzeigen und handhaben kann, so daß sie nicht nur subjektive Behauptung eines Einzelnen, sondern mehr sachliche Offenlegung bedeuten.
Natürlich weiß aber unsere Menschenkenntnis, daß auch Faktizität, Sachlichkeit und wissenschaftliche Arbeit als Professionalität immer auch Sozialisation, soziale Bewertung und eine entsprechende Begrifflichkeit bedeutet, die eine Negation des Nichtfaktizierbaren, d.h. Unglaube und oft auch Negation des ungebildeten Laien und Christen in der persönlichen Begegnung aber auch in schriftlichen Formulierungen auch menschlich ausstrahlt und ganz sicher ein großes Problem der Christenheit und die Ursache für eine breite Verunsicherung darstellt.
Übersehen sollte man dabei eben nicht, und zwar im Rahmen ganz normaler Menschenkenntnis, daß trotzdem allein schon das große Ansehen und die allgemeine Dignität des Wissenschaftlichen und Professionellen für die normalsprachigen Rechtfertigungen des
Glaubens Verunsicherung hervorufen kann. Und dieses reicht neben vielen anderen sehr viel grundsätzlicheren und deswegen gründlicher zu beachtenden Aspekten dennoch in Form von gesellschaftlichem Ansehen, als Über- und Unterlegenheitsgefühl als ein wichtiges Wertkriterium in das hinein, was wir als Sozialisation und eben unsere Zivilisation bezeichnen, wenn Zivilisiertheit auch mehr aber doch ein wertvolles Nebenerzeugnis unserer Schulbildung ist, eben mit dem wissenschaftlichen Hintergrund der Technik und Infrastruktur und der allgemeinen Informiertheit über wissenschaftliche Erkenntnisse aber eine Grundposition, mit der man eine eigene Ansicht eben als „nur meine unmaßgebliche persönliche Meinung" neben höhere also maßgebliche Kriterien zu stellen hat.
Die grundsätzliche Vereinbarkeit von persönlichem Glauben und hoher Wissenschaft zeigt sich aber erst weiter unten, wenn wir zu den drei Augsteinschen Desillusionierungen noch weitere hinzufügen, die erst Gerold Prauss in aller Konsequenz aufzeigt. Womit sich dann erst auch ein Lichtblick zeigt, der die Schöpfung als ein noch größeres Wunder offenbaren wird als das, was uns alle Desillusionierungen und Beleidigungen zertrümmern können. Und wir werden sehen, daß der christliche Glaube immer schon eine große - wenn auch selten zugegebene - Bedeutung auch für die Entwicklung und den Bestand der Wissenschaften hatte und hat, und nicht das Gegenteil, wie es oft behauptet wird, - solange man die Kirche im Dorf läßt und Staat, Rathaus bzw. Universität nicht als Glaubensersatz mißversteht.
Ich möchte dem Folgenden deswegen Math. 24, Vers 35 voranstellen: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen." Und aus der Offenbahrung 3,11: „Behalte was du hast, damit niemand deine Krone raube."
Verehrter Herr Metz, liebe/r Theologe/in, liebe/r Theologiestudent/in und liebe/r Christ/in und auch liebe/r Atheist/in, die Sie mir bis hierhin noch gefolgt sind: Mir scheint hier eine längst fällige Orientierungshilfe für meinen Gedankengang nun unumgänglich. Sie werden sicher schon ratlos den Kopf geschüttelt haben, wie ich hier die normale, individuell aber doch ganz unterschiedliche und unzuverlässige Menschenkenntnis praktisch zum Träger und Garant von Glaube, Wissenschaft und nun auch Zivilisation ernenne, während der Glaube doch ganz sicher über jede oder jenseits jeder menschlichen Vernunft steht, und während andererseits aber Wissenschaft ja gerade die Unzulänglichkeit der privaten Menschenkenntnis und der jeweils persönlichen Ansichten durch allgemein akzeptierte und von jedem einsehbare und überprüfbare feste Kriterien und Verbindlichkeit ersetzt und während doch wohl unbestritten in der und mit der Wissenschaft die Tendenz besteht, gerade über all dem befangenen Normalmenschlichen stehend relativ unbefangen alle Lebensbereiche des Menschen mehr und mehr zu bestimmen, wo es doch kaum mehr einen Beruf gibt, - auch nicht den theologischen, ohne den Rückhalt in Forschung und Wissenschaft. Selbst der Massaihirte in der afrikanischen Steppe läßt sich und sein Vieh impfen und sich wissenschaftlich beraten, wo er weiden oder nicht weiden lassen soll.
Ich kann folgendes hier ebenfalls nur vereinfacht plausibel zu machen versuchen.
Beides bestätige ich ja und auch letzteres ist ohne Einschränkung zu begrüßen und zu fördern. Mit der normalen Menschenkenntnis, so wie sie ist, versuche ich ja nicht künstlich etwas aufzubauen und damit Laientum und Dilettantismus zum neuen Inquisitor von Theologie und Wissenschaft zu erklären, wie es scheinen könnte. Sicher ist versteckter wie offener, progromartiger und terroristischer Fundamentalismus seit je wie zunehmend heute genau unter solcher Konstellation zu finden, - und zwar in allen Bereichen des Lebens. Und dieses Mißverhältnis darin, einerseits ja zur normalen Vernunft und zum Mitmenschen und andererseits zu den meist ja besseren Einsichten in Theologie und Wissenschaft ist natürlich von Fall zu Fall ganz verschieden, geht aber als Fehlleistung grob umschrieben zweifellos auf fehlerhafte Gedanken, eben laienhafte und dilettantische, zurück, die nicht in der Lage sind, eine drohende oder vorhandene Verunsicherung zu bewältigen, die es ja aufzufinden gilt.
Andererseits wäre es geradezu absurd, wenn solcher Fundamentalismus eben ganz fälschlich unter dem Vorzeichen Glaube gegen Wissenschaft nicht Boden verlöre, sondern weiter gewönne.
Seit je bis heute, seit Augustinus und Aristoteles, geschieht die Definition oder Festlegung eines Begriffs, in dem man von dem normalen Gebrauch in der Umgangssprache ausgehend, diesen dann zu einer brauchbaren und dann beibehaltenen theologischen oder wissenschaftlich Bedeutung entwickelt. Dies ist im Grunde aber nichts anderes, als in dem jeweiligen Fall das Verhältnis der Theologie oder der Wissenschaft zu dieser normalen Umgangssprache zu klären und sich damit spezialisierend von solchem allgemeinen Denken abzusetzen. Ich will hier davon absehen, daß solches mehr oder weniger geringschätzig zur Normalsprache geschieht. Was genau dabei aber nicht geleistet wird, und von Theologie und Wissenschaft wohl auch nicht geleistet werden kann, ist, das nun jeweils einseitig geklärte und doch meist recht drastisch und künstlich neu geschaffene Verhältnis auch zu anderen Seite hin zu klären: also das Verhältnis des normalen Denkens nun zu den theologischen oder wissenschaftlichen Begriffen und Gedankengebäuden zu klären. Hier ist der Normalmensch sich selbst überlassen.
Daß dann der einzelne Theologe, Wissenschaftler oder Philosoph seine jeweilige Theorie und Lehre oft nun für alle, und auch für’s Normalsprachige als einzigrichtig und maßgeblich erachtet, ist wohl immer eine natürliche Art von Befangenheit in der Weise von Selbstüberschätzung, was wir, meist dankbar für seine Leistung, auch wie selbstverständlich verzeihen, - aber dies gehört doch eben nicht zu seiner Wissenschaft oder Theologie oder Philosophie, sondern zeigt geradezu, daß der Mensch selbst in Ausübung seiner jeweiligen Disziplin das Normalsprachige als Normalmenschliches gar nicht verlassen hatte, - und auch nicht verlassen kann. Es ist und bleibt doch so, daß wie jede Disziplin und jeder Beruf auch Theologie und Wissenschaft ein Instrument des Nomalmenschlichen innerhalb des Normalsprachigen bleibt und daß der Versuch, das Normalmenschliche oder Normalsprachige zu beseitigen oder ganz entsprechend zu disziplinieren oder zu instrumentalisieren immer nur eine ganz normale menschliche Schwäche ist.
Derart bleibt, wie gesagt, der persönliche Glaube und das Gebet zu Gott allgemein einfach und problemlos; ungeklärt ist aber das jeweilige Verhältnis dieser Einfachheit zu diesen oder jenen theologischen Theorien, etwa derart, wie und wann ein Gebet funktioniert.
Derart rechtfertigt sich die Thematisierung eigentlich von selbst.
b.Normalsprache und Fachsprache als Verhältnis von normaler Menschenkenntnis zur Wissenschaft.
Dennoch gilt es gerade heute, das Verhältnis des Normalsprachigen oder der normalen
Menschenkenntnis zu den übermächtig werdenden Fachsprachen und zum Professionellen
wie zu den Wissenschaften zu klären.

Dennoch gilt es gerade heute, das Verhältnis des Normalsprachigen oder der normalen Menschenkenntnis zu den übermächtig werdenden Fachsprachen und zum Professionellen wie zu den Wissenschaften zu klären.
Natürlich könnte andererseits nun die normale Menschenkenntnis nicht noch objektiver als Wissenschaft über Wissenschaft und Theologie oder über den eigenen oder einen anderen fremden Glauben stehen. Und genau dies ist der Punkt. Denn auch andersherum kann keine Wissenschaft und keine Theologie doch auch über die Richtigkeit meines Glaubens urteilen. Selbst angenommen, die Wissenschaft hätte Arme, Beine und einen Kopf und könnte selbst sprechen, wäre sie nicht Gott, sondern vielmehr ein Nichts, wie wir noch sehen werden, dessen Urteil ich mich im Glauben eben gar nicht unterwerfen dürfte und würde. Da Wissenschaft oder Theologie aber kein Lebewesen ist, sondern mir nur als Argument meiner eigenen Überlegungen oder als Argument anderer Menschen begegnet, dürfte ich doch ebensowenig einen wissenschaftlichen Gedanken oder ein wissenschaftliches Kriterium in mir zum Gott machen, vor dem ich mein eigenes Urteilsvermögen aufgäbe, was ja gewissermaßen eine pathologische Selbstaufgabe und ein Irrsinn wäre, wie mein Komputer bei bestimmten Operationen in Word7 dann aufhört zu arbeiten, und natürlich dürfte ich mich erst recht keinem Menschen der Welt, der mir wissenschaftliche oder theologische oder sonstige Argumente vorträgt derart urteilslos unterwerfen, daß ich mein eigenes Urteilsvermögen aufgäbe, was nur ein Dämon oder Dämagoge niemals aber Gott selbst von mir verlangt, - wenn auch mancher Physiklehrer oder Relgionsprediger bei seinen Schülern solches manchmal gerne sähe, was ihm die schwierige Aufgabe, mich erst überzeugen zu müssen, scheinbar abnehmen aber nur scheinbar erleichtern würde, - weil dies statt Einsicht oder Glauben dann doch nur ein gleichgültiges Ja-sagen erreichen würde.
Meine Haupt-, Hinter- und Nebengedanken und Nebenbedeutungen einer Aussage als Enuntiation.
Wie eine Handlung viele auffindbare kausale Erklärungen und Begründung hat, so ist auch eine Aussage neben der Information als Enuntiation eine Handlung in ihrer ganzen komplexen Vielschichtigkeit.
Mit Enuntiation bezeichne ich hier also eine Gesamtheit einer menschlichen Äußerung, in der Denken, Haltung, Hinwendung oder Abgrenzung, sprachliche Äußerung als explizites oder indirekt Gesagtes, Verschwiegenes, Bejahtes, Verneintes, Allegorisches, Angedeutetes, u.s.w. aber eben als Erkennbares, oder eigentlich als bereits Erkanntes enthalten ist.
In dem Entwurf für ein Theaterstück habe ich in den beiden Wörtern „Mir schmeckt’s." in einem ersten mühevollen Anlauf etwa 500 Mitteilungen und später dann weit mehr als 1500 Informationen herausgefunden, die wir bewußt und unbewußt sowohl äußern wie aber eben mehr noch registrieren, wie: „Dort ist jemand; er kann sprechen; er spricht Deutsch; er spricht keinen ausländischen Akzent; er ißt; es ist ein Mann; er hat eine hohe Stimme; sie klingt, als wolle er sein Essen rechtfertigen; sie klingt verunsichert; er spricht meinetwegen; u.s.w. - bis mir dann klar wurde, daß ein gänzlich fremdes intelligentes Wesen aus dem Weltall, wenn es denn die explizite Bedeutung der beiden Wörter verstehen würde, von der Sprechweise und Bedeutung auf die Struktur des Kehlkopfes wie auf das ganze Wesen des Menschen samt seiner Herkunft, Geschichte und Kultur und letztlich auf die Art der Milliarden Gene schließen könnte, die für ein bewußtes Sprechen die Voraussetzung sind, so daß man in jeder Handlung und erst recht in der einer bewußten Enuntiation viele Milliarden Informationen und damit einen Abdruck unserer ganzen Welt und unserer menschlichen Existenz vor sich hat. Jede bewußte Äußerung eines Menschen ist eine Spur der Menschheit und meist als unnatürlich von einem natürlichen Ereignis zu unterscheiden. Ich erinnere, wie nachvollziehbar das Erschrecken Daniel Defoes Robinson beschrieben wird, als er auf seiner Insel den frischen Fußabdruck eines Menschen entdeckte.
Während von solcher komplexen Vielfalt her betrachtet die Sprache unserer normalen Menschenkenntnis im Unterschied zu der angestrebten Aussage der Wissenschaft überhaupt mehr als ein Erkennen und Folgen der Spur einer bewußten Existenz verstanden, entsprechend mehr, - nämlich im wesentlichen nur - vom Verstehen einer Sprache her gesehen wird, statt von einem Verständlichmachen, - was wir als Eigenart und Tendenz der Mondialisierung noch gesondert zu verstehen haben, - gehören zum Erkennen- oder Verstehenkönnen all dessen, was verstanden werden kann, dennoch auch weiter die bewußten wie unbewußten mehr oder weniger deutlich gemachten Anliegen, - wie dies überschneidend auch die direkten, expliziten wie indirekten und impliziten Beweggründe und Umstände. Die „Kommunikation" der Natur durch Farben, Laute, Zeichen, Leuchtsignale zerstreute Duftstoffe und Bewegungen in Flora und Fauna sind in gleicher Weise deutlich als Spur einer Handlung nur von der Erkennbarkeit oder der Funktion her des Erkennens als Reaktion zu verstehen, dessen Grundproblematik von möglichem Mißverständnis Schwering in der Szenensprache als Trick der Gleichsetzung von Symbol und Bedeutung andeutet, - wobei ja eine Blume, die mit Duft und Farbe nach solcher verfänglichen Sprachweise ja ein bestimmtes Insekt „anspricht" oder „anlockt", von der Vorliebe eines bestimmten Insekts und nicht einmal von der Existenz eines Insekts etwas weiß, dem es sich in einer bestimmten Weise und Technik verständlich zu machen gälte. Und dies auch nicht als Instinkt im berühmten Unterbewußtsein, was an der Situation ja nichts ändern würde, daß letztlich auch die Grammatik des Erkannten, wie es Prauss entwickelt, eben nicht eine didaskalisch objektive Aussage des Erkannten, sondern die subjektive Struktur des Erkennens wiedergibt.
Mit der Erkennbarkeit als Spur der Menschheit in der Enuntiation des Individuums tritt dann auch eine ethische Dimension ans Licht, mit der eben auch das Private und Privateste auch gegen den eigenen Willen ja erkennbar ist, was im Rahmen und mit der jeweiligen - allerdings unterschiedlichen - Qualität der allgemeinen Menschenkenntnis zugleich als allgemein erkennbar auch entsprechend öffentlich und entsprechend wirksam und gültig dann auch zu verantworten ist, wie jede öffentliche Aussage oder Handlung; - und soweit dies nicht ethisch verpflichtend empfunden wird, ist es doch in den absehbaren Folgen zu berücksichtigen.

Man kann sich diese Komplexität einer Enuntiation anders auch derart verdeutlichen: Wenn die an sich empirisch unbeweisbare Absicht einer Aussage wie eine unsichtbare Hand einer Handlung ein großes Tuch berührt, so verändert und gestaltet sich damit durch die entstehenden Falten und Erhebungen das gesamte Tuch, was man dann analog zur Sprache als die Gesamtheit der erkennbaren Bedeutung eines Begriffs mit allen seinen Bezügen und Verknüpfungen bezeichnen würde, in der die Handlung der Hand erkennbar wird. Die Hand selbst, also die Absicht, bleibt jedoch weiter unsichtbar und empirisch unbeweisbar. Dieses aus tausend und Millionen Fäden gewebte Tuch dürfte man ebenfalls nicht als unsere empirische Welt im Sinne aller Gegenstände oder sog. Sachverhalte verstehen, sondern als das gemeinsame, bzw. bei allen zunehmend übereinstimmende Bild der jeweilig subjektiven, individuellen Erkenntnis unserer Welt, in der durch einen Druck auf eine bestimmte Stelle des Gewebes praktisch immer die ganze Welt unserer Erkenntnis in den jeweiligen Bezug gesetzt wird, wobei dieser Bezug oder die entsprechende Verzerrung ungefähr dem entspräche, was Frege als den Sinn eines Begriffes bezeichnet. Und solche Komplexität über die Sprache kann als derartige Betonung, neben oder mit dem Verstehen als Akzentuierung oder Thematisierung oder Verzerrung das ganze Denken eines Menschen ergreifen und als alles gewissermaßen überlagernde Modulation der Selbsterkenntnis hervorheben und in gleicher Art vorstellbar auch den Trend einer Zeit oder Epoche einer Allgemeinheit bestimmen, - wie wir und Barock und Romantik, aber auch den Nationalsozialismus vorstellen müssen.
Und in mehrfacher Weise gilt letzteres für den Prozess einer mondialen Sozialisation. Ob nun ausdrücklich Thema oder nicht, begegnet uns und thematisiert sich die Weltganzheit heute jedem täglich vielfach von selbst in jeder Nachrichtensendung, in der Urlaubsplanung, im Internet, im Gespräch oder bei der Begegnung mit Touristen, Ausländern, ausländischen Produkten wie Geräte, Verkehrsmittel, Filmen und Liedern.
Aspekte einer zivilisierten Welt.
Wieweit das Beispiel eines Tuches als eine mehr oder weniger brauchbare und tragfähige Analogie unserer begrifflichen Lebenswirklichkeit in der Sprache dann konkret erkenntnistheoretisch aufzuschlüsseln ist, muß ich berufenen Philosophen, Sprachanalytikern und vielleicht Psychologen überlassen.
Wir dürfen nicht außer acht lassen, daß wir, - was ich noch verdeutlichen will, - auch unsere Erkenntnis immer nur mit den Mitteln eben unserer Erkenntnisweise erkennen, was bereits so schwierig ist, als wolle eine Pinzette sich selbst greifen oder ein Hammer sich selbst schmieden. Einer anderen Intelligenzart stünden wir wie Kinder noch gänzlich hilflos gegenüber und würden vielleicht bei vielleicht hilfesuchenden Kommunikationsversuchen statt Worte oder Gesten nur wahre Funkenregen in vielen Farben wahrnehmen und müßten davon ausgehen, daß jene andere Intelligenzart von solchen Funkenregen, die wir bei ihm sehen, nichts wüßte und auch nicht davon, daß wir diese wahrnehmen. Und selbst, wenn wir darin telepathisch das Vorhandensein von Gedanken und Bewußtsein erkennen könnten, würden wir deren Inhalt nicht verstehen können.
So verdanken wir die Erfahrung, daß Gott uns beachtet, achtet und liebt, ausschließlich seiner Zuwendung in unsere menschliche Art zu erkennen hinein; und diese Erfahrung ist sicher das größte Erlebnis und die höchste Erkenntnis, die über alle menschlichen Dimensionen des Erkennens und über die Begrenztheit irdischen Lebens hinausgeht, die der Mensch im Leben haben kann und beinhaltet den Imperativ, auch den Mitmenschen über alle möglichen Wertkriterien hinaus so zu beachten, achten und lieben, - von dessen möglicher Weise negativeren Qualitäten als unserer eigenen wir uns an Gott gemessen kaum unterscheiden. Unter solchen Vorbehalten sollte sich euphorischer Optimismus wie panischer Pessimismus, was beides je nach Sichtweise auf eine mondiale Begrifflichkeit uns ergreifen kann, in vernünftiger Ausgewogenheit halten können.
Zu diesem letzteren Gebot der Nächstenliebe gehört neben der Vermeidung von Bosheit denn auch wohl erst recht, daß wir Fehlleistungen gegeneinander, wozu wohl die meisten Kriege gehören, die wir aufgrund von Denkfehlern innerhalb der Systematik unserer eigenen Erkenntnisstruktur begehen, als solche aufdecken und dann auch vermeiden können.
Und etliche Mißverständnisse, reine Denkfehler und regelrechte Konfusion ergeben sich aus der grundsätzlich neuen Situation eines mondialen Bewußtseins durch diese weltumspannende Sozialisation und Internalisation.
Im Hinblick auf die oben mit jenem Tuch verglichene Begrifflichkeit kann und soll man in solcher Tendenz ebenfalls eine, - wenn auch selbstgemachte und sehr irdische - apokalyptische Situation unserer Gegenwart recht positiv sehen: Wenn in unserer ja eng werdenden „Global Village" zunehmend jeder die Treuherzigkeit und Verläßlichkeit (der Guten) oder Heimtücke, Betrug und Schwindel (der Bösen) als Absicht und Eigenschaft zunehmend dem anderen an dessen Spur und Äußerung oder Nasenspitze ansehen kann, werden sich die guten und bösen Geister trennen und jeweils zusammentun, wobei Wahrheit (statt Betrug und Heimtücke) nicht nur in der Wissenschaft, sondern sich auch im sozialen Leben, in der Politik, in Wirtschaft und Recht  -entgegen den selektiven Erfolgsstrukturen der biologischen Natur in Flora und Fauna, - beim unnatürlichen Menschen jedoch als effektiver erweisen wird und mit dem besserem sozialen Ansehen und Erfolg immer letztlich aber am längeren Hebel sitzen wird, während die Gemeinschaft der Heimtücke sich selbst zur Hölle wird, sich isoliert und scheitern muß, weil die Bösen am Ende als Betrüger durchschaut sind, weswegen der Betrug auf die Dauer sowenig funktioniert wie eine falsche Berechnung. Hinzu kommt, daß der Mensch, der heute noch ganz kontraproduktiv 2/3 seiner Intelligenz dafür benutzt zu täuschen, zu lügen und zu betrügen oder derartigen Schmutz wie Heimtücke, Hinterhalt, Lüge und Betrug zu durchschauen und abzuwehren, damit nun besseres anfangen und sich das Leben vereinfachen kann. Derart optimistisch gesehen ist Bosheit und Betrug eben nicht mehr Klugheit und Überlegenheit, sondern Dummheit und Fehlleistung und ein Zeichen geringer, fragwürdiger Qualität, mit der man sich letztendlich nur selbst schadet; und dies gilt auch für den Diktator, den großen oder kleinen Religionsfunktionär, für große Industrieunternehmen wie kleine Handwerksfirmen, wie für den normalen Nachbarn, Arbeitskollegen, Ehepartner und Familienangehörigen.
Dieser Trend, der sich ganz sicher als der Komfort eben auch einer zivilisierten, mondialen Wertegemeinschaft abzeichnet, und der wohl auch in vielen prophetischen Aussagen des Alten Testamentes gemeint ist, kann und soll durch Allgemeinbildung, durch Vermittlung solcher Einsicht und damit durch eine zunehmend gemeinsame Begrifflichkeit wie auch durch Gewaltenteilung, eine juristische und polizeiliche Infrastruktur und durch eine demokratische Mitverantwortung nur immer unterstützt und stabilisiert werden. Und jeder, der beten kann, gleichgültig welcher Konfession oder Religion er ist, sollte Gott täglich bitten, daß uns davon wenigstens Stück für Stückchen gelingt.
Aber nach obiger so optimistischer Vereinfachung geschieht dieser Automatismus zum Guten und Wahren ja ganz ohne Gott, und man könnte fast dazu sagen, wie es viele tun, Gott sei Dank, weil die verschiedenen Religionen und Götter, die verschiedenen Theologien und Konfessionen an diesem Prozess scheinbar unbeteiligt und unbehelligt bleiben. Da sind erfreuliche Zeitgenossen in dieser oder jener Religion, gute, offenherzige, weltoffene und ehrliche, einsichtige und rücksichtsvolle Menschen mit vollem Verständnis auch für Andersgläubige, von denen man weiß, daß Gott sie nicht verwerfen wird; und recht schnell zu erkennen sind die unerfreulichen Zeitgenossen in allen Religionen, die man besser meidet.
Wenn man nun recht verbreitet besonders in der protestantischen Ecke den Trend beobachten kann, sich mit dem ganzen Christentum an diesen ja grundsätzlich positiven Prozeß anzuhängen, der ja ohne Zweifel, wenn auch nicht derart erkannt, auch in diesem "postmodernen Ding" bei Schwering als ethischer Anspruch wohl ebenfalls hindurchklingt, stellt sich natürlich die Frage, wie Christentum und Theologie, wie der Islam, wie der Budhismus und Hinduismus ursprünglich zu diesem Prozeß stehen und in welcher Weise man sich ein zu vereinbarendes Verhältnis vorstellen kann.Zu dieser Liste unbedingt hinzu gehören Philosophie, Theologie, Kirche, Recht, Staat, Nation, Adel, Kommunismus, Industrie, Gewerkschaft, Geldwirtschaft, Handel, Kunst, Mode, Schule, Beruf, also alle Bereiche, die sich irgendwie als Weltanschauung oder Lebensinhalt gesellschaftlich etabliert oder organisiert und darin ihre jeweils eigene, wenn auch bereits interethnische oder internationale Sprache haben.
Zur Beantwortung muß man natürlich einerseits untersuchen, wie die jeweiligen Sprachen von Provinz, Religion Wissenschaft, Szene u.s.w. und Individuum zu der nun gemeinsamen Begrifflichkeit stehen, die ja alle Sprachen überlagert, und dazu ist wohl am aufschlußreichsten zuerst die Frage, wie jeweils die Außenwelt dieser Sprachen aussehen und wieweit oder wohin die Grenzbereiche dieser Außenwelten gehen mit den daraus resultierenden Gott- oder Jenseitsvorstellungen, - und andererseits natürlich, in welchem Verhältnis dort jeweils der Einzelmensch zum Ganzen gesehen wird.
Bereits diese genaue Untersuchung wäre eine Art Weltgericht oder Götterdämmerung und läßt einerseits bereits ahnen, welcher Art Problemen wir in der Zukunft begegnen, da die jeweiligen Beurteilungskriterien und Gottvorstellungen oder Götter bei der Beurteilung des Ganzen recht unterschiedlich sind, und läßt andererseits aber auch ahnen, in welcher Art diese zu bewältigen sind.
Was sind also interethnisch verstanden die Welten und Götter der Sprachen der Provinz, der Religion, der Kirche, der Theologie, der Philosophie, Wissenschaft und Technik, der Politik, der Parteien, der Gewerkschaften, der Banken, der Industrie, des Kommunismus, der Kunst, der Mode, der Schule - und des Privatmenschen, und was ist ihr jeweiliges Verhältnis zum einzelnen Menschen, die in Global Village zu einem friedlichen Miteinander auszukommen verurteilt sind? Ich habe hierbei bewußt die sog. ethnisch- völkischen Identitäten wie Tiroler, Hutu, Tutzi, Serben, Araber, Juden, Germanen, u.s.w. ausgeklammert, da sie ein besonderes Grenz- und Sprachproblem bedeuten, das eigentlich meistens zur Kategorie der Provinz gehört.
Und mit der nur peinlichen selbstredenden Demonstration statt einer Analyse genau des Letzteren will ich beginnen - und zwar als Frage - welche dieser oben aufgezählten Welten mir bei der Antwort wohl helfen könnte, ohne dabei zugleich das zu beurteilende Weltmaßkriterium bei der Beurteilung selbst zu benutzen. Hier ist es aus der Position von „Global Village" leicht, rigoros zu verurteilen:
Ich stelle unser Urteil vor Augen, wenn wir, wie jüngst vielfach in Zeitungen zu lesen, brutale Serben in Bosnien masakrierend über Leichen gehend die christliche Kultur verteidigen sehen und bosnische Mohammedaner in gleicher Weise die islamische Kultur. Und ich lese dann auf einem Denkmal in Ahlfeld

„Die Tapferen Scharen
Bewährt in Gefahren
Krönt glänzender Sieg
Im heiligen Krieg
1870-1871"
und ich denke an den „heiligen Krieg 1914-1918" vierzig Jahre später, der in der ganzen Welt Tausende von solchen Denkmälern in aller Welt hinterließ,  und stelle mir dann 1940 einige SS-Akademiker vor, die sich mit Vertretern des „Kirchenministeriums" und mit „Deutschen Christen" über die plötzliche religiöse Besinnung einiger Schwärmer um Niemöller in der Notgemeinschaft lustig machen, die sich plötzlich an das uralte Glaubensbekenntnis klammern, - wobei man heute einfach nach dem Schema eines Westerns die Situation als Streit zwischen Gut und Böse zu sehen neigt, was ja auch Schwering nicht anders tut. Ich will diese Konfusion des Umbruchs, welchen Gott nun jeder im einzelnen meinte, ebenfalls nicht analysieren. Vielleicht gehört dieses Thema auch zur Herkunft aus der Provinz.
Im Verhältnis zur postmodernen „Global Village" sollten wir den Reichtum unserer Vergangenheit aus der jeweiligen Provinz nicht vergessen, aber auch die oft brutal peinliche Provinzialität und Engstirnigkeit nicht romantisch verklären.
Die Welt des Glaubensbekenntnisse reicht über das raum-zeitlich-irdische und kosmische hinaus in ein Leben nach dem Tode, einen Himmel jenseits des physikalischen. Gott als Schöpfer ist außerzeitlich und außerräumlich für uns nicht vorstellbar; und um bereits dieses immer wach zu halten und zu unterstreichen, wäre es besser, unser Glaubensbekenntnis in alter Form beizubehalten.
Die Welt der empirischen Wissenschaft ist rein rechnerisch ins Mikro- wie Makrokosmische unendlich aber ohne Gott und Transzendenz und eigentlich unabhängig vom Menschen.
Die Welt der Philosophie ist der Mensch, aber nicht der einzelne als Sonderfall. Sie kennt die Transzendenz jenseits unserer Erkenntnismöglichkeit als Noumena. Das Noumena ist aber nicht identisch mit dem christlichen Jenseits.
Die Welt der Finanzminister der jeweiligen Währungen und der jeweiligen Banken ist der jeweilige Geldumlauf, die Welt von Handel und Industrie ist der jeweilige Wahrenverkehr. Eine Transzendenz besteht in der gelegentlichen Unberechenbarkeit von Konjunktur, Trends und politischen Ereignissen. Der Mensch taucht bei beiden allgemein als Arbeiter in der Produktion und als Lohnempfänger wie Käufer auf, aber nicht als Einzelmensch.
Die Welt der Gewerkschaften ist das Recht der Arbeiter.
Die Welt des Kommunismus ist die Richtigkeit der Einsicht menschlicher Logik in die ständige Evolution dialektischer Prozesse in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ohne Transzendenz. Der einzelne Mensch taucht mit berechenbaren Rechten und Pflichten als entsprechend kleinste rechnerische Einheit des Ganzen auf.
Die Welt der Mode ist die mehr oder weniger mögliche Machbarkeit der Übereinstimmung von Menschen, sich zu kleiden.

Meine persönliche kurze Charakterisierung, in der dieser Schritt von der 1. Stufe zu 2. Stufe, also zu Soziologie recht vernachlässigt ist, so unvollständig, wie vielleicht gerecht oder ungerecht vereinfacht, wie aber auch unmaßgeblich, - worauf es mir hier jetzt auch nicht ankommt, soll nur den Schritt vorbereiten zur neuen Sicht der Dinge oder der Begriffe im Sinne von „Global Village" oder der normalen allgemeinen Menschenkenntnis.
Wenn der christliche Philosoph Immanuel Kant von der höchstmöglichen Auszeichnung sprach, ein Mensch sein zu dürfen, dann meinte er damit noch weit mehr, als nur Bürger von „Global Village" zu sein. Um zu verstehen, was an dieser Aussage mehr, und was im Bewußtsein und in der ganzen Begrifflichkeit von „Global Village" jedoch weniger und enger ist, müssen Sie mir, liebe Leserin und lieber Leser, bei meiner kurzen Beschreibung mit gutem Willen und Verstehenwollen entgegenkommen, wenn ich hier vorgreifend zur Verdeutlichung etwas überzeichne, ohne aber herabsetzen oder beleidigen zu wollen.
Als Unterschied in dem großen Erlebnis des eigenen Bewußtseins und der alles übertreffenden Erfahrung, von Gott mit Namen gekannt und geliebt zu sein, wäre in der Begrifflichkeit von "Global Village" die Aussage Kants im Prinzip nichts anderes, als wenn ich sagen würde, ich bin stolz, ein Franzose, Engländer, Deutscher oder Amerikaner oder ein Tutsi zu sein, nur daß der Provinzialismus „Mensch" nicht mehr die Abgrenzung von anderen Menschen bedeutet. Natürlich ist dieses „nur" eine ganze begrüßenswerte Dimension mehr, als der nationale Provinzialismus. Dennoch ist die Ernüchterung innerhalb der klein gewordenen Welt mehr als nur die Ernüchterung innerhalb aller Begrifflichkeit der jeweiligen Sprachen, Traditionen und Werte, die neben der neuen Bedeutung bald fast nur noch als Konnotat und eben verunsichert mitklingen, wenn wir in der ehemaligen DDR z.B. an den Kombinaten noch die Schilder sehen „Tierproduktion" und darin eine Geringschätzung des Lebens spüren; oder wenn wir es uns als unmöglich oder befremdlich vorstellen, wenn zum Abendmahl statt Brot und Wein in der einst transzendenten Bedeutung für den Menschen, den sachlich sicher gleichwertigen Ersatz Pommesfrites und Coca Cola vorstellen. In der Provinz bedeutet und bedeutete Speis und Trank mehr als in der natürlichen, allgemeinen Menschenkenntnis von „Global Village" die Nahrung, - was als ein Vorgang in der Sprache zu untersuchen ist.

Und Sie, liebe Leserin und lieber Leser, werden vielleicht hinter all meinen Ausführungen längst erkannt haben, daß mich dabei die unhaltbaren Unstimmigkeiten in den biblischen Äußerungen und Aussagen beunruhigen, wie sie mich ohne Zweifel auch verunsichert haben, weil in ihnen eben faktisch vieles nicht stimmt, was erzählt und behauptet und als wahr beteuert wird; und Sie werden ganz richtig aus allem herauslesen, daß ich mit und neben allen Aussagen zugleich die Wucht solcher Faktizität schon im Vorfeld abzudämpfen und ihre Wichtigkeit herunterzuspielen und zu widerlegen versuche. Dies ist ganz richtig gesehen. Ginge es mir dabei aber nur um die Rechtfertigung meines eigenen Glaubens an Gott und Jesus und darin um meinen eigenen Glauben auch an die Gültigkeit der Bibel und des alten Glaubensbekenntnisses, wäre der Aufwand und die Sorgfalt dieser Ausführungen ganz sicher nicht notwendig gewesen. Ich denke aber mit Schrecken an die Verunsicherung und Verzweiflung der vielen und an alle Christen in unserem Land und alle Welt, und gerade und ganz besonders an jene, die sich glaubend und zitierend nach dem Vorbild Luthers  und im Vertrauen an ihre Lehrer und Pfarrer eng nur an den Wortlaut der Bibel klammern, gerade eben jene braven Protestanten und Bibelchristen, Jugendliche aus dem CVJM oder der Young Men's Christian Association (YMCA) wie auch die Kinder der „Zeugen Jehovas", aber auch die Gläubigen auf katholischer Seite und nicht anders im Islam, die über kurz oder lang von selbst oder über irgend jemand sonst auf solche Unstimmigkeiten stoßen oder gestoßen werden, wobei gerade diese sich um so mehr genarrt und betrogen und nun allein gelassen fühlen, je fundamentalistischer sie einst die Bibel zitierten und ihre Wahrheit einforderten, und die sie nun in peinlicher Verärgerung samt ihrer Wahrheit in die Ecke oder in den Wind werfen und sich dem Trend und den Parolen des Zeitgeistes überlassen sehen, der im Statement von Schwering umschrieben wird, in dem dann ja auch Schwering vor solcher Gedanken- und Ziellosigkeit warnt, oder die in solcher existenziellen Verunsicherung dann in einem nun ärgeren, dummen weil vorsätzlichen Fundamentalismus nun nicht mehr glauben, sondern Partei nehmen.
Wenn ich die Wucht der Faktizität eines Wortlautes abzufangen suche, wenn ich die Faktizitierbarkeit oder Verdingbarkeit eines Gedankens oder einer Wahrheit, wie am obigen Beispiel der Himmelfahrt Jesu, als gar nicht möglich und als didaskalisch-empiristischen Denkfehler nachweise, bedeutet eben dann dieses ja nicht Aufgabe einer Erkenntnis oder notwendige Aufgabe des Glaubens, sondern Erweiterung und Emanzipation des Verständnisses.
Aber neben diesem verteidige ich in dem ganzen Brief und in jeder Aussage ja bereits immer zugleich appraisiv meine subjektive Position als normaler Gläubiger, der gerade angesichts solcher Verunsicherung wie aber angesichts jeder Reflexion auf den eigenen Glauben auf sich selbst zurückgeworfen ist. Ich beanspruche, begründe und verteidige also die Gültigkeit meiner privaten Ansicht zu diesem Problem. Dies ist eigentlich ganz natürlich und normal und geschieht mehr oder weniger deutlich in jeder Aussage eines Menschen. Dieses geschieht hier in diesem Brief ebenfalls nicht explizit sondern implizit oder als Neben- oder paralleles Hauptthema, ist aber ein eigentliches, unausgesprochenes Anliegen, und ist in meiner ganzen Argumentationsweise erkennbar. Während ich in diesem Brief das Problematische der Überlegung, das Glaubensbekenntnis einfach zu verändern, bis zur gerade noch zu verantwortender Weise vereinfachen muß, wobei ich unendlich viel Wichtiges im Glauben nicht einmal zur Sprache bringe, muß ich meine Bedenken dennoch derart vielseitig zugleich sehen und vorbringen, wie es Wissenschaft in ihrer unumgänglichen Dihairesis und folgliche Zersplittertheit und Spezialisierung gar nicht vermöchte. Denn die Gültigkeit des subjektiven Normalmenschen habe ich als appraisive Forderung und Anspruch also immer im Hinterkopf, wie man sagt, und diese Appraisivität bestimmt also in gewisser Weise auch diejenigen Argumente, die dieses Problem gar nicht berühren.
Und es ist normale Menschenkenntnis, die solches auch erkennt.
Und wir werden erkennen und dies auch strukturell verstehen müssen, daß in der Form des alten Glaubensbekenntnisses neben vielem anderen das dort explizit ausgesprochen wird und neben weiterem, das ebenfalls nicht explizit formuliert dasteht, auch die Gültigkeit des Glaubens auch des Nichtprofessionellen, also des Normalmenschen derart unthematisiert aber dennoch erkennbar ausgesprochen und ausgedrückt ist. Damit zeigt sich zugleich ein weiteres Hauptthema in dieser Diskussion oder Reflexion auf die Gültigkeit und das Gültigkeitskriterium unserer Normalsprache wie eben darin auch unserer normalen allgemeinen Menschen- oder Sprachkenntnis, das wir zu beantworten haben, wie denn diese komplexe Vielfalt von jeweils verschiedenen zentralen Anliegen und Themen alle zugleich mit Sprache dargestellt oder erkennbar gemacht werden kann, wie es Wissenschaft und auch Theologie nicht könnte und auch nicht anstrebt sondern das Gegenteil, und was damit zugleich zu beantworten ist: wie der private Normalmensch diese Vielfalt dann auch erkennt. Man bezeichnet zwar die Sprache zurecht als Instrument und als etwas Reales, dennoch ist sie als Vermögen der Mitteilung wie zugleich als Vermögen sie zu verstehen, kein empirischer Gegenstand wie ein Automat außerhalb des Menschen, was wir ebenfalls zu verstehen haben. Hierbei beantwortet die Frage selbst schon fast die vorherige Frage nach der Kompetenz eines solchen Vermögens der normalen Menschenkenntnis, - die eben die einzige ist, die solches vermag.
Und ebenfalls als ein weiteres Neben- oder paralleles Hauptthema ist mit den anderen verknüpft in diesem Brief nicht anders als auch in der Bibel und im Glaubensbekenntnis die Frage nach dem wahren Gott und dem wahren Glauben.
So finden wir in gleicher Weise im Glaubensbekenntnis wie aber auch in den Schriften der Bibel ein Anliegen, das als das gleiche unserer Zeit nur schwer zu erkennen ist und wissenschaftlich überhaupt nicht nachzuweisen wäre. Vordergründig gesehen ist es ein genau entgegengesetztes Anliegen. Zur Zeit der Abfassung der Heiligen Schrift war der Glaube, ob überhaupt ein Gott existiert, kein Problem, sondern in allen Formulierungen, hinter jeder Aussage und Argumentatiom steht das Bemühen zu betonen, zu unterstreichen und glaubwürdig zu machen, welcher der richtige und einzige Gott ist, und daß und warum Jesus der Weg zu diesem richtigen Gott ist, während im heutigen Kontext immer das Bemühen und die Bestätigung im Hintergrund aller Argumente steht, daß es überhaupt einen Gott gibt, wobei wir heute dann dennoch über verschiedenen Götter, Himmelreiche und Evangelien sprechen und zwar in einer universalen, in einer physikalischen und einer mondialen oder globalen Begrifflichkeit oder Bedeutung. Dies ergibt natürlich ganz unterschiedliche Argumentationsweisen. Aber wann ist der eine christliche Gott - etwa der Gott der Mormonen oder der Gnostiker ein anderer als der katholische christliche Gott oder der protestantische, oder der mohammedanische, und wann ist Krishna der gleiche Gott wie der christliche und wann ist er ein anderer und welcher ist dann der Richtige. Und wann sind es nur unterschiedliche Vorstellungen des richtigen Gottes und wann sind es unterschiedliche Vorstellungen eines falschen, nicht existierenden Gottes? Wie kommt man zu falschen Göttern oder Vorstellungen? Wann machen wir uns mit Bildern, Vorstellungen, Beweisen einen Abgott und beten ihn an? Und schließlich werden wir heute unvermeidlich konfrontiert mit den drei Göttern unserer drei Kausalitätsstufen, 1. Dem Urbeweger, 2. dem antropomorphisierten und 3. dem allgegenwärtigen Gott im Himmel.
Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, daß die heutige Problematik derjenigen vor 2000 Jahren ganz ähnlich oder gleich war. Und gerade hierbei kann uns nur normale Menschenkenntnis helfen, uns dabei einen Bildungsstand mit der entsprechenden Argumentationsproblematik der damaligen Zeit zu vergegenwärtigen.
Ohne zu antworten bedenken wir natürlich zuerst das 2. Gebot und erkennen, daß wir es heute wie damals mit Begrifflichkeit zu tun haben, wie wir beides vor 2000 Jahren gar nicht sehen und verstehen konnten, heute aber bedenken können und müssen.
Und auch hier hat die normale Menschenkenntnis schließlich zu beurteilen, ob eine Argumentation irgend einer Religion, Konfession oder privater Ansicht jeweils in einer konkreten Situation Suche nach dem wahren Gott oder Rechtfertigung einer Theorie oder einer eigenen Ansicht oder ob sie Versuchung, Verführung, Verunsicherung, spekulative Metaphysik, leere Philosophie, reine Konversation oder Geschwätz und Beschimpfung ist, - was ja nicht anders möglich ist, als mit dem Anspruch der eigenen Gültigkeit, wenn ich mich nicht von jeder Argumentation einfangen lassen wollte, - wobei aber selbst über jeder Wahrheit und Gerechtigkeit ein Verstehen und Verständnis des Menschen unserer Gegenwart wie irgendeiner Vergangenheit trotz notwendiger Beurteilung eine Verurteilung und Verdammung und selbst die immer problematische dogmatische Trennung der aufgezeigten Kriterien und deren Aburteilung verbietet, wenn man nicht selbst sofort in solche problematische Position geraten will, was dann auch eben nicht Kommunikation sondern verfremdende Partikularisierung, eben ein Verlassen oder Alleinlassen des anderen wäre.
Dazu darf man nun nicht die ganz neue und zusätzliche Dimension unserer Zeit übersehen, die sich, wie bereits gesagt, aus der mondialen Kommunikationsvernetzung und der damit stattfindenden neuen Sozialisation- und Begriffsbildung ergibt. Und trotz aller Versuche einer reinen wissenschaftlichen Begriffsprache durch Frege, findet diese Kommunikations-vernetzung jedoch und gottlob weiter in der Normalsprache statt, womit das normalsprachige Denken nicht nur in der Techno-, Rock- und Popszene, nicht nur in Funk und Fernsehen sondern auch in der theologischen - und nicht nur der populistisch-theologischen Theoriebil-dung an Macht gewinnt - was keineswegs unbedingt auch Gewinn an Qualität sein muß, aber doch Realität ist. Für die Theologen wird mein Vokabular und meine Argumentation deswe-gen zum Teil gänzlich fremdartig und vielleicht abwegig erscheinen. Natürlich hat der wohl allgemein heute akzeptierte Theologe Prof. D.H. Braun aus Mainz in seiner ausgezeichneten Arbeit über das Christentum (Fußnote 14) weiterhin recht, wenn er unter den beiden möglichen Gesichts-punkten unterscheidet, daß 1. der Glaube und damit Christentum überhaupt in dem privat gelebten wie erlebten Glauben an Gott und Jesus besteht, während 2. Christentum auch als geschichtliche Folge vom geschichtlichen Jesus her und von den Anfängen des Kerygmas her gesehen werden kann und muß, das sich im Wortlaut des Neuen Testamentes und ja auch unseres Glaubensbekenntnisses überliefert hat. Recht hat Braun zwar ebenfalls, wenn er das Lesen des Neuen Testamentes für einen Christen derart versteht, daß dabei die außerbiblische Begrifflichkeit unserer normalen Sprache außer Acht gelassen wird, wie ich es am Beispiel der Himmelfahrtsfrage eines 10jährigen Mädchens ja auch demonstriert habe, aber ganz so beziehungslos zum normalen Leben oder zum Normalsprachigen wäre der Glaube in der Tat eine Art Schizophrenie und erst dann ohne die Möglichkeit einer Verunsicherung. Ebenfalls richtig und ausgezeichnet ist seine Aussage, daß die christliche Botschaft eben nicht nur eine reine Kreation des Kerygmas als Lehre über und nicht von Jesus selbst sei, sondern daß der Beginn des Kerymas selbst ja dadurch entsteht und auch verständlich und glaubwürdig wird, daß die nachösterliche Predigt zu einem neuen und zwar eigenen Verständnis der Lehren Jesu führt, die man aber vorher von Jesus selbst gehört hatte. Dies ist bei den Jüngern und Aposteln selbst nicht anders als vielleicht bei vielen aus dem Volk und führte in der Gemein-schaft zu einer neuen Begriffsbildung, die wir im alten Glaubensbekenntnis wiederfinden.(Fußnote15)  . Aber dieses ist eben mehr als nur ein sprachliches Phänomen der Mitteilung, sondern bedeu-tet, wie oben ausgeführt, nun eigene Gültigkeit des eigenen Erkennens.
Rein formal wissenschaftlich und geschichtlich gesehen ist es vielleicht tatsächlich derart, daß sich zufällig eine der vielen jüdischen Sekten stabilisiert und durch günstige Umstände derart ausbreitet, daß sich Leute mit einer gleichen Begrifflichkeit und damit mit gleichen Vorstellungen, Erwartungen, Zielen und ethischen Grundsätzen zusammentun und immer mehr Mitglieder gewinnen. Was vielleicht im alltäglichen Kirchenbetrieb und unter den Vorstellungen, Erwartungen, Zielen und ethischen Grundsätzen dann oft auch verdeckt wird, ist aber doch auch weiterhin das eigentliche Ereignis, was Braun unter den 1. Gesichtspunkt äußert, daß der Himmel für jeden offen ist mit dem Erlebnis der eigenen Gültigkeit vor Gott als neue Existenz, die über die irdische hinausgeht, als neuer Mensch - eben nicht nur als jemand, der sich nun ordentlich benimmt.
Dennoch bleibt die Kirche im Dorf. Wenn auch unter dem mystischen Erlebnis der Einzelne das Außerordentliche nun auch in einer sozialen Sonderrolle bestätigt haben möchte, - es ist etwas anderes als nur Jubel, sondern besonders für andere auch ein normales, zwischenmenschliches Problem, durch das es einmal notwendig wird, dieses zu regeln, wodurch sich zum anderen eine neue Gemeinschaftsform, eine neue moderne Sozialstruktur entwickelt, in der jeder gültig und außerordentlich ist, und zwar nicht bedingt durch Herkunft, Stand, Besitz, Bildung, Intelligenz und Ansehen, was dann in der sozialen Einordnung und Unterordnung nicht die Ungültigkeit der eigenen Erkenntnis bedeutet. Dies kann nicht durch Satzung und Proklamation geschehen. Worauf ich hinaus will, ist eben weniger eine genaue Beschreibung der Entwicklung, sondern die Betonung der Rolle der normalen Menschenkenntnis. Es ist verständlich und logisch daß heute wie im Kerygma das Formelle, das Theologische, Christologische, Theoretische um so mehr thematisiert und damit in problematischer Weise in den Vordergrund gerückt ist, weil es geklärt werden muß aber dabei das wesentliche verdeckt, je mehr es um Ämter, um Anerkennung, um Ehrgeiz, Streit, Rhetorik, Anfeindung von Außen, um Charisma und Autorität, - aber gerade deswegen auch um normalmenschliche Klärung und Ordnung geht. Bei Paulus mehrfach als Selbstverständlichkeit eingefordert, wird dieses in der Fußwaschung des Johannesevangeliums bereits durch die Plazierung an dieser zentralen Stelle als altes Problem deutlich und entsprechend thematisiert aber kaum in dieser Grundsätzlichkeit deutlich und verständlich. Überspitzt ausgedrückt würde ich sagen, daß dem Laien die jeweiligen Formen und Sprachregelungen, die Themna und Resultat solcher Streitereien sind, relativ gleichgültig lassen. Die Laut- und Problemlosigkeit, in der mit der konfessionellen Aufteilung Deutschlands die Gebiete mal protestantisch, dann wieder katholisch und dann wieder protestantisch werden konnten, zeigte doch, wenn auch bis heute von der professionellen Theologie kaum reflektiert und aufgearbeitet, daß gerade all das, was man dann diese oder die gegenteilig akzentuierte Faktizität nennen könnte, wenn auch nicht ohne aber doch von eigentlich untergeordneter Bedeutung ist.
Diese Einordnung wird natürlich insbesondere für einen protestantischen Theologen zuerst wie eine ungeheure Ignoranz und Verkennung der Reformation und der Leistung Luthers erscheinen, bedeutete die Reformation doch die Überwindung des finsteren Mittelalters in Sprache, Bildungswesen und Kultur Europas und führte doch letztlich zur Reformierung auch der katholischen Gegenseite. Trotzdem ist für die Allgemeinheit bzw. für den einzelnen der Allgemeinheit sein persönliches Verhältnis zu Gott und sein Verhältnis zur Allgemeinheit vorrangig und zwar nicht als Dummheit und Ignoranz, wie dieses dem Professionellen erscheinen wird, sondern vereinfacht ausgedrückt, in der weit grundsätzlicheren Vorbedingung, daß man erst einmal überhaupt etwas denken und glauben können muß, ehe man über die unterschiedlichen Thesen des Wie und Was des Denkens und Glaubens urteilen oder entscheiden kann.
Und dazu gehört dann auch der Wortlaut des Glaubensbekenntnisses? Der Laie, der Privatmensch oder das Subjekt ist der eigentlich Heilige, der im Alltag seines Glaubens über diesen außersubjektiven „grauen Theorien" steht, wie es Goethe umschreibt.
In seiner privaten Frömmigkeit braucht und besucht er die - oder eben eine - Gemeinschaft (der Heiligen) aus einem starken ganz normalmenschlichen Bedürfnis heraus, das es zu verstehen gilt, für das er sehr viel an Konzessionen zu zahlen bereit ist, was es ebenfalls zu verstehen gilt. Und liegt es nicht auf der Hand, daß gerade die regional bestimmte Stabilität und Gültigkeit der orthodoxen Ostkirchen wie der weniger formal bestimmten Westkirchen auf die Zweitrangigkeit und Zufälligkeit des theoretisch Formalen für den Glauben hindeutet, wobei man aber eben diese Zufälligkeit, wie schon gesagt, unterscheiden muß von spekulativer Beliebigkeit, wobei dieses Bedürfnis zur Gemeinsamkeit wie auch die scheinbare Gleichgültigkeit bezüglich bestimmter Formen und Details aber trotzdem oder gerade deswegen einerseits entsprechend mißbraucht und ausgenutzt werden kann und ausgenutzt und mißbraucht wurde und wird, womit andererseits durch ständige Präzision, Theorie, Regelung und Organisation - eben von Seiten der Theologie - möglichst viel an Mißbrauch abgewehrt werden mußte. Wenn dieses recht verstanden wäre, ergäbe das auch eine zusätzliche Chance für vernünftige interkonfessionelle Gespräche, auch zwischen verschiedenen Religionen aber auch ohne dies ein neues ökumenisches Verhältnis.

Daß der christliche Glaube in dieser Graphik nicht in gleicher Weise wie in jeder anderen Religion spekulativ ist, in welcher mehr zufälligen Form er sich auch formuliert, logisch erklärt und äußert, sondern in Jesus begründet ist, läßt sich schon wegen der Transzendenz der Glaubensinhalte nicht beweisen, sondern nur erleben oder glauben. Jedoch geschieht diese Verknüpfung zumindest durch mich selbst, wenn ich Gott im Namen des geschichtlichen und dann auferstandenen Jesus, oder mit Berufung auf das gesamte Ereignis Jesus anspreche, - wobei dann alle Theorien über dieses Ereignis, über zusätzliche Bedingungen, Vorleistungen, Methoden, über die Kausalität der Soteriologie und Christologie ursprüngliche Theologie ist und in der modernen wissenschaftlichen Theologie in der Tendenz dann mehr Soziologie auf jener 2. Stufe ist, die die bestehenden Ansichten, Lehren, Widersprüche nur aufzeigt, in der Entstehung zu erklären und kausal zu begründen sucht und kommentiert. Dieses kann natürlich in einer offenen Informationsgesellschaft nicht unverbindlich also ohne Rückwirkung auf den Glauben sein.
Diese Graphik mit der Bezeichnung »Begriff« soll aber zuerst plausibel machen, daß es neben und vor allem Streben nach einer wahren Erkenntnis und deren Form oder Formulierung es in diesem Bedürfnis nach der Gemeinschaft der Subjekte eben erstmal weniger um die Wahrheit der Wahrheit, sondern um die Möglichkeit ihrer Gültigkeit überhaupt bzw. um irgend eine Allgemeingültigkeit, Allgemeinverbindlichkeit und damit eigentlich um Erlangung von Begriffe und Sprache geht, d.h. um Verständigung, und, wie es Prauss glaubwürdig entschlüsselt, um das Bedürfnis nach Bewußtsein der eigenen Wirklichkeit. Denn der quasi funktionierende Begriff in seiner bzw. einer allgemeinen Gültigkeit ist die Vorbedingung sowohl für ein Erkennen von etwas wie auch für das Bewußtsein von etwas anderem wie dann auch von sich selbst. Man darf Gemeinsamkeit, wie heute genau aus obigem Grund üblich, also nicht nur als die faktische Überwindung von Einsamkeit und materieller Hilflosigkeit und als Zugehörigkeit zu etwas verstehen.
Die extensionale Allgemeinheit eines Begriffs für Objekte setzt für jede Verständigung, Information und Sprache, - wie auch für das, was Schwering Identität und Ich nennt, also eine soziale Allgemeinheit als Gültigkeitsbereich voraus. Mit einfachen und eigentlich selbstverständlichen Worten: Der Mensch braucht andere Menschen mit irgendeiner Sprache und Begrifflichkeit, um überhaupt Mitteilungen erkennen und sprechen zu lernen für sein Bewußtsein so dringend, wie er Wasser zum Leben braucht, wobei es weniger leicht einsichtig ist, daß er diesen Begriff auch braucht, um überhaupt etwas wie z.B. einen Tisch, eine Farbe oder Form erkennen zu können. Mit solcher Einsicht ist eine Wertegemeinschaft also auch weit mehr als nur ein Komfort für alle Einzelnen. Und es dürfte wohl einsehbar sein, daß man den jeweiligen Gültigkeitsbereich deswegen zugleich selbst aufrecht erhält und verteidigt. Ebenfalls dürfte einsichtig sein, daß dabei die Kompromisse keine Dummheit, Ignoranz und Primitivheit sind. Aber ebenfalls kann aber mit solchem Zusammenhang vor Augen deutlich werden, daß sowohl die extensionale Qualität bezüglich der Allgemeinheit von Objekten wie auch die Struktur dieser sozialen Allgemeinheit in der Begrifflichkeit dann die Art und vielleicht Qualität auch des Bewußtseins bestimmen. Ich verstehe unter solchem Gesichtspunkt die Beschreibung der Landnahme in den ersten Kapiteln im „Richter" wie eine Operation. So wie höhere Tiere eine niedere Begriffs- und entsprechende Bewußtseinsstruktur besitzen als der Mensch, so gibt es einen entsprechenden Art und Qualitätsunterschied auch unter Menschen - auch innerhalb der gleichen Sprache und Religion.
Wie oben bereits gesagt, ist es nun ja gerade die Gültigkeit, die zugleich auch Machbarkeit und Anwendbarkeit von Erkenntnis bedeutet ,(Fußnote 16) was eben auch für die Begrifflichkeit gilt, und was das jeweils mehr oder weniger Zufällige der Form konstituiert, was natürlich im Rahmen von Menschenkenntnis gerade vom Laien auch so gesehen wurde und wird und für die damalige Welt nach Christi Geburt wie auch heute immer ein grundsätzlich Neues bedeutet. Mit der neuen Erkenntnis und der neuen eigenen Gültigkeit ergaben und ergeben sich eben auch entsprechende Anwendbarkeiten.
Und gerade angesichts dieser bewußtwerdenden und ja bereits selbstgemachten mondialen Kommunikation, Sozialisation und den Kommunikationstechniken und Medien unserer Zeit, erkennt man dieses einerseits als eine neue Welt von Machbarkeiten und andererseits als eine Welt der Machbarkeit wie dann natürlich auch der Erhalt- wie Zerstörbarkeit durch den Menschen, - die mit der mondialen Begrifflichkeit aber, wie schon gesagt, zugleich die göttliche, universale wie aber auch die religiös-apokalyptische oder schicksalsbestimmte Dimension verliert. Man kann mit Hilfe einer Kopier- und Druckmaschine eine neue Nation ausrufen und kreieren wie auch neue Sekten und Religionen machen. Man kann aber auch mit genügend Geldmitteln sich theoretisch und auch praktisch bei einer Werbefirma eine Religion mit Anhängern nach eigenen Vorgaben herstellen lassen oder eine Partei. Sowohl solche selbstgemachten Religionen, wie z.B. Baghwan und Scientologie oder Parteien wie die Grünen oder anderes, wie z.B. die selbstgemachte Sprache Esperanto oder wie derart selbstgemachte Nationalitäten, zu denen die USA, Mexico, Argentinien u.s.w. wie aber auch Deutschland als Bismarksche Nation gehören, sind Bedeutungen von Begriffen, deren Allgemeinheit nicht mehr universal ist bis ins Transzendete, sondern mondioal oder global, wie solche Globalisierung oder Mondialisierung dann sukzessive aber auch die Bedeutung der Allgemeinheit aller Begriffe verändert zumindest aber als neue Neben- oder neue Hauptbedeutung oder ganz als Homonym dazu kommt. Auf diese Veränderung will ich zum Abschluß meines Briefes dann detailierter eingehen und hier in diesem Zusammenhang nur folgendes noch ausgesprochen und betont haben: Die überlieferten Auseinandersetzungen um Glaubensinhalte und deren Formulierung von den Anfängen bis in unser Jahrhundert lassen erkennen, daß die Theoretiker sich immer zugleich dem einfachen Urteil der Laien ausgesetzt fühlten, - etwa in einem derartigen Verhältnis von Fachwelt und Laienwelt, daß der Laie beurteilen kann, ob in dem Wesentlichen, nämlich dem Glauben alles stimmt, wobei er die theoretischen Details als „Spitzfindigkeiten" und „Haarspaltereien" ganz richtig als Streit unter Gelehrten diesen auch überließ, während aber heute zunehmend diese Faktizität von Wissenschaftlichkeit, also im Sinne einer platonistischer Eigengesetzlichkeit auch auf jener 2. Stufe als das scheinbar höhere objektive Kriterium in neuer Weise eine Trennung von Gemeinde und Theorie, von Glaube und Wissen zu werden droht und zu einer Verunsicherung führt, die man überspitzt formuliert auch als Trennung von Kirche und Gläubigen befürchten muß. Es ist darin gerade die aufgrund der Erkenntnis gewonnene Anwendbarkeit der Erkenntnis in der mondialen Dimension, wodurch keine Notwendig mehr besteht, den bestehenden Glauben einer Allgemeinheit in alter universaler Begrifflichkeit, wie es Brauer auch formuliert, zu berücksichtigen, der ja auch etwas ganz anderes ist. Sehr verbreitet und verständlich ist denn auch die entsprechende Formulierung von Seiten der Laien: „Ich glaube an Gott, aber nicht im Sinne der Kirche." oder „Ich glaube an Gott, aber nicht an die Kirche." Mit anderen Worten : Der fromme Laie, im Mittelalter vertreten durch Klöster und Mönche, zur Gegenwart hin mehr durch Kirchenräte und Freikirchen, zwang früher damit auch den professionellen Theologen und Wissenschaftler, die Welt vom Glauben her zu verstehen als „credo ut intellegam" wie es Anselm formulierte, während die Umkehrung des Satzes „intellego ut credam" den Glauben auf das Faktizierbare reduziert. Was bringt es aber, wenn ich weiß, daß Jesus ein guter Mensch und Wunderheiler war, der zu Unrecht hingerichtet wurde, wenn alles Übrige gestrichen würde? Und wie soll man beide Sichtweisen miteinander vereinbaren? Und diese auch sekundäre Veränderung sowohl im Verhältnis des Normalsprachigen zur Wissenschaft wie der Problematik selbst gilt es hier vereinfacht und in groben Zügen zu verstehen: Denn die letztere Konzeption „intellego ut credam" bedeutet ja scheinbar die Auflösung der Kirche, das Ende von Glaube und Christentum.
Und eine Veränderung des gemeinsamen Glaubensbekenntnisses nach solchen Kriterien wäre in der Tat einerseits die Verneinung und andererseits nichts anderes, als das Ende des Christentums zu proklamieren. Dies kann man natürlich machen. Und dies macht einen Teil der allgemeinen Verunsicherung im Glauben aus. Andererseits kann und sollte man, nur um das Christentum nicht zu gefährden, - und solcher Averoeismus wäre in der Tat ein Armutszeugnis für unseren Glauben, - einem Wissenschaftler nicht verbieten, öffentlich über Tatsachen nachzudenken, und dies wäre zudem auch nicht zu verhindern.
Das alte mehr natürliche Kontrollsystem, mit der die Allgemeinheit der Gläubigen den begrifflichen Gültigkeitsbereich von Allgemeingültigkeiten und Werten durch die Sozialisationsstruktur und Öffentlichkeit wegen der gleichen Begriffsstruktur aufrecht erhalten, was man - ebenfalls objektiv - eben nicht nur als miese Strategie der Kirche mißverstehen darf, - wodurch der Wissenschaftler gezwungen war, seine Erkenntnis irgendwie mit dem allgemeinen Glauben in Einklang zu bringen, was seit der Aufklärung zumindest noch für die wissenschaftliche Theologie auch weitgehend als Zwang funktionierte, - soweit der Theologe kein Christ war und dies aus sich selbst heraus versuchte, - funktioniert heute aus oben angedeuteten Gründen der Mondialisierung unserer Begrifflichkeit nicht mehr natürlich oder nicht mehr im früheren Sinne, sondern ist dafür aber künstlich machbar. Es gibt denn auch eine Reihe Initiativen privater und institutioneller Art, die, wie schon gesagt, den allgemeinen Glauben als Fundament einer ethischen Wertestruktur künstlich und auch durch Intrigen, durch Politik und Verordnungen, aber auch durch entsprechende Förderung und Begünstigung der einen und Benachteiligung bis zur Eliminierung der anderen zu erhalten suchen, - also nicht nur im Islam, - und sei dies, um Geld für Polizei und Gefängnisse zu sparen, um Kultur und Tradition oder um diesen Komfort einer Wertegemeinschaft zu verteidigen gegen ein kriminalisiertes Chaos, den man fälschlich eben nur durch das religiös funktionierende Gewissen der Allgemeinheit gewährleistet glaubt,. Wo dieses heimtückisch und über Leichen gehend betrieben wird, kann dahinter eben nur Verunsicherung, Unglaube und Unglaubwürdigkeit stehen und ist natürlich kriminell und verwerflicher als einst die viel berufene Inquisition und wird erst recht Schuld und Verunsicherung hervorrufen und auf die Schultern der Gläubigen laden, denen man solches anlasten wird. Denn es gibt ja noch Glauben und auch Volksfrömmigkeit als Allgemeingültigkeit. Solche Machenschaften sind aber eben auch als Weltpolitik machbar und werden in der jeweiligen Gegenargumentation auch entsprechend unterschieden zwischen Öffentlichkeit und künstlich veröffentlichter Meinung als Meinungsmache, gehören aber zu dieser persönlichen wie allgemeinen Verunsicherung im Glauben.
Wie solches Pro ist auch das Kontra, wie es Schwering und die Szene vertritt, in der Form solcher Machenschaften um nichts besser, und wo dieses heimtückisch und über Leichen geht, wie es ja geschieht, ist es natürlich in gleicher Weise kriminell und kann nur zu einem selbstzerstörerischen Teufelskreis und niemals zu einer besseren Welt führen.
Aber wie schon gesagt ist dieser Aspekt der Verunsicherung oder diese Reaktion oder dieser Aktionismus recht vordergründig und begründet für beide Seiten nur die harmlosere Variante von Fundamentalismus. Keinesfalls aber darf man den hochsympathischen Gregor Schwering nun in Panik als den apokalyptischen Antichristen sehen, da er im Gegenteil verdienstvoll die Problematik offen zur Sprache zu bringen und Aussprechbarkeit herzustellen versucht, was in der Gegenwart sonst nur Prauss gelingt.
Denn unverstanden sind beide Seiten in ihrer Verunsicherung ja die Folge der gleichen Sprachlosigkeit und Begriffsverwirrung. Denn im Grunde wissen dann beide Seiten nicht mehr, wie überhaupt jemand an die Jungfrauengeburt und die Auferstehung Jesu glauben konnte - außer durch betrügerische Tricks mit betrügerischer Absicht, die man nun auch selbst anwendet - und verstehen beide Seiten im Grunde nicht, wie die Allgemeinheit, die dann eben als dummes Volk gesehen wird, solches noch ernsthaft glaubt.
Die Veränderung der Allgemeinheit einer Wahrheit oder Bedeutung in unseren Begriffen vom Universalen und Provinziellen zum Mondialen.
Die Reflexion auf den Begriff.
Die Situation solcher Verunsicherung und Reaktion ist in anderen Religionsgebieten wie in Vorderasien, Indien und im Islam ganz ähnlich wie bei uns.
Diese Veränderung in der Begriffsstruktur, die zumindest als zusätzliche Reflexion in einem gemeinsamen christlichen Glaubensbekenntnis auch eine entsprechende Veränderung rechtfertigt und vielleicht auch notwendig macht, kann ich ebenfalls nur kurz umschreiben..
Sie betrifft zum Teil ebenfalls alle Religionen und Kulturen und ist aber ebenfalls noch nicht das grundsätzliche Problem, geschieht jedoch weniger vordergründig:
Die soziale Allgemeingültigkeit jeweiliger Begriffsbereiche von Begriffsinhalten als Wahrheitsfunktion erfährt sich heute selbst im Rahmen der Internationalisierung als nur begrenzt gültig.
Dies ist vielleicht mit den begrenzten Gültigkeitsbereichen der jeweiligen Sprachen leichter anschaulich zu machen, ist aber nicht mit solchen identisch und auch nicht ganz mit dem, was wir als Kulturbereiche bezeichnen. Einerseits akzeptiert und tolleriert man seit einigen Jahrhunderten mehr oder weniger andere Gültigkeitsbereiche, während andererseits insbesondere seit unserem Jahrhundert - nicht zuletzt durch die Weltkriege und die Ost-West-Konfrontation forciert - die mondialen Allgemeingültigkeiten die jeweiligen partiellen Begriffsbereiche überlagern, verändern oder ersetzen. Und dies ist dabei zum Teil faktisch eine unproblematische mondiale Erweiterung der jeweiligen begrifflichen Gültigkeit wie durch die relativ gleiche Schul- und Berufs- wie Universitätsbildung und durch die Kenntnis und Benutzung gleicher Technik und Informationsmedien, zum anderen Teil aber nur scheinbar eine Erweiterung, in Wirklichkeit aber eine fundamentale Verengung des Horizontes und der jeweiligen begrifflichen Bedeutungen mit der entsprechenden Auswirkung auf unser Bewußtsein.
Was ist ein Begriff? Das Bertelsmann Lexikon definiert ihn zwar sehr einfach und simpel aber wohl so, wie er allgemein gehandelt wird: „Der Begriff ist die Gesamtheit der unveräußerlichen Merkmale einer Sache oder eines Sachverhalts (das Wesen, das Wesentliche, das Allgemeine); die mit einem Wort als gültig gesetzte Einheit dieser Merkmale; der aussagbare, definierte Bedeutungsinhalt eines Wortes."(aus: Bertelsmann Universallexikon 1995).
Der Begriff ist aber kein Gegenstand mit einer Ausdehnung, Farbe und einem Mechanismus, der in bestimmter Weise funktioniert. Und obwohl er für ein Erkennen Vorbedingung und der Mensch in seiner Bewußtwerdung von ihm geradezu abhängig ist und er Bestandteil der Sprache ist, die samt der Begriffe scheinbar ganz unabhängig von dem einzelnen Menschen existiert - auch wenn sie keiner mehr spricht, - wie etwa das Latein, sondern , wie bereits beschrieben, ein Vorgang, und zwar ein solcher, der in seiner ganzen Komplexität eher als Verzerrung verständlich wird, wenn ein Mensch etwas erkennt.

Wie wenig man in ihm Fakten vorfindet, soll die folgende Überlegung zeigen.

Wir wollen ja aus gutem Grunde, und nun im anderen Sinne, die Kirche im Dorf lassen.
Dies aber geht nun mal nicht, wenn man Jesus, wenn man das Evangelium und die Geschichte, Tradition und Theologie mit allen Erkenntnissen aufgibt.

Die moderne Elementarteichenphysik bietet sich zur Denkhilfe gut als Analogie an, die Praussche Philosophie in der Weise auszumalen und weiter zu denken, nämlich zuerst als das, was wir von unserem gewohnten Weltbild noch weiter aufgeben oder abstreichen müssen. (Fußnote 17 Spätestens seit Kant wissen wir, daß die Farben nicht an den Gegenständen außerhalb von uns existieren, sondern in gewisser Weise erst von uns selbst in unserer Anschauung den Gegenständen angehängt werden. Photonen oder Lichtwellen, die vom Gegenstand reflektiert in unser Auge gelangen sind ganz sicher farblos.
Daß heißt

7ô, daß wir von unseren Wahrnehmungen, das heißt aus der ganzen Welt die Farben wegdenken müssen. Dazu gehören allerdings auch alle Grauschattierungen und jedes Hell und Dunkel, wie jedes Licht überhaupt.
Das heißt
7ô: Die Sonne und ein Tag ist nicht hell.
7ôWas für die Farben gilt, gilt nicht anders für Laut und Leise, für Warm und Kalt, für Weich und Fest, für alle Gerüche.
Das heißt:
7ô Dort draußen ist keine leuchtende Sonne,
7ô keine funkelnden Sterne,
7ô kein blauer Himmel,
7ô keine grüne Wiese in der Pracht herrlicher Blumen geschmückt.
7ô kein weißer Schnee,
7ô kein wärmender Ofen,
7ô keine Musik,
7ô keine vertraute Stimme.
Dieses gilt nun nicht nur für alles, was wir draußen um uns herum zu erkennen meinen, also für unsere Außenwelt, sondern auch für unsere eigenen Körper und Gefühle. Behelfsmäßig bei diesem ersten Schritt wollen wir uns vorstellen, daß in einem praktisch leeren Raum und Vakuum nichts als winzige Elementarteilchen herumschwirren, die von Frank und seinen Gedanken nichts wissen können und sich dann auch nicht danach richten, ob Frank ein Fenster öffnen will, sondern sich ausschließlich nach den physikalischen Regeln gewisser Urkräfte wie Gravitation und Elektromagnetismus bewegen. Man könnte vielleicht ja einwenden, daß ich mit der Handbewegung bei einer Handlung die Atome des Fensters ja milliardenweise verschiebe, so daß dann doch eine Fensteröffnung stattfindet. Dieses wäre richtig, wenn meine Hand eben nicht ebenso nur aus solchen Elementarteilchen bestünde, die in gleicher Weise ja nichts von meinem bzw. Franks Entschluß zu einer Handbewegung wissen können, durch die die Milliarden Atome des Fensters dann ihrerseits bewegt würden.
7ô Also keine Haut,7ô keine Oberfläche,
7ô kein schönes Gesicht,
7ô aber es gibt auch keine roten Muskeln, keine Sehnen, kein Blut und keine Knochen,
7ô keine Bewegung durch eine Handlung.

Nun könnte man bei dem Aufgezählten noch einwenden, daß statt dessen aber irgendwas, eben diese Elementarteilchen in größerer und geringerer Dichte und Geschwindigkeit und Bewegung dennoch aber wirklich hinter solcher Wahrnehmung oder Anschauung stünde, so daß es eben doch unser Leben gibt zwischen Gestern und Morgen, daß es Groß und Klein, Leicht und Schwer, Mikrokosmos und Makrokosmos, daß es also eben doch dahinter die realen Objekte Himmel und Erde gäbe, - nur eben aus solchen Teilchen zusammengesetzt.
Aber wir müssen noch einen weiteren Schritt tun, um auch diese Illusion noch abzuschütteln.
Denn so sicher, wie man erst recht Zeit und Raum nirgendwo sehen und wahrnehmen kann, sind diese beiden Apriori auch erst recht und vor allem anderen eine Konstruktion nur für unsere Anschauung und wir haben damit nicht eine Wirklichkeit außerhalb von uns oder in uns.
Und das heißt dann weiter,

7ô daß wie auch Raum und Zeit von all unseren Anschauungen abziehen müssen,
7ô also kein Gestern, Heute und Morgen,
7ô keine Lebenszeit,
7ô keine Zukunft,
7ô keine Weite, Nähe, Größe und Winzigkeit,
7ô kein Herumschwirren oder Kreisen von Planeten, Sonnensystem oder Galaxien,
7ô wie auch nicht von Elementarteilchen, wozu ja Raum und Zeit die Vorbedingung wären,
7ô kein Vakuum,
7ô keine Anziehung, keine Gravitation und kein Elektromagnetismus,
7ô keine Wellen jedweder Art,
7ô keine Lichtwellen und keine Photonen, die in unser Auge gelangen könnten.
7ô Ohne Ausdehnung schmilzt damit die Welt mit allen Universen mit aller Freude und allem Leid zu einem Punkt oder Gedanken zusammen.

Wer Gott mit einem dieser Attribute oder mit dem ganzen phänomenologischen Spektrum gleichsetzt, das wir hier gestrichen haben, hatte einen Abgott, ein Abbild unserer Anschauung und muß ihn ebenfalls streichen.
Ein heutiger Wissenschaftler würde dem leidgeprüften Hiob in seinem Unwillen gegen Gott vielleicht diese Aufzählung von notwendigen Negationen vorgehalten haben und Hiob würde in seinem Hader noch ärger Gott vorgeworfen haben, uns auf einem Jahrmarkt irrezuführen, wo man Kindern Attrappen aus Holz, Plastik und Gips für wirkliche Pferde, Autos, Flugzeuge und Feen vorgaukelt, womit wir unser Leben in einem billigen Spiel verbringen, das Gott mit uns treibt.
Als der bereits erwähnte Rudolf Augstein, der zweimal vor unberechtigt selbsternannten Machthabern über das Recht den Kniefall verweigerte und deswegen von westdeutschen Seilschaften einst zu Unrecht ins Gefängnis geworfen war, kam er dazu, die Bibel zu lesen, - was ja wohl zur Allgemeinbildung gehört. Dort las Augstein das Vaterunser und rümpfte dann öffentlich die Nase über den armen Jesus als ein Mensch der 3. Welt mit geringem Wortschatz, weil er seinen Gott ums tägliche Brot bat, - während die Deutschen damals bereits eher darauf achten mußten, nicht an Überfluß zu verenden. Falls nun Augstein an Gott geglaubt hätte und auch für andere als die eigenen Fragen oder Antworten darauf offen gewesen wäre, hätte Gott den Empiristen vielleicht gefragt, wie er ohne das Geschenk des Hungers und Appetits und der Farben unter den Elementarteilchen in einem lichtlosen Raum, - denn an den glaubt ja der Empirist, - nun die richtigen Milliarden Mesonen, Nukleonen, Hyperonen, Baryonen, Ionen und Atomen herausfinden und in genau richtiger Weise an sich, d.h. an jeweils ganz bestimmte andere Atome binden würde, aus denen der Mensch besteht und die der Mensch mit jedem Bissen Brot zu sich nimmt, um bei Bewußtsein und Gesundheit zu bleiben, von denen es in jedem Bissen zudem jeweils ja so viele Sorten gibt, daß alle Komputer unserer Zeit nicht die Bahnen in jenem Vakuum einzelnen berechnen könnten, womit das Problem, sie richtig in einem Verhältnis zu anderen Milliarden Elementarteilchen zu dirigieren, damit durch einen ganz bestimmten niemals gleichen Wechsel der Bewegung, - denn nur aktiv leben wir, so etwas wie eine stabile menschliche Erkenntnis und ein stabiles Bewußtsein entsteht, ja wohl unlösbar sein würde, da sich in jenem Raum ja alles nur nach den Gesetzen der Urkräften bewegt, wobei Erkenntnis und Bewußtsein selbst ja ganz sicher keine Gegenstände sind, die man durch irgend eine Kraft irgenworan anbinden könnte. Und Gott würde vielleicht den evolutionsgläubigen Augstein gefragt haben, wie denn aus zufälligen Konstellationen + Entwicklung aus farblosen Atomen so etwas wie eine Farbe Grün entstehen könne, und wo dann diese Farbe wäre, da sie doch nicht an jenem Gegenstand der Außenwelt und auch nicht an den Photonen und auch nirgends im lichtlosen geschlossenen Gehirn sein könnte, wie die Farbpalette auch nicht in einem sezierten geöffnenen Gehirn auffindbar sei; und als was denn nun „Grün" in jenem Vakuum herumflöge, wo es nichts gibt, das grün und farbig sein könnte. Und Gott würde vielleicht fragen, wie es Augstein denn bewirken wolle, daß sich Elektronen und Atome nun nach seinem Willen und nicht oder zugleich nach den Gesetzen der Urkräfte bewegen, ob er vielen Myriaden der Urbausteine Befehle geben oder sie bitten wolle, damit so etwas wie eine Armbewegung zustande käme und doch das Universum nicht in ein Augsteinsches Durcheinander geriete. Und Gott würde Augstein gefragt haben, da ja für Gott und für eine Handlung Gott in diesem Universum kein Platz sei, wo Augstein denn den Menschen finden wolle.
Und Gott würde vielleicht fragen, wo in oder neben den empirischen Elementarteilchen und Urkräften denn nun Liebe und Haß, Zuneigung und Abneigung, Hunger und Sättigung, Lüge und Wahrheit herumflögen.
Hiob an Augsteins Stelle, für den die Existenz Gottes überhaupt keine Frage war, hätte seine Hand auf den Mund gelegt und nur geantwortet, daß ihm dieses zu hoch und zu schwierig sei, - als Antwort und reflektierende Haltung ja wohl die Voraussetzung, um nicht unversehens auf den Knien vor einem Irrtum und Abgott zu liegen, wie es Prauss richtig schildert, wo immer eine Erkenntnis mit dem Erkannten gleichgesetzt wird, was Schwering zurecht, - wenn wohl auch nicht ganz in diesem Sinne gemeint, - als Gleichsetzung von Symbol und Bedeutung beschreibt. Zu solcher unhaltbaren Lösung dieser Problematik gehört sicher auch die Vorstellung Heideggers, da wir ja theoretisch zwar nicht, aber in Wirklichkeit wohl doch leben, daß vor aller falschen oder richtigen Erkenntnis und Wissenschaft ein „vorprädikatives Sehen", Erkennen als Umsorgen, Verhalten oder Handeln „des" im oder zum „Zuhandenen" bestehe. Fußnote 18 
Ehe wir nun die Trümmerstücke unserer „Wirklichkeit" wieder zusammenbauen, lohnt sich ein Blick auf unser altes Glaubensbekenntnis, in dem ja in jedem Satz das empirische Gefängnis durchbrochen und darüber hinaus gewiesen wird. Und dieses eben nicht einfach systematisch ganz beliebig und spekulativ, wohin auch immer der Durchbruch in eine Transzendenz offengelegt wird oder hinführt, wie es zu allen Zeiten Okultismus und Zauberei und in unserer Zeit spekulativ die Flut von esoterischen Ismen als Widerspruch zu jeder Vernunft zu irgendwelchen Machenschaften trieben, sondern gebunden, gerichtet, orientiert an der einst empirisch erlebten und bis heute transzendent erkannten und erlebbaren lebenden Person Jesus als Gott.
Und in allem würde in und mit unserem Glauben gerade das Irrationale nicht gestrichen, womit das empirisch Rationale vor der irrigen, falschen Position des Einziggültigen geschützt ist, und womit gerade durch dieses Irrationale, Unbeweisbare, Unglaubwürdige die Verunsicherung nicht nur abgemildert, sondern worin gerade der Auferstandene - und nicht nur die historische Person - zum Eckstein, zum Felsen und Angelpunkt wird und damit auch erst eine irreversible und auch menschenfreundliche Entwicklung von Wissenschaft ermöglicht ist, deren eigentliche, leicht übersehbare Qualität ja gerade - ganz entgegen der Aristotelischen Annahme - eben darin liegt, statt sich als Lehre zu dogmatisieren, daß sie sich selbst und jeden Augenschein grundsätzlich von jedem infrage stellen läßt.
Denn erst ihre Dogmatisierung und Axiomatisierung würde wie oben dargestellt bedeuten, den Menschen auf jene 1. didaskalische Stufe einzusperren, womit sich der Dogmatisierende dann selbst negiert, da auf ihr kein Leben, kein Mensch und keine menschliche Handlung und dann auch kein Gott existieren würde.

Aber auch trotz solcher selbst vorgegeben oder mehr oder weniger bewußt unüberschreitbaren Gültigkeitsgrenze der Wissenschaften, indem sie so etwas wie Freiheit und den persönlichen Glauben eines jeden an Gott zumindest toleriert, indem sie sich bewußt bleibt, die menschliche Deteminiertheit wie die Nichtexistenz Gottes nicht beweisen zu können, und selbst von der indirekten Übermacht durch Dignität, gesellschaftliche Stellung, Bildung,  Denkvermögen und rhetorische Überlegenheit abgesehen, was, wie schon gesagt, ein eigenes wichtiges Kapitel für sich ergäbe, droht Verunsicherung, Entmündigung und Ungültigkeitserklärung des Individuums durch Wissenschaft und Professionalität noch von anderer Seite, und zwar als eine an uns herangetragene ständige Versuchung zum Fehlverhalten; und auch dieses keineswegs nur innerkirchlich sondern allgemein, und zwar als Fehlverhalten nicht einmal durch den bösen Versucher und Verführer gewollt, sondern durch den Versuchten und Verführten selbst, dem unser allgemeines Glaubensbekenntnis und das Evangelium durch Jesus wie eine Mauer entgegensteht, weswegen diese Versuchung in diesem Fall auch weniger den Christen trifft, ihn, wenn auch gemildert aber dennoch verunsichert:
Bei der zunehmenden Professionalisierung und der Topoi einer weltweiten Begriffsbildung menschlicher Umwelt, kann es, wie schon gesagt, zu einer Verformung solcher gesunden Menschenkenntnis kommen, wenn z.B. ein Arzt und Anatomist mich und meinen Körper besser kennt, als ich selbst, obwohl er mich nie gesehen hat, wenn ein Psychologe meine Gefühle und Reaktionen besser kennt, als ich selbst, wie auch der Soziologe meine Absichten und der Politologe meine Bedürfnise, wie dann auch auch der Theologe meinen Glauben, so daß ich mich selbst mit meiner Meinung nicht nur ganz unwichtig, sondern auch betreff meiner Existenz inkompetent und entsprechend ohne Wert und Verantwortung fühlen kann, was aber auch für jenen Theologen, Arzt, Psychologen, Soziologen und Politiker als Privatpersonen gilt, so daß dann doch solche Borniertheit zum Tragen kommt, als spiele die individuelle Absicht und Ansicht eines Individuums keine Rolle, oder nur die des Störenfriedes und Spielverderbers, wie es Schwering ausdrückt, der genau auf diese Problematik auch hinweist. Die Schlußfolgerung allerdings, oder die der von ihm angeführten postmodernen Theorie, daß solche private Inkompetenz auch des Professionellen zu einem deterministischen Spinozismus führe, ist als Beschreibung oder Bezeichnung eines verbreiteten Denkfehlers innerhalb der Szene natürlich zu diskutieren, bezeichnet aber einen Denkfehler bezüglich oder eine Fehlbeurteilung des konkreten Wissenschaftsbetriebs, der ja nicht wissenschaftlich abläuft, wie auch des Ämterwesens, des Staatsbetriebes und natürlich auch des Kirchenbetriebs, was eben nach Einsicht ganz normaler Menschenkenntnisschon deswegen nicht ganz stimmt, weil alle professionellen Ämter ja von Menschen besetzt sind, die neben ihrer Fachausübung ganz normalmenschlich ihren Job anstreben, erkämpfen, verteidigen, mit ihm eine gesellschaftliche Stellung und Rolle verbinden und ihn schließlich weitergeben, und deren professionelle Handlungen schon dadurch von subjektiven außerberuflichen Motiven und von recht viel Beliebigkeit der jeweils freien Entscheidung des Amtsinhabers überlagert sind, was man durchaus ja als die unvermeidliche negative Seite jeder Institution oder Organisation sehen kann, wobei andererseits ohne diese unorganisierbare, außerberufliche entsprechende Erfahrung und Menschenkenntnis kein Beamter seine Aufgabe überhaupt verstehen oder ein Anliegen eines Klienten beurteilen könnte, dessen Situation, Intention und Strategie ja immer ebenfalls in genau ebensolcher Subjektivität auftritt. Und es ist einsichtig, daß Staat oder Organisation ohne einen außerprofessionellen ethischen Überbau und nur durch perfekte Sachlichkeit und vielleicht noch durch preußischen Drill zu verwirklichen weltfremd wäre - es sei denn Staat und Bürger bestünden aus kompatiblen Robotern, wobei dann der Staat und jede Organisation auch überflüssig wären.
Auf- und Niedergang der Hochkulturen.
Man kann sagen, daß auch die alten Hochkulturen nur über die Existenz eines ethischen Überbaus her entstehen und bestehen konnten und im Zuge der Entwicklung ihrer jeweiligen Wissenschaft und Erkenntnis von dem Augenblick an zum Untergang verurteilt waren, in dem die Wahrheit bzw. Unwahrheit als Unhaltbarkeit der ethischen Basis durchschaut wurde, daß etwa Re alsein toter lebensfeindlicher Himmelskörper oder Bal als ein leicht zu betrügendes Phantasieprodukt entlarft wurden - man mochte diese Wissenschaft und deren entlarfenden Erkenntnisse auch noch so lange in einem esoterischen Zirkel geheimhalten und die Moral durch künstlichen Aberglauben, durch Gewalt, Terror und Angst untermauert haben, so mußte gerade durch den Terror und die Unbegründetheit der ethischen Normen, die normale Menschenkenntnis zu Korruption und Despotismus führen, dessen Gipfel an Korruption oder Verlegenheit dann die Beanspruchung des Göttlichen durch den Herrscher sein konnte. Und vermutlich gibt es und hat es zu allen Zeiten der Geschichte und auch der Kirchengeschichte und auch innerhalb der Kirchen Leute gegeben, deren Apologetik durch das Vorzeichen einer solchen Vernunft und Einsicht bestimmt wurde, - vereinfacht etwa derart: „Das Geld, das wir in die Kirchen investieren, ersparen wir uns an Konflikten, Problemen, Polizei und Gefängnissen.", und sicher ist solcher Art Funktionalisierung Gottes und des Glaubens oft nebeneinander als Unglaube oder schwacher Glaube oder Verunsicherung mit einem echten Glauben vermischt. Und wenn auch in solcher Rechnung die Wertung Gottes dabei auf der einen Seite gegen Null tendiert, heißt dies nicht, daß seine Existenz davon berührt oder gemindert würde.
 
Dieses vordergründige Verständnis der ethischen Seite des Glaubens mag sogar bei der Verfassung unseres gewohnten Glaubensbekenntnisses erkennbar sein oder überhaupt sogar in dem Bedürfnis zu einem solchen. Es wäre in der Tat, wo es dabei von der Nennung einer Handlung Gottes (als Akt der Liebe, Gnade, Erlösung, Hilfe) zu einem Gesetz würde (im Sinne von Römer 6) aber eigentlich Rückfall in einen Materialismus oder in den didaskalischen Empirismus, in dem Gott auf der 2. Stufe oder auch der Mensch auf der 1. Stufe ausgeklammert wird und bei dem er in dem empirischen „Wie" eines Ereignisses diese künstliche Wahrheit anbetet, wie es Prauss in seiner Polemik  (Fußnote 19genau treffend illustriert.
Dennoch oder gerade hierin hat Schwering bzw. die von ihm angeführte postmoderne Diskussion recht, wenn er in der linken oder auch ultralinken Szene der Gegenwart einen Spinozäischen Glauben beobachtet derart, daß alles, also der Lauf der Welt wie das eigene Schicksal, schon irgendwie gehe (irgendwie verstanden als Netz rein ursächlicher Verknüpfungen) und von irgendwo anonym besorgt sei, von selbst laufe, und zwar in „Correlation" mit dem didaskalisch „autarkem Mechanismus der Welt" oder des Himmels wie auch auf Erden einer von selbst ebenso funktionierenden Konsumgesellschaft. Was Schwering nicht eigens untersucht oder erkennt ist das mehr neckisch, frech, spontan, „eigen" selbstgemachte des „eigenen Universums, das man „gegen zersetzenden Arbitrarität (bzw. Moral) dieser alten Weltordnung immun glaubt", das sich als neues Universum, als Alternative zu dem Bestehenden zwar proklamiert, und man sich selbst wie denn auch die möglichen Folgen dabei aber wohl nicht richtig ernst nimmt. Der Denkfehler darin, als der fehlende Gedanke, dem wohl auch die großen Linken wie Marx, Engels unterlagen,( der versteckt nicht anders aber auch in den Kirchen, Parteien, Vereinen und Institutionen zu finden ist,) liegt in dieser platonistischen Annahme, als sei Zivilisiertheit und Anständigkeit etwas derart Selbstverständliches, daß man sich auch dann noch darauf verlassen kann, wenn man es bekämpft, ablehnt, ignoriert oder abschafft, wie sich ein Dieb darauf verläßt, daß man ihm seine Sachen nicht einfach klaut oder klauen darf.
Die professionelle und institutionalisierte Tätigkeit des Politikers, des Arztes, des Psychologen u.s.w. funktioniert allerdings rein theoretisch auch ohne altruistische Motivation oder persönliches Verantwortungsgefühl, so wie in dem Beispiel der rein deduktive und mechanische Vorgang des Öffnen eines Fensters ganz ohne Franks Absicht funktioniert, wobei es aufgrund gesunder Menschenkenntnis aber borniert wäre, die Möglichkeit einer solchen Absicht zu bestreiten.
Daß in der Gegenwart aber recht verbreitet von professionellen Ämtern ziemlich pessimistisch keine persönliche Überzeugung, kein persönliches Gewissen und keine persönliche Verantwortung - es sei denn eine vermessene - angenommen wird und man sogar eine mögliche gute Absicht bestreitet, zeigt auf eine Verformung oder zunehmende Weltfremdheit oder eben auf eine allgemeine Verunsicherung normaler Menschenkenntnis hin, die als Phänomen der Postmodernen eben nicht mehr nur den Christen befällt.
Und dabei habe ich hier als Beispiel nur einen sehr kleinen, passenden Ausschnitt dieser Beschreibungs- und Verstehensproblematik angeführt.
Aber selbst, wenn man rein statistisch das „Postmoderne Ding", die Technoszene, die Schwering vertritt, als eine kleine verirrte Minderheit einordnet und als Träger eben nur einer partiellen Verunsicherung, die sich zudem nur in einigen hochindustrialisierten Weststaaten etabliert, und die man vielleicht sogar als Zivilisationskrankheit einordnen und abtun könnte, so darf man angesichts der mondialen Vernetzung der Welt durch Kommunikation und Mobilität und der Vorbildrolle dieser reichen Länder für die Entwicklung aller anderen nicht übersehen, daß von hier aus eben auch Begriffsbildung in alle Sprachen hinein stattfindet.
Die folgende Illustrierung dieser neuen mondialen Situation am Geschehen unseres Jahrhunderts ist sehr sehr vereinfacht und in Wahrheit, wie schon gezeigt, viel komplizierter und soll hier nur die gefährliche Dimension neuer Machbarkeiten sichtbar machen: Angesichts des offensichtlichen nationalistischen Irrsinns des 1. Weltkrieges, wo sich trotzdem Millionen Menschen mit dem Segen aller Kirchen mit heller Begeisterung gegenseitig umbrachten, versuchten und proklamierten die "Linken", unterstützt von den modernen Künstlern, insbesondere von DADA und vielen Intellektuellen, den Irrsinn mit dem darin verwobenen Glauben und die kolonialistische Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit abzuschaffen oder zu überwinden und durch Vernunft zu ersetzen, während die Rechte bes. im deutschen Nationalsozialismus daraufhin nicht nur die unpatriotische Moderne sondern nicht anderes die moralisierende christlich-abendländische Kultur abschaffte und folgerichtig in der vorchristlichen Barbarei landete.
Diese beiden einfachen Grundreaktionen oder Grundgedanken gehörten dann geradzu blitzschnell wie selbstverständlich zu dieser mondialen Begrifflichkeit und zwar nicht nur jeweils im Westen oder Osten der sich bildenen Blöcke des kalten Krieges, denn auch im Westen war man angesichts der kommunistischen Gefahr eben wegen ihrer vernünftigen Moral gezwungen, den Kolonialismus wie nationalistische Kriege und Überspitztheiten (was unten noch näher zu klären ist) aufzugeben und sich eines sozialen Denkens zu bemühen, woraus der damals noch ungeahnte Wohlstand unserer Zeit resultiert.

Mittel gegen die Verunsicherung des Glaubens.Dennoch bleibt zu erklären, wieso weniger der Politiker, Empirist und Wissenschaftler und entsprechend mehr gerade der Gläubige bei der Begegnung beider Argumentationen verunsichert wird, und dies ja gerade da, wo das allgemeine kulturelle Zusammenwachsen der Menschheit zu einer synkretistischen Gemeinsamkeit und Begrifflichkeit tendiert. Denn einmal angesichts des Wohlstandes wie andererseits angesichts der logischen Vernunft scheint nun Gott völlig überflüssig; und jener Gott, der Eisen wachsen ließ oder der Glaube an ihn wird eher für das überwundene Unheil der Weltkriege verantwortlich gemacht.
Es scheint so, als erfordere unsere Zeit von einem Christen, derartiges Verunsichertwerden und das Bewältigen regelrecht neu zu üben, wie man üben kann, die Luft länger anzuhalten.
Sicher kann man die Architektur der Kirchen, das Ausgeschmückte, Zeremonie und Gesang, die Kleidung der Geistlichen, die Gestik des Gebets und nicht zuletzt einen gewohnten, vertrauten Wortlaut der Schrift und auch des Glaubensbekenntnisses unter dem Gesichtspunkt sehen, Glaube und Glaubwürdigkeit zu fördern und Verunsicherung zu überwinden. Sicher gehört die jüdische Heiligung zu diesem Thema, obwohl Verunsicherung selbst bisher wohl als ein Problem nicht aber lehrmäßig thematisiert wird.
Man würde ohne von einer tatsächlichen Existenz Gottes und seinem Wirken auszugehen natürlich diese formalen Eigenheiten der Kirchen als Hilfsmittel der Indoktrination oder Gehirnwäsche und zur Überwindung oder Abwehr von Zweifel und dann auch die sozialen Strukturen und die Formen der Gemeinschaft, der seelsorgerischen Betreuung u.s.w. deduktiv als die Anwendung erkannter psychologischer Gesetzmäßigkeiten unseres Glaubens zurückführen. Dieser recht verbreiteten Ansicht liegen zwei typisch aufklärerische Positionen zugrunde, die sich auch nicht bestreiten lassen:

1.  Der Mensch hat Gott, Götter oder Geister induktiv überall da als behelfsmäßige logische Erklärung eingesetzt, wo sein Verständnis die wahren Zusammenhänge bestimmter Erscheinungen, wie Blitz und Donner nicht deduktiv ableiten und begründen konnte. Mit Phantasie malte man sich in der Folge ein Bild von diesem Gott, wie er solche Unerklärbarkeiten zustande bringt. Mit zunehmender wissenschaftlicher Einsicht würde derart Gott als Lückenbüßer immer weiter zurückgedrängt und am Ende durch die Erkenntnis der ganzen Wahrheit auch ganz ersetzt. Im gewissen Sinne geschieht dieses mit Jesus.
2.  Die Einsicht in die Selbstgemachtheit solcher Götter und Religionen bedeutete als Erkenntnis zugleich Machbarkeit. Man kann nun- aus welchen Gründen auch immer - die Leichtgläubigkeit und Unwissenheit der Menschen benutzen und ihnen einen Gott aufreden, den man psychologisch gezielt mit entsprechenden Eigenschaften ausstattet.

Wenn man derart von der Nichtexistenz eines Gottes ausgeht und dann entsprechend konsequent auch davon, daß Jesus nur ein normaler Mensch war, dann kann man gestützt auf das Neue Testament den christlichen Glauben derart auf zweiter Stufe deduktiv als eine mit allen psychologischen Tricks und politischen Methoden künstliche und selbstgemachte Religion auch nachweisen, wenn man will. Denn wie bei dem Öffnen von Franks Fenster alle empirisch feststellbaren, Vorgänge physikalischer und apersonaler Art sind, worin der Entschluß von Frank keinen Platz hatte, so sind nun auf der 2. Stufe alle menschlichen Vorgänge um Jesus und dem Kerygma analog dazu gerade diejenigen personaler Art, worin nun Gott keinen Platz hat. Aus der Sicht der Wissenschaft also der professionellen Politologen, Soziologen, Ideologen und Psychologen u.s.w. in Anwendung allgemeiner Menschenkenntnis wird dabei die menschliche Person mit seinen Absichten und Entschlüssen nun praktisch versachlicht und damit zu einem empirischem Faktum. „Frank öffnet das Fenster, weil · · · · ·." „Frank will das Fenster öffnen, weil  · · · ·" . Während also von der ersten empirischen Stufe aus der Mensch ausgeklammert wurde, wird nun von der zweiten Stufe aus Gott ausgeklammert. Den Einwand, daß es sich bei einer Predigt oder bei den Evangelien und Briefen des Neuen Testamentes um Gottes Wort handelt, kann man so mit dem Hinweis auf die sichtbare Realität und die unübersehbaren, allzumenschlichen und leicht begründbaren Unstimmigkeiten als unbeweisbare Schutzbehauptung zurückweisen.
Natürlich ist es wieder die allgemeine Menschenkenntnis - wenn auch leider nicht eine allgemeine Gotteserkenntnis - , die uns trotz oder gerade wegen aller Unstimmigkeiten im Evangelium gar nicht auf den Gedanken kommen läßt, daß die christliche Botschaft und Bewegung eine künstlich ausgedachte und inszenierte Aktion war, bei der sich die Jünger ihre Texte und öffentlichen Aktionen vorher abgesprochen, aufeinander abgestimmt und auswendig gelernt hätten.
Der zweite Grund aber, warum ich das philosophische Beispiel mit Franks Fenster von Quine hier anführe, ist - neben diesem Verständnis für die allgemeine Verunsicherung des Menschen durch eine falsch verstandene Wissenschaftlichkeit, die eben nicht nur ein Problem für Gläubige ist, - jener Denkfehler, der zu solchem falschen Wissenschaftsverständnis führt.
Falls es Sie ermüdet hat, den Aufsatz von Max Black zu lesen, der aber auch keine Antwort darauf geben kann, was eine Schilderung, Abbildung oder eine Darstellung ist, viel weniger darauf, wann eine Schilderung nun wahr ist, ist dies verständlich. Zumindest sollte Ihnen aber im ersten Absatz aufgefallen sein, daß er die Übereinstimmung eines Fotos mit einer Wirklichkeit auf Konvention zurückführt, wobei Konvention ja die Übereinstimmung zwischen Menschen bedeutet, und nicht das Verhältnis eines Fotos zu dem Sujet, wobei ja unbestreitbar zwischen Objekt und Foto nur der unbestechliche Fotoapparat zu stehen scheint, so wie wir uns die wissenschaftliche Darstellung der Wirklichkeit nicht objektiver vorstellen können. Daß er hier wie selbstverständlich von Konvention spricht, wo ich ganz bewußt allgemeine Menschenkenntnis anführe, geht auf eine mehrhundertjährige Diskussion zurück, wobei hier als selbstverständlich vorausgesetzt, daß wir es bei diesem Sujet niemals mit einer Wirklichkeit sondern immer nur mit unserer Erkenntnis von etwas zu tun haben, die wir nämlich dann als objektiv bezeichnen, wenn sie mit der Erkenntnis anderer übereinstimmt. Das ist die Konvention. Wenn alle Menschen eine kupferne Turmspitze als grün wahrnehmen, gilt meine Behauptung, „Die Turmspitze ist grün." im Sinne dieses Wortes „wahrnehmen" als wahr, obwohl sich ja alle Menschen irren können und sich auch tatsächlich bei der Farbe des Turmes irren, falls sie - wie bei normalen, philosophisch ungebildeten Leuten anzunehmen, - den Turm und seine Farbe für die Wirklichkeit selbst halten und nicht nur für eine Wahrnehmung, denn ganz sicher ist dort in der Wirklichkeit kein Grün und auch keine andere Farbe, denn - was jeder Physiker bestätigen wird, - die Photonen oder Frequenzen gleichgültig welcher Anzahl oder Wellenlänge, die von dort reflektiert werden und unser Auge erreichen, sind farblos. Und dies gilt auch für die anderen Daten, die wir für wahr nehmen, wie Form, Gewicht, Ausdehnung und Dauer, was je ebenfalls nicht durch die Linse unserer Augen in unser Gehirn geflogen kommt, so daß auch Wellen oder Photonen nicht die letzte Wirklichkeit selbst sondern nur unsere Erkenntnisse sind.
Dieses bedeutet, daß bei Franks Fensteröffnung auch die anderen mechanisch-empirischen Beobachtungen und deren Beschreibung im Sinne der Wahrnehmung der 1. Stufe als ein Vorgang von neuralen, chemischen und physikalischen Vorgängen einer Armbewegung keineswegs apersonal sind, sondern in gleicher Weise, wie die beiden anderen Stufen, bereits Menschenkenntnis und auf solcher beruhenden Konvention vorausetzt und nicht nur in der Übereinstimmung imVerständnis und Gebrauch der Wörter und Grammatik der Sprache, wie z.B. das Wort „grün", womit wir dies beschreiben würden.  So würde uns auch ein Foto von Jesus nichts von seinem wahren Sein mitteilen, denn er hatte keine Hautfarbe, weder Weiß noch Schwarz, weder Hell noch Dunkel und war in seiner wahren Gestalt somit unsichtbar. Auch mit einem Foto hätten wir nur unsere menschlich-subjektive Erkenntnis von ihm. Die angenommene Apersonalität solcher Objektivität eines Fotos wäre ein Denkfehler.
Und wenn Sie vielleicht nur noch bis zur zweiten Seite der sehr wichtigen kurzen Untersuchung von Max Black weiterlesen möchten, wird sich Ihnen vielleicht die Wichtigkeit seiner Ausführung - die mehr ist, als nur ein Kitzel für Philosophen - in einer anderen nun als wichtig erkennbaren Nebenbemerkung aufdrängen, daß nämlich gerade die Selbstverständlichkeit, mit der wir die Abbildung eines Fotos mit dem Abgebildeten in Beziehung bringen, ein besonderes Thema für sich ist, was nichts anderes heißt, daß zu untersuchen ist, wieso wir ganz selbstverständlich eine Wahrnehmung für wahr nehmen und welche Folgen solche Selbstverständlichkeit hat.
Um die Folgen im Umfang dieses Briefes anzudeuten, will ich im Folgenden sehr vereinfachen:
Natürlich könnten wir ohne solche Selbstverständlichkeit, auf Grund der wir z.B. einem Stein ausweichen oder von einem erhitzten Gegenstand zurückzucken, nicht existieren.
Dennoch, wie wir am Beispiel von Franks Fenster und der sachlichen Bibelanalyse von Strauss gesehen haben, ist es genau diese Selbstverständlichkeit unserer Menschenkenntnis, die uns einmal eine Wahrnehmung als sachlich objektiv erscheinen läßt, und die auf den ersten beiden Stufen genau den individuellen Menschen dabei ausklammert und damit ja die Voraussetzung als bestünde die Allgemeinheit aus einer homogenen Masse und nicht aus Individuen, und im gleichen Sinne wird auf der dritten Stufe dann Gott ausgeklammert, womit wir eben nicht nur blind werden für Gott, sondern womit zugleich auch der Mensch ausgeklammert ist.
Natürlich ist dies eine äußerst undifferenzierte Gleichstellung der jeweiligen Kausalität und ihre Versachlichung auf diesen Stufen. Die Grundvoraussetzung der empirischen Deduktion der ersten Stufe, wie die Wahrnehmung einer Farbe, Form oder Ausdehnung ist zwar menschlich subjektiv, aber allen Menschen und wahrscheinlich allen Säugetieren in gleicher oder ähnlicher Weise angeboren und unterliegt nicht unserem subjektiven Einfluß. Selbst wenn ein Mensch durch einen Geburtsfehler Rot und Grün immer vertauscht sehen müßte, würde ihm selbst nicht und niemandem sonst diese Abweichung vom Üblichen auffallen und er würde wie selbstverständlich unsere Verkehrsampeln zum richtigen Zeitpunkt überqueren.

So erhält damit die Aussage von Kierkegaard ihre moderne Bedeutung, „daß Gottes bedürfen des Menschen höchste Vollkommenheit ist
Der islamische Theologe Averroës ( Ibn Rushd )* 1126, † 1198 griff zu Beginn der Scholastik dieses Thema angesichts der aristotelischen Philosophie auf und kam zu dem sicher falschen Schluß, daß man insbesondere den Laien nicht mit Wissenschaft und irritierenden Texten konfrontieren dürfe, um deren Glauben nicht zu verunsichern. Ibn Rushd ging es persönlich aber wohl mehr darum, die Wissenschaften gegen den Glauben zu verteidigen. Die christliche Theologie lehnte den Averroeismus zwar ab, praktiziert zumindest in der katholischen Kirche aber etwas ähnliches durch den Index und das Verbot gewisser Literatur, zu der lange selbst die Bibel gehörte.
 

Man darf natürlich davon ausgehen, daß man in der Gegenwart die eigenen politischen, kulturellen und religiösen Verhältnisse in vieler Beziehung besser kennt als jene in der Vergangenheit; wenn man diese aber nun zum Maßstab früherer Verhältnisse macht, daß z.B. nach heutiger allgemeinen Auffassung eine objektive Erkenntnis gültiger sei als die rein subjektive, so beißt sich die Katze in den Schwanz, wenn man die ebenfalls heute unbestrittene Einsicht nun berücksichtigt, daß es keine andere als nur die subjektive Erkenntnis für den Menschen geben kann, womit gerade durch die "Objektivierung" schon nichts anderes als eine Verfälschung des Objektivierten vorgenommen würde.
Genau in diesem wirren Zusammenhang muß man sehen, daß z.B. in der Szene die irrige Ansicht als objektiv gehandelt wird, als hätten die Probleme der Menschheit mit dem Christentum begonnen und als könnten sie nur mit seiner Beseitigung gelöst werden, und daß als anderes Beispiel z.B. Paulus als am besten (durch seine Briefe) objektivierbares Objekt als Säule unseres Glaubens gilt, während er persönlich anwesend wohl kaum im heutigen Kirchenbetrieb ernst genommen oder überhaupt geduldet würde. Überspitzt ausgedrückt, würde mit diesem groben Instrument die Suche nach einer objektiven Definition des Christseins oder nach einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis entweder eine rein deskriptive Beschreibung ergeben, das ja die sog. Bibelchristen umfassen müßte, die mit wohl über 99% den weitaus größten Teil der Christenheit ausmachen und die ja auch die Missionierung Europas und der Welt tragen und getragen haben, und die von moderner Theologie entweder nichts wissen oder wußten oder die sich z.B. in Protest genau dagegen, nämlich gegen solche aufgeklärte Objektivierung, fundamentalistisch formiert haben, und stünden nicht diese irgendwie als arme Idioten da? - derart objektiv gesehen.
Das heißt - um hier solche Objektivität mit der Fotografie zu vergleichen -, so praktisch die Fotografie auch ist, für den Paß, für Urlaubserinnerungen oder für den kriminalistischen Beweis, und so wenig ein Foto trotzdem Wahrheit in irgend einer Form aussagen kann, so nützlich wie aber auch problematisch ist die Reflexion auf den „Sitz im Leben".
Besser veranschaulicht bedeutet das: als Missionarskind bin ich mit dem Konflikt praktisch alleingelassen, wenn ich einerseits die Einsichten moderner Theologie einsehe, aber andererseits ja nicht der Ansicht bin, daß mein Vater den Afrikanern Unsinn gepredigt hat, wie ja auch Paulus und die anderen Apostel und Missionare der frühen Christenheit wohl nicht Unsinn gepredigt haben - was die einfache Änderung des Glaubensbekenntnisses - so nebenbei - ja indirekt behaupten würde.
Aber es ist kein unlösbarer Konflikt, - der Lösungsweg kann aber nicht mit einer spontanen Reaktion sondern nur mit entsprechender Sorgfalt und etwas Anstrengung aufgefunden werden.
Wir stehen an einem Anfang, was bedeutet aber Tradition?
Sie sehen, daß es mir in erster Linie nicht um Tradition und auch nicht um die bundesrechtliche Funktion des alten Glaubensbekenntnisses geht, wie es für die protestantische Kirche etwa seit 1555 besteht (Fußnote 20), obwohl man Tradition als ein Wert wie z.B. als das Grundgerüst jeder Sprache wie aber auch als Voraussetzung jeder rechtlichen Gültigkeit und Verbindlichkeit als Ausdruck eines ethischen Konsens im sozialen Verhalten wie auch in der sozialen Gesellschaftsstruktur (Fußnote 21) nicht ignorieren kann, was somit, wenn auch unausgesprochen, immer Teil des Glaubensbekenntnisses ist.
Unabhängig von jeder Einsicht, wie immer solche Vielschichtigkeit innerhalb der Sprache und unseres Denkens dann konkreter Weise in Zusammenhang mit Wörtern, Bildern, Organisationen u.s.w. dann tatsächlich funktioniert, was das Thema "Formaler Logiker", "Semiotiker", "Syntaktiker", "Semantiker", "Sprachanalytiker", „Hermeneutiker", "Soziologen", "Wissenschaftstheoretiker", "Juristen" und letztlich jeder Wissenschaft und auch der Theologie ist, geht der normale Gebrauch solcher Wirklichkeiten, wie biblische und kirchliche Formulierungen, die vorderhand oft wie leere Sprachformeln erscheinen können, die uns aber so vertraut sind, wie Wege und Straßen unserer Wohngegend, auf ein mehr pragmatisch-praktisches Verständnis zurück, wobei Straßenname und Bedeutung mehrfach geändert sein können und man nicht mehr bewußt reflektiert, ob z.B. die Straßenbiegung einst die Windung eines Trampelpfades um einen gefürchteten Ort herum oder das strategische Kalkül einer Militärüberlegung war. So enthält der normale Gebrauch von Glaubensformeln neben der aktuellen immer noch ein Stück zusätzliche Wirklichkeit und Bedeutung. Und die neueste Soziologie, Psychologie und Philosophie erreichen oder erfassen immer nur einen kleinen Teil der ganzen Bedeutung einer Enunziation für unsere Existenz.

Entsprechend sind auch die Bedeutungen der Worte Jesu so wenig erschöpfend verstanden, wie wir das Phänomen unserer eigenen bewußten Existenz noch kaum ermessen können, wobei Jesus ja auch keine eigentliche Lehre, Theorie, Theologie oder Philosophie verkündete, sondern sich mehr mit seiner ganzen Existenz und darin mit der israelischen Geschichte in ein gelebtes besonderes Verhältnis zur übrigen Welt im damaligen Stand der damaligen Menschheit begab, - (selbst wenn man nicht davon ausginge, daß er von Gott gesandt und in seinem Tun als Gehorsam etwas besonderes war, sondern nur zufällig in den Fokus eines neuen Bewußtseins geriet, - was ich nicht glaube,) und so sind auch die Worte der Apostel und ihre Auswirkung von der Theologie trotz der gewaltigen Geistesleistungen der vergangenen 2000 Jahre noch längst nicht erschöpft. Und es ist ein Segen, daß der Akkumulationspunkt unseres Glaubens, unserer Theologie und Philosophie ein Mensch als Geschehen war in der Spannweite zwischen empirischer Erfahrungswirklichkeit und transzendentem Bewußtsein, womit ja die ganze Geistesgeschichte und die Kirchengeschichte darin immer auch Selbstreflexion und damit auch Erkenntnis des Menschen bedeutete.
Wenn ich im Folgenden die moderne Problematik mit dem Glaubensbekenntnis unserer Kirche und Theologie immer vergleiche mit der ähnlichen Problematik der ja wohl antikirchlichen Szene (wenn diese auch recht verbreitet innerhalb der Kirche besteht), die Schwering vertritt und anspricht und zwar scheinbar nur in 2. Linie als zwei Gegenpositionen, heißt dieses nicht, daß mich letztlich nicht eine bestimmte Form und ein bestimmer Inhalt interessiert. Es geht mir um den christlichen Glauben als gemeinsames Bekenntnis in dem offiziellen und zwar verantwortlichen Verhältnis sowohl zu gleichen wie auch zu anderen Ansichten. Der Vergleich von Kirche und Antikirche miteinander bei mir wie auch bei Schwering geschieht eben aus der Einsicht, daß beide Positionen Folge und Resultat der gleichen Vergangenheit und des gleichen Lernprozesses sind.

So ist es auch bezeichnend, daß Schwering - (wie wohl auch die übrige Soziologie heute,) - in seinem Statement nicht von Feuerbach ausgeht, der den konsequenten Bruch mit der Tradition will oder gar voraussetzt, sondern von Spinoza, wobei er auf die Notwendigkeit hinweist, unsere Probleme und auch diejenigen beider Positionen in der Kontinuität einer Entwicklung zu sehen.
An und mit diesem Punkt läßt sich jedoch eine Auseinandersetzung in hundert oder tausend ganz verschiedenen Richtungen weiterführen über die Geschichte, Kirchengeschichte, Hermeneutik, Dogmatik bis zur Soziologie, Psychologie, bis zu den tausend verschiedenen Aspekten der Kommunikation und Sprache und nicht zuletzt den konkreten Anlässen, was sich alles von dem Aspekt der Entwicklung innerhalb einer Veränderung noch unterscheidet. Hier ist Gründlichkeit im Einzelnen ebenso notwendig wie der Gesamtblick auf den Aspekt, der letztlich zu einer Position und Haltung des Individuums führt wie z.B. zu einem Kircheneintritt oder -austritt.
Mit Enuntiation bezeichne also eine Gesamtheit von menschlicher Äußerung, in der Denken, Haltung, Hinwendung oder Abgrenzung, sprachliche Äußerung als explizit oder indirekt Gesagtes, Verschwiegenes, Bejahtes, Verneintes, Allegorisches, Angedeutetes u.s.w. enthalten ist. In dem Entwurf für ein Theaterstück habe ich in den beiden Wörtern „Mir schmeckt’s." weit mehr als 500 Mitteilungen gezählt, mit den entsprechenden Negationen weit mehr als 1500 Informationen, die wir bewußt und unbewußt registrieren, wie: dort ist jemand; er kann sprechen; er spricht Deutsch; er spricht keinen ausländischen Akzent; er ißt; es ist ein Mann; es ist keine Frau; es ist kein Kinder; er hat eine hohe Stimme; sie klingt, als wolle er sein Essen rechtfertigen, sie klingt verunsichert; er spricht keinen Akzent; u.s.w. - und vielleicht wünscht er mit seiner Aussage etwas ganz anderes verständlich zu machen als sein Verhältnis zu dem, was er gerade ißt.
Entsprechend ist der Besuch eines Gottesdienstes, oder das Einschalten des Fernsehers am Sonntag um 9Uhr 30 nicht entweder die Erwartung einer neuen Information, einer interessanten Predigt oder etwas Unterhaltung, sondern selbst bereits eine sehr komplexe, vielschichtige Enuntiation und ist dabei nicht nur auf das Individuum hin zu verstehen, sondern nicht weniger auf den immer zugleich synergetischen, interaktiven sozialen Aspekt hin, was in der Gesamtheit mit dem Begriff "heilig" in etwa richtig erfaßt ist, was für einen Gottesdienst selbstverständlich ist, weniger selbstverständlich aber als etwas besonderes für eine ganz normale, triviale Alltagsäußerung des Menschen.
Das Beispiel dieses Theaterstücks soll aber noch weitere Gesichtspunkte der Problematik verdeutlichen:

1.  Man kann sich die beiden Wörter der Enuntiation „Mir schmeckt’s." als diejenigen Buchstaben oder Laute oder den Satz als die Form vorstellen, in der wie in einem Reisekoffer sehr viele, also 1500 Informationen eingepackt sind, wie etwa auch durch ein Glasfaserkabel einige tausend Gespräche geführt werden können, die zusammen als eine bestimmte Frequenzform auch sichtbar gemacht werden könnten. Die Frage ist nun, was passiert, wenn ich von den 1500 Teilen eines Ausdrucks ein Teil einfach wegnehme oder ein anderes dazu tue? In der Tat haben sich mit den Jahrhunderten und besonders in jüngster Zeit die Begriffsinhalte vieler Ausdrücke in solcher Weise geändert, daß Vorstellungen verloren gingen und neue hinzukamen, so daß es angebracht ist, über einen neuen Koffer nachzudenken und die Form des gemeinsamen Glaubensbekenntnisses zu ändern. Man spricht heute schließlich anders als vor 50 oder vor 500 oder vor 2000 Jahren. Bei einer allgemeinen Beliebigkeit der Bedeutungen käme es jedoch zu einer merkwürdigen Sprachverirrung. Wo aber jemand eine Bedeutung einfach wegläßt, hätten wir anschließend nicht etwa 1499 Aussagen, sondern im Gegenteil noch einige mehr, denn zuerst käme die Information hinzu, daß dort eine Bedeutung fortgelassen wurde, und sicher ergäben sich dann auch Gründe, die etwa ein Richter feststellen müßte, warum dies geschah und mit welcher Konsequenz, was dann als zusätzliche Information noch hinzukäme wie etwa „Wir haben unseren Glauben verloren.", oder aber die Information, daß man es sich bei der neuen Form zu leicht gemacht hat, - denn auch das ist erkennbar.
2.  Nicht zuletzt diese additive Merkwürdigkeit bei einer Subtraktion, aber bereits auch die weitere verfängliche Vorstellung zeigt, daß schon bei solcher Unterscheidung von Form und Inhalt eine größere Genauigkeit notwendig ist, z.B. daß und wie ich bei jeder Äußerung 1500 Informationen zuerst sammeln und dann in diesen Koffer packen müßte, wie sollte dabei ein flüssiges Gespräch möglich sein? - um diese 1500 Informationen aufzufinden und aufzuschreiben, brauchte ich 3 Wochen, um dann einzusehen, daß ich damit nicht einmal ein Promill der Menge an Informationen einer normalen Enuntation erfaßt hatte, die ja immer unsere ganze Existenz beinhaltet.
 
„Wie und Was", „Wort und Geist", „Leib und Seele", „Weg und Ziel" „Wissenschaft und Normalsprache" als Glaube und Menschenkenntnis und als  Intention, Thematik und Ismus in jeder Enuntiation.
Wenn G. Ebeling (Fußnote 22) die Komplexität folgendermaßen zusammenfaßt,
Die Antithese Geist und Buchstabe samt ihrer Interpretationsgeshichte fordert als umfassender Problembegriff dazu heraus, die Lehre vom Worte Gottes in Unterscheidung von Gesetz und Evangelium so zu durchdenken, daß damit in eins das hermeneutische Problem bedacht wird, in dessen Verzahnung mit dem Problem der Sprache, der Geschichte und der Ontologie .
gilt dieses zurecht unter solchem Gesichtspunkt als Antithese. Für ein Zusammenwirken aber, wenn Geist und Buchstabe, wenn also Sinn, Bedeutung, Tradition und Bezug zur Schrift und zur Umwelt kein Gegensatz, sondern wie bei einer einfachen Aussage des Menschen eine Einheit und Verbindung dieser Kontradiktionen sind, - und nicht nur für das Glaubensbekenntnis und die jeweilige Kirchenordnung - , dann ist die Vorgabe, wie sie Ebeling in der ganzen Komplexität zusammenfaßt, noch ungenügend, dann kommen noch wesentliche Aspekte dazu - von dem erkenntnistheoretischen Aspekt über all das, was wir Sozialisation und Kultur nennen, bis zur Entität des Bewußtseins. Man könnte dieses ja vielleicht zu dem zählen, was von Ebeling ontischer Aspekt genannt wurde. Aber es ist ja nicht nur das, was der Mensch als die allgemein - wie durch ein Wunder erscheinende - gelungene Verbindung und Einheit jener Kontradiktionen wie die von Leib und Seele einbringt, sondern es kommt hinzu die jeweils konkrete Situation des Sich-behauptens, der Angst oder keine Angst, der Hoffnung oder keine Hoffnung, der Liebe oder keine, Glaube oder kein Glaube, und zwar ja auch noch als das, was er selbst in sich und an anderen Menschen als etwas erkennt, und zusätzlich noch, was er von anderen erkannt weiß, was wiederum sein eigenes Denken und Sein ganz entscheidend und ganz wesentlich noch bestimmt, und was neben dem reinen Existenzsignal einer Enuntiation das "Wie" unserer ganzen Wirklichkeit und damit überhaupt unser Denken ausmacht, - denn erst aus solcher interaktiven Synergie kann erst Sprache und in dieser ein Satz entstehen und bestehen, in dem dann Objektivität in Unterscheidung zur Subjektivität einen Sinn macht.
Daß und wie unser Verstand dieses alles in eine Äußerung hineinpackt, an sich selbst reflektiert und wie er bei einer Äußerung des anderen solches wahrnimmt, ist eine Frage der normalen Menschenkenntnis und thematisiert sich meistens nur in den Ausnahmesituationen eines Konfliktes, was Gerold Prauss sehr ausführlich beschreibt und begründet.
Bei der Formulierung oder Neuformulierung eines gemeinsamen Glaubensbekenntnisses ist dieses anders. Dies veranschaulicht sich am besten an einem scheinbaren Nebenaspekt der ganzen Problematik: Bei den grammatischen Regeln einer jeden Sprache, die jedes Kleinkind im dritten Lebensjahr bereits ganz selbstverständlich anwendet, wissen wir, welchen Aufwand an Forschung, Zeit und Arbeit, an Kongressen, Theorien, Umfragen, Meinungskämpfen und Diskussionen es erfordert, diese Regeln festzuschreiben, geschweige denn, auch nur etwas zu ändern. Und ein gemeinsames Glaubensbekenntnis umfaßt sehr, sehr viel mehr an Bedeutung, als eine grammatische Regel.
Das darf uns aber nicht abschrecken und abhalten, notwendige neue Vereinbarungen und Veränderungen am Glaubensbekenntnis anzugreifen.
(Ausdruck bis hier)
Und es ist in der Tat heute notwendig, noch einen neuen und zwar grundsätzlichen Aspekt von Veränderung quasi als Emergenzstufe in unserer gegenwärtigen Sprache und Begrifflichkeit und unserem Denken zu berücksichtigen, wie er sich aus den globalen Sozialisationsansätzen der Erdgemeinschaft in der Gegenwart ergibt, wie er zur Zeit des Universalienstreites auch noch nicht bestand, der aber in der Auswirkung alles Überkommene in einem anderen (nicht unbedingt helleren) Licht erscheinen läßt, dessen etwas komplizierte Aussage ich aber anschließend mit ein paar leicht einsehbaren Beispielen auch etwas plausibel zu machen versuche.
Optimistisch von einer Entwicklung der allgemeinen Menschenkenntnis zu sprechen, fällt nach Schopenhauer, Nietzsche und den weltanschaulichen Verirrungen unserer jüngsten Gegenwart schwer.
Der Begriff Menschenkenntnis in Zusammenhang mit den Entwicklungen unserer Zeit und in Zusammenhang mit dem Thema „christliches Glaubensbekenntnis" scheint auch respektlos und deplaziert. Es ist natürlich fraglich, ob Hitler oder Stalin und die Woge der Menschen und Ismen, die deren Macht stützen, durch einen Weisen aus den Wissenschaften oder aus dem Bereich der Kirchen mit etwas mehr Menschenkenntnis hätten zu Vernunft gebracht werden können. Und es ist auch fraglich, ob die Kirchenspaltungen und Konfessionalisierungen mit mehr Menschenkenntnis hätten vermieden werden können. Daß Menschenkenntnis durch Schopenhauer und Nietzsche und auch durch den Mathematiker Gottlob Frege und nicht zuletzt durch eine breite Literatur von Dostojeweski bis Kafka und Brecht angesichts der ausbrechenden weltanschaulichen Katastrophen geradezu auf volle Lautstärke gedreht wurde, mag zu denken geben, daß dieses aber geschah, ohne dabei eigentlich in der Art einer Metasprache thematisiert zu werden, ist sicher auch menschliche Schwäche und mag an einer Blindheit wegen der jeweiligen Eitelkeiten gelegen haben. Immerhin wurde durch Frege die Notwendigkeit und Problematik wenn nicht des Phänomens der Menschenkenntnis so doch einer Metasprache erstmals thematisiert . So droht ja bereits bei dem Versuch, Jesus mit den Augen heutiger Menschenkenntnis zu sehen oder zu messen, Respektlosigkeit und Entgleisung bei einem selbst und ein hartes Urteil deswegen durch Gläubige und Fachwelt.
Andererseits sind die Probleme der Gegenwart und der Zukunft ob in der Technik und Wissenschaft, in der Politik oder im Bereich der Religionen mit deren Fundamentalismen ohne so unwissenschaftliche Kriterien wie Phantasie und Menschenkenntnis ganz offensichtlich nicht zu meistern, weil diese Probleme wissenschaftlich und theologisch gar nicht faßbar sind. Wie sollte man wissenschaftlich das Problem des Wissenschaftlichen untersuchen sollen. Zur modernen Menschenkenntnis gehört z.B. wohl, daß man einen Menschen nicht wegen einer Formulierung zur ungünstigen Zeit festnageln und damit für alle Zeit verdammen würde.

Was ist Menschenkenntnis im Vergleich zu Bildung und Wissenschaft? Es sind ja oft Witze, die allgemeine Menschenkenntnis verraten. Die meist wohlmeinenden Karikaturen vom zerstreuten und gänzlich weltfremden Professor wie auch das Theaterstück „Die Physiker" von Dürrenmatt weisen auf einen Konflikt unterschiedlicher Denkarten und Richtigkeitskriterien hin, der sich als Thema offensichtlich den alten und bestehenden Bildungskonzepten und Idealen entzieht. Man kann sich aber leicht einen hochqualifizierten Psychologen oder Politologen ohne gute Menschenkenntnis vorstellen.
Schwieriger wird es, sich unter diesem Gesichtspunkt ein vernünftiges Gespräch zwischen Sokrates und Jesus auszumalen, die ja oft miteinender verglichen werden. Und genau dieses und zwar als Vergleich zwischen dem Glauben, der sich auf Jesus gründet und der Bildung und Wissenschaft, deren Ursprünge wir den Griechen zuschreiben können, will ich versuchen, wobei ich die göttliche Dimension Jesus ausklammere und mir des Ausgeklammerten immer bewußt bleiben muß. Natürlich habe ich dabei auch die Situation von Paulus auf dem Aeropag vor Augen. Es muß mir dabei aber nicht um die Unvereinbarkeit und den Gegensatz gehen, sondern um das Gegenteil nämlich um den ganz realen, pragmatisch-praktischen Vorgang von Vereinbarkeit, der über das Mittelalter bis zur Gegenwart - neben allen Theorien - sowohl Denken wie Sprache bestimmt, wenn sich dieser Versuch lohnen soll. (etwas einfügen.Siehe Ende)
Ich muß rein hypothetisch dabei ja fragen, in welcher Weise Jesus eine innere Verunsicherung gegenüber der rhetorischen und philosophischen Bildung und gegenüber dem doch hohen ethischen Anspruch und zwar verbunden mit dem griechischen Überlegenheitsgefühl gemeistert hätte. Für Sokrates vielleicht weniger, aber  für Platon oder Aristoteles hätte Jesus mit seinem eschatologischen Aufruf sicher als ein provinzieller Spinner und ungebildeter Dummkopf gegolten. Intuitiv würde ich sagen, daß Jesus als Mensch die jüdische Tradition und ein soziales Erlebnisumfeld auch von Glaubenden brauchte um nicht irritiert zu werden. Außerdem mußten seine Wunderheilungen auch funktionieren, und das heißt logisch, daß die ganze israelische Geschichte seit Abraham von tausend Jahren nur wegen dieser dreißig oder drei Jahre seines Auftritts stattgefunden hätte

Die mittelalterliche, kirchliche Wissenschaftsfeindlichkeit, die sich mit dem Berufsverbot an Galilei für alle Zeit lächerlich machte, wie auch die latente Technik- und Wissenschaftsfeindlichkeit der Szene heute gleichen sich in ihrem widersprüchlichen Fundamentalismus und können nicht bekämpft werden (was hätte der Sieg für einen Sinn?) sondern müssen verstanden werden.
Es klingt ja auch dreist und wenig angemessen und sicher etwas respektlos, einfach zu folgern, daß z.B. das, was Plato mühsam wie auch immer überhaupt erstmal thematisierte, dann von seinem Schüler Aristoteles eben nicht als Thematisierung sondern als Lehre und Ismus, - eben nicht als das „Wie" sonder als das „Was" - hingestellt bzw. rein taktisch so mißverstanden und verdreht wurde, wodurch er dann auf den Schultern seines Lehrers stehend einerseits den unendlichen Schatz an Systematik, Hermeneutik, Analytik und Wissenschaftlichkeit ernten konnte, von dem wir bis heute zehren, auf den wir uns bis heute stützen, womit er aber andererseits den dialektischen Konflikt durch die verdeckt rhetorische Position empirischen Denkens als empiristisches Wahrheitsphatos zementierte. Menschenkenntnis sollte dabei aber nicht Schuldzuweisung sein sondern Distanz sowohl zum Platonismus wie zum Empirismus. Wenn dann provanisiert statt illusorischem Ideal die sichtbare, fühlbare und meßbare Wirklichkeit gewählt und für den empirischen Beweis zum Richtigkeitskriterium erhoben wird, dann wird verdeckt die Natur, die Materie, die Substanz, die Methode und Form zum Ideal.
Aber die Energie und Emsigkeit von Aristoteles wurde nicht zuletzt ausgelöst durch die Blamage und die Verachtung, die er von ägyptischen Gelehrten erfahren hatte. Und unverhohlen verkündet Aristoteles denn auch, daß logisches bzw. wissenschaftliches Denken Überlegenheit bedeutet, - und es wäre ganz weltfremd zu bestreiten, daß bis heute gesellschaftliches Prestige also der Applaus der Ungebildeten und ein Hauptmotivator der Wissenschaften ist.
Hegels Verdienst ist denn auch weniger seine Dialektik als Methode oder Patentrezept und Ismus, sondern wohl mehr die aufgezeigte Thematisierbarkeit beider Seiten oder die Distanz zu beiden Seiten von Widersprüchlichkeiten als Schwierigkeit - kulturell wie wissenschaftlich.
Ich habe diese beiden Aspekte von Wissenschaftlichkeit und Bildung etwas grob deswegen herausgestellt, weil in ihrer Appraisivität sowohl für das persönliche Denken und Bewußtsein wie auch als sozialer und gesellschaftlicher Aspekt eine große Palette von Wertkriterien offengelegt werden, die unter anderem auch das Wertkriterium umfassen, das wir als Entwicklung sowohl vom alten Helenismus zum neuen Bewußtsein etwa ab Plato in Griechenland und der alten Welt selbst wie aber auch im Vergleich zu der untergehenden ägyptischen Hochkultur empfinden.
Was bisher aber deutlich wurde ist, daß die Schwierigkeit mit dem Glaubensbekenntnis beider Parteien, (sagen wir Kirche und Antikirche) nicht einfach auf einen Punkt zu bringen ist. Säkularisierung einerseits - jeder hat seinen eigenen privaten Glauben und sein privates Glaubensbekenntnis - und auf der anderen Seite Christenheit, Kirche, Gemeinschaft, Leib Christi, bzw. in der Szene auf der einen Seite Autonomie, Individualismus, Identität und auf der anderen Seite das was Schwering eben als „Szene", als gemeinsames „Plateau", „Feld" oder „strukturiertes Territorium" der „Diskursteilnehmer" bezeichnet, nämlich die Gemeinschaft der „Guten", derjenigen, „die Frieden wollen u.s.w.", also die „alternative Szene", was oft mit dem Attribut „Kult" grob umschrieben wird, bedingen einander, wobei die Struktur der Gemeinschaft auf vielen Ebenen eben zugleich Teil des privaten Glaubens ist, womit ja auch eine realpolitische Dimension zu klären ist. Denn was in der Theologie den modernen Diskurs einer Zwei Reiche Lehre oder was Paulus den in einem zu erkennenden Progress befindlichen Verständnis von Geist und Buchstabe etwa bei Paulus bestimmt mit der Reflexion auf den Faschismus und den Sozialismus, mit Rückblick auf Origines, Augustinus, Otto von Freising und Luther schwingt in der Szene als das "Alternative" des einen Guten zu dem anderen als das Verderbliche in ähnlicher Weise und Problematik.
Glaube und die Gemeinschaftsstruktur der Glaubenden als allgemeiner soziologischer Gesichtspunkt.
Klarheit und auch die Vorstellung, wie beides heute als Proklamation oder Bekenntnis als Formulierung zu erreichen ist, ohne daß die Form dann zum Dogma oder im Paulinischen Sinne, ohne daß der Geist zum Buchstaben und Fluch wird, fehlt sowohl in der Kirche wie in der Szene.
Der in unserer Gegenwart bei einer Veränderung unseres Glaubensbekenntnis ob als Formulierung oder als Verständnis zu berücksichtigende quasi postmoderne - also neue - Gesichtspunkt, dessenhalben ich mir die Mühe dieses Briefes mache, ist denn auch nur mit zwei Gedankenschritten gleichzeitig zu erreichen: Mit dem Blick auf dieses Verhältnis von Glaube und Gemeinschaftsstruktur sowohl notwendiger Weise der Vergangenheit wie der Gegenwart, in dem bewußt oder unbewußt jeweils ein bestimmtes, sich in der Geschichte veränderndes und sich entwickelndes Richtigkeitskriterium angewandt wurde und wird, ist bei der Formulierung oder dem Verständnis eben auch ein Begriffswandel der Sprache vom universalen zum globalen Denken hin zu berücksichtigen.
In der Szene tendiert die Lösungssuche, - wahrscheinlich wegen dieser Schwierigkeit, den jeweils privaten Glauben auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen - , zu dem gefährlichen Trend, an einen natürlichen gemeinsamen Konsens aller "guten", "richtigen", "akzeptablen" und "lebenswerten" Menschen zu glauben, wovor ich immer nur dringend warnen kann, warnen auch deshalb, weil solcher Glaube als neuer Kult längst auch Teile der Kirchen und selbst Professoren befallen hat. Abgesehen von den plumpen und fundamentalistischen Denkfehler, die zu unlösbaren Antinomien führen müssen, die ich noch herausstellen werde, wäre z.B. derart die Natur mit der darwinistischen Vorstellung der empirischen Natur des Menschen als letztes Richtigkeitskriterium die wissenschaftliche Rechtfertigung von Faschismus, Rassismus, Egoismus und Hedonismus als bellum omnium contra omnes und homo homini lupus als Weltanschauung, worauf Schwering ja auch kritisch hinzielt. Hierbei ist einerseits die Natur des Menschen das Richtigkeitskriterium, andererseits für den Einzelnen aber die Übereinstimmung mit den Allgemeingültigkeiten der Allgemeinheit.
Die ganze Problematik zeigt sich, wenn das Individuum einerseits seine Identität durch die Übereinstimmung zu finden sucht, also nach einem Wahrheitskriterium der Außenwelt, und dabei sich selbst eigentlich verleugnen muß, wenn nämlich die Allgemeingültigkeiten derart bestehen, daß alle das glauben, was und weil alle es glauben, selbst wenn keiner es eigentlich glaubt und sich alle wie in einer Meute dem Ding als der Gültigkeit der Außenwelt angepaßt haben, was also einerseits eine unmenschlich provinzielle Struktur einer im Grunde anonymen Allgemeingültigkeit ist, wobei eben nicht nur Tradition und Herkunft, sondern auch die Struktur und das Wort unserer gegenwärtigen Sprache derart entstanden ist und besteht. Das Wort „Tisch" für dieses bestimmte Möbelstück ist nur deswegen die richtige Bezeichnung für Ding und Begriff, weil alle ( des Sprachbereichs dieser Gemeinschaft) es so nennen. Platonisch ist dieses aber in beiden Fällen, ob dieses Ding oder Wahrheitskriterium nun als Ideal nach Plato oder nicht minder platonisch als reale Substanz  und deren Wahrheit nach Aristoteles gedacht wird. Während ja andererseits jede Erkenntnis und jede menschliche Regung nur immer eine Sache des Individuums sein kann womit auch das Urteil und das Richtigkeits- oder Wahrheitskriterium wie nicht anders die Verantwortung immer nur eine Sache des Individuum sein kann.

Aber beide Seiten sehen das ungelöste Problem, und auch die Theologen führen gewöhnlich die „Barmer Erklärungen" und die traurige Rolle der Kirchen im deutschen und in jedem Faschismus und Nationalismus und auch in Südamerika, Portugal, Spanien, oder wie jüngst in Jugoslawien an, um auf die Unumgänglichkeit und die Notwendigkeit eines gemeinsamen, - wie auch immer verbindlichen - Glaubensbekenntnisses hinzuweisen, gemeinsam für alle Individuen des christlichen Glaubens wie auch für alle Kirchen und christlichen Glaubensgemeinschaften. Denn natürlich kann die durchaus mögliche Eingliederung der Kirchen in eine Demokratie nicht bedeuten, daß etwa die Richtigkeit des Glaubens Sache einer auszählbaren Mehrheit sein könnte.
Daß für die Theologie hier eine Verantwortung für beide Seiten, also auch für die antikirchliche Opposition besteht, brauche ich wohl nicht zu begründen, - und wieweit Verantwortung und Kompetenz in dieser hochkomplexen politischen Hinsicht auch für Religionen überhaupt - also auch für andere Religionen - besteht, sollte man durchaus vergleichen mit der Verantwortung z.B. der Medizin für Seuchen in aller Welt - und zwar ganz praktisch wegen der längeren Erfahrung mit dem entsprechenden wissenschaftlichen Instrumentarium, was andererseits eben nur möglich ist, weil und wenn man (wie eben hier) vor den oder außerhalb der konkreten Aussagen als das „Was" das „Wie" in der politischen Gegenwart thematisiert . Daß gerade die Theologen der Großkirchen, also Katholiken wie Protestanten erst recht auch in der Verantwortung für die christlichen Laien und Laienkirchen und Sekten und also auch für Bibelchristen und z.B. auch für die „Zeugen Jehovas", - das heißt für die Christenheit stehen, ergibt sich daraus eigentlich von selbst, - bei allem Unbehagen, das sich mit der Vorstellung einer ungeklärten Kompetenzhierarchie verbindet.
Denn, was sich bereits in den Worten Jesu auf die Frage der Jünger, wer von ihnen der Größte sei, und was in den Pauslusbriefen und in der Apostelgeschichte bereits als Teil des Evangeliums, als neuer hermeneutischer Aspekt zum damaligen aristotelischen Verständnis der Funktion von Sprache im Verhältnis von materieller Form und geistigem Inhalt bzw. Bedeutung zur "Wahrheit" bzw. Richtigkeit hinzukam, nämlich als „Geist der Wahrheit", als „lebendiges Wort", als „Offenbahrung", gewissermaßen auch als neue ethische Dimension, wie es Prof. Gerhard Ebeling recht gut umschreibt, was sich aber sehr schnell dann als Autorität der Apostel und dann der verschiedenen Stufen der Kirchenleitung wie des Papstes doch gewissermaßen institutionalisierte und in deren Formulierungen und Dogmen wie festen Lehrmeinungen niederschlug, verband sich dann immer auch sofort neben den Auseinandersetzungen mit alten Religionen, Philosophien, Traditionen, Bedeutungen, Irrlehren der damaligen Umwelt wie natürlich auch heute mit ganz menschlichen, hausbackenen Interessen wie Ehrgeiz, Neid, Angst und auch mit bewußten wie unbewußten rhetorischen Techniken, wie aber auch mit Unredlichkeiten, Egoismen, Konfessions-,Gruppierungs- und Schulmeinungen und -patriotismen, die ihre eigene Traditionen verteidigten und rechtfertigten. Es wäre ganz weltfremd, solches zu leugnen und die schon früh beginnende Spaltung nicht auch als Folge überwindbarer menschlicher Schwäche und die Konfessionalisierungen nicht als verschuldete Wunden im Corpus Christi zu sehen.
Natürlich muß man dieses berücksichtigen schon weil es Anlaß und Thema der meisten Schriften des Neuen Testamentes ist. Als Heilige Schrift lesen wir die Bibel aber wohl meistens in Bezug auf unsere Gegenwart und mit anderer als derart analytischer  Deutung und erleben sie mit anderer Bedeutung und als unmittelbare Gegenwart von Gottes Wort an uns privat gerichtet. Dies ist ein unschätzbares Geschenk Gottes und der frühen Christenheit.

Aber hier gilt es erstmal zu verstehen und dann mit der Mitteilung des Verstandenen ein gemeinsames Handeln anzustreben. Das vorläufige Beibehalten traditioneller Formen ist zwar mehr als nur Verlegenheit und deren Rechtfertigung, denn diese sind unsere Vergangenheit, und als solche sind diese ein Stück unserer Wirklichkeit, aber wir können nicht in einer Vergangenheit leben.

Es wäre anderes ja auch Unredlichkeit und zeigt die Dringlichkeit einer Klärung, wenn z.B. die bestehenden Feindseligkeiten zwischen Bibelchristen und „moderner", akademischer Theologie sich derart regelten, daß einerseits mehr oder weniger doch die ersteren die Missionierung, Predigt, Unterweisung, Kommunion oder Konfirmation, Seelsorge, Taufe, Beerdigung und alle übrigen flächendeckende Dienstleistungen wie auch Kranken- und Armenfürsorge u.s.w. in aller Welt besorgen und zwar im traditionell-wörtlichen Kontext der Bibel, während die Theologie ganz oben in der Hierarchie viele Erzählungen wie etwa die meisten Wunder, wie schließlich auch Auferstehung und Himmelfahrt Jesu und weite Bereiche der ganzen Bibel und damit auch die entsprechenden Grundformen der religiösen Praxis für Märchen, Mythen, Erfindungen und Irrtümer hält, wobei die Theologen andererseits ja wissen, daß es nur eine Frage der Zeit ist, daß auch die kirchlich oder außerkirchlich bibelchristlich Missionierten und Unterrichteten, daß eben auch die „Zeugen Jehovas" über kurz oder lang zu den gleichen theologischen Überlegungen kommen werden, - und sich dann zuerst mal regelrecht betrogen fühlen müssen, wenn solches nicht geregelt würde.
 

Und genau dafür sind die folgenden Überlegungen zu berücksichtigen, die man als den „Sitz im Leben" der Gegenwart umschreiben könnte, und die nicht eine zusätzliche Schwierigkeit sondern eine für alle begehbare Brücke aufzeigen sollen.
Denn daß auch dieser zusätzliche, neuzeitliche Aspekt eines gemeinsamen Statements oder Bekenntnisses, ob dies nun für oder gegen den Glauben stehen soll, wiederum nur die äußeren Umstände, den „Sitz im Leben" oder das Konotat, was ich aufzeigen will, betrifft, weist ja darauf hin, wenn man die Theorien, Lehrmeinungen, Philosophien und Theologien bis heute als Entwicklung versteht, daß wir zunehmend das Geschehen "Jesus" einerseits, oder die Geistesgeschichte der Menschheit bis zur Gegenwart andererseits, immer mehr als diese Umstände betreffend verstehen, daß also in der modernen Theologie oder Soziologie jene Konnotation zunehmend zur Denotation wird.

Fußnoten
 12. Aristoteles, Zweite Analytik, Erstes Buch, 4. Kapitel, 20-25 (73a)zurück
 13. D.H. Braun „Die Religion in Geschichte und Gegenwart", 3. Ausg.,Bd.I, Entstehung des Christentums, Seite 1687-1695.
  Das Eschatologische als Naherwartung wird von Braun und allgemein wegen der scheinbar psychologischen Schlüssigkeit für den Glauben damals und heute dennoch auch von B. einseitig wenn nicht falsch verstanden, wie auch die gängige Erklärung, daß die Angst vor dem Tod zum Auferstehungsglauben führe.zurück
 14. Wobei der Unterschied oder der Schritt von einer gemachten zur dann angewandten Erkenntnis besonders in der Fach- oder Berufssprache wie in allen Wissenschaften dazu verleitet, die Operationalität in der anwendbaren Faktizität einer Erkenntnis wie 3+2=5 oder 1/2gt² zu übersehen und die Anwendbarkeit als Beweis zu nehmen für die Wahrheit oder Objektivität oder gar Dinglichkeit der Erkenntnis.zurück
 15. Der Einfachheit halber übergehe ich die Frage nach der Entität oder ontischen Existenz des Phänomenologischen, die aber ebenfalls nicht empirischer Art sein kann.zurück
 16. Was Prauss in „Erkennen und Handeln in Heideggers Sein und Zeit", Verlag Karl Alber, Freiburg, als Widerspruch in sich entlarft.zurück
 17. Gerold Prauss „Die Prädikation als Existenzaussage" Seite 702-706 in die „Welt und wir" Metzler Verlag)zurück
 18. Augsburger Religionsfriede.zurück
 19. Dies gilt keineswegs nur für die Kirchen- oder Vereinsordnungen.zurück
 20. Gerhard Ebeling, *1912 in Berlin, Pfarrer in Berlin-Hermdorf, Prof.in Tübingen, Zürich; Mitherausgeber HUTH.
  In „Die Religion in Geschichte und Gegenwart" 3. Auflage, Bd. II, Seite 1296  zurück
 21. Siehe  Gottlob Frege „Begriffsschrift" Verlag von Luis Nebert 1879; und „Logische Allgemeinheit" Felix Meiner Verlag, Hamburg.zurück
 22. Wobei man dann im Sinne einer Verabredung von direkten oder indirekten Missionierungsversuchen absehen sollte und auch darf.zurück
 

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