Widersprüche im Leben und im Glauben.
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Warum reite
ich auf diesem erkenntnistheoretischen Aspekt all unseres Tuns und Denkens
herum:
Was der
Disput mit dem respektlosen Ferdel recht klar auf den Tisch zwang, ist ein
Problem, dem sich bereits vor 1000 Jahren der islamische Theologe, Arzt und
Philosoph Ibn Roschd, ( Ibn Rushd )*
1126, † 1198, genannt Averroës ausgesetzt sah. Man warf ihm das Gleiche vor,
nämlich eine Oroblematik, die heute die Bibelchristen den protestantischen –
und teils auch den katholischen Theologen vorwerfen, und was letztere meistens
zurecht, weil sie nicht besser können, unter dem Tisch halten: Man kann
einerseits den Koran genauso wenig wie die Bibel wörtlich nehmen, aber man kann
andererseits die Christen oder Moslems, die den Koran und die Bibel wörtlich zu
nehmen glauben und wörtlich zu nehmen vorgeben und auch echt darum bemüht sind
und dieses auch von anderen fordern, man Ihnen kaum sagen, dass sie im
Irrglauben leben; dies wäre zum einen eine falsche Behauptung und zum anderen
für manche nichts weniger, als die Anstiftung zum Atheismus und Agnostizismus.
Denn ganz sicher hat vor allen der Autor des Johannesevangeliums und nicht
anders Markus, Mathäus und Lukas das geglaubt und vorausgesetzt, was sie als
Leben und Leiden Jesu aufschrieben. Sie und auch Paulus haben allesamt den sog.
geschichtlichen Jesus nicht persönlich gekannt. Wenn sie alle im Irrtum waren,
dann müßte man dieses auch von all den Christen sagen, von den ersten Christen
und allen in den vergangenen 2000 Jahren seit Jesu Himmelfahrt, die bis heute
praktisch aus der Bibel als dem lebendigen Wort Gottes leben.
Und dies tue ich ja auch.
Das bedeutet aber, dass jener Widerspruch nicht nur zwischen
verschiedenen Gruppen besteht, den bekennenden Bibelchristen auf der einen
Seite und den wissenschaftlich arbeitenden Theologen auf der anderen, sondern
auch in mir selbst und innerhalb der vielen Pfarrer und Theologen, die trotz
weitergehender Einsichten und Forschungen dennoch gläubige Christen geblieben
sind.
Ich war auf dem vergangenen ökumenischen Kirchentag von
Protestanten und Katholiken und auch an dem Jesusmarsch 2 Jahre vorher in
Berlin beteiligt, bei dem – hunderttausend meist junge Menschen mit dem Namen
Jesus auf ihren T-Shirts oder auf ihren Fahnen und Plakaten und in ihrem Herzen
– unberührt von jeder Textkritik ihren Glauben mit den Worten der Bibel
bekannten. Und ich war traurig bei dem Gedanken, wie viele von den jungen
Menschen sich eines Tages beschämt betrogen fühlen, wenn sie mal ein
theologisches Fachbuch in die Hand bekommen, das man in jedem Buchladen kaufen
kann, die dann, wie es ja auch tatsächlich vielen Theologiestudenten und Theologen
ergeht, ihren Glauben erst mal verlieren und jede Achtung vor ihren Lehrern und
beiden Konfessionen.
Ich habe dies selbst erlebt und zig-mal ansehen müssen.
Und gerade in ihrer Glaubensgewissheit waren und sind diese
liebenswerten jungen Menschen oft taub und abweisend für alle Argumente, die
sie vor einem späteren Absturz bewahren könnten – und halten solche Argumente
eher für die listigen Angriffe des Bösen, des Teufels.
Wie aber kann man aus der Bibel als dem lebendigen Wort
Gottes leben, wenn man nicht fest glaubt, was in der Bibel steht, - wenn man
sogar hingeht, und die zehn Gebote verändert, oder das Glaubensbekenntnis oder
das Vater Unser?
Die Möglichkeit des nur Scheinbaren eines scheinbar
unversöhnlichen Widerspruchs ist heute denn auch am einfachsten und am
radikalsten erkenntnistheoretisch zu demonstrieren, und ist auch verstehbar
zumindest für jeden, der einen einfachen Hauptschulabschluß erreicht hat.
Dieses erfordert heute kein langes Studium mehr, nur den Mut zum selbständigen
Denken. Man kann dabei in jeder Situation den nächstbesten sichtbaren
Gegenstand als Beispiel anführen, einen „roten Tisch“ oder eine „grüne Wiese“
oder was auch immer. Denn, obwohl es richtig ist und wir es für richtig halten,
dass jener Tisch rot und jene Wiese grün ist, wissen wir zugleich, dass jene
rote oder grüne Farbe nicht dort an jenem Tisch oder an jener Wiese ist, denn
von dort her gelangen, - wie wohl jeder Physiklehrer heute sagen würde - ,
keineswegs rote oder grüne Lichtwellen in unser Auge, sondern farblose Photonen
oder Wellen, die uns erst unser Gehirn als „rot“ oder „grün“ erscheinen lässt.
Etwas besser hat diesen Widerspruch im Alltäglichen schon vor
fast 2500 Jahren der kluge griechische Philosoph Zenon von Elea (490- 430
v.Chr.) seinen philosphischen Kollegen vorgehalten. Er bewies, dass sich in
Wirklichkeit ein Pfeil von einem Bogen abgeschossen oder eine Pistolenkugel in
der Luft nicht bewegt, und dass Achilles bei einem Wettrennen keine Schildkröte
einholen könne. Aber weder der große Aristoteles noch auch der große I. Kant
nahmen ihn ernst und sahen diesen Widerspruch. Und auch ein heutiger normaler
Physiklehrer würde Zenon kaum zustimmen. Denn es scheint ja offensichtlich,
dass der schnelle Achill die lahme Schildkröte, wenn sie einen Meter Vorsprung
hätte, mit zwei Schritten eingeholt hätte.
Deswegen ist vielleicht mein Beispiel von der Farbe für den
heutigen allgemeinen Bildungsstand etwas besser weil leichter einsichtig.
Und man hat vor tausend Jahren dem guten Averroës den Vorwurf
gemacht, dass er mit seinen ähnlich klugen Sprüchen, wie der Koran angesichts
wissenschaftlichen Denkens zu verstehen sei und wie nicht, den Glauben der
einfachen Leute zerstöre. Denn er unterschied einen einfachen, naiven Glauben
von einem emanzipierten.
Der einfache naive Glaube würde bei meinem Beispiel also
bedeuten, dass man jenen Tisch tatsächlich für rot und jene Wiese für grün
hält, - wie es auch Marx und Lenin annahmen; der emanzipierte Glaube würde
dagegen bedeuten, dass auch der Wissenschaftler im realen Leben zwar von einem
roten Tisch und einer grünen Wiese sprechen würde, und dass er protestieren
würde, wenn man ihm z.B. statt dessen einen grünen Tisch verkaufen würde, oder
dass jemand die Wiese fälschlich für grau und verwelkt erklärt, während sie doch
saftig grün sei; dass er aber zugleich wisse, dass es sich bei solcher
Farbbezeichnung um eine Konvention und nicht um eine Wahrheit handele, dass
also die Wiese tatsächlich weder grün noch grau ist.
Man hat dem guten Averroes am Ende solche emanzipierten
Sprüche über den Koran verboten, und nicht ohne seine Schuld hat es seitdem
keinen großen islamischen Philosophen mehr gegeben, und auch die islamische
Wissenschaft ging damit zuende. Denn seine Lösung des Problems, das
durch solche Unterscheidung entstand, war in der Tat zu einfach: Der gebildete
Theologe sollte seiner Meinung nach den einfachen, normalen Menschen, den
Moslem, nicht mit Theologie und Philosophie verunsichern bzw. er sollte jede
Theologie und Wissenschaft so kompliziert formulieren, dass ein normaler Mensch
sie nicht versteht, und dies wurde wahrscheinlich von den Kalifen seiner Zeit
und später so gedeutet, dass dann die Philosophie, Wissenschaft und Theologie
auch von Übel und überflüssig sei.
Heute verhalten sich im „aufgeklärten“ Europa die
halbgebildeten Physiklehrer und Politiker so ähnlich, wie damals die Kalifen im
Islam; nur dass sie häufig die naive empiristische Sichtweise unserer
Wirklichkeit dogmatisieren, als sei jener Tisch tatsächlich rot, und die Wiese
tatsächlich grün, und als sei alles, was man nicht derart sehen, schmecken,
fühlen, beweisen und messen könne, nur Phantasie, Legende, Mythos, Aberglaube
und Einbildung. Denn Zenon hat trotzdem recht.
Im christlichen Abendland dagegen breitete sich damals mit dem Averroismus auch die Philosophie und Wissenschaft des Aristoteles schnell auf allen Universitäten aus – und damit die heutige Vorstellung von Wissenschaft und der sog. Realität, was dann als Humanismus zur sog. Aufklärung führte; der Averroismus selbst aber wurde vom Papst zurecht verboten.
Zurecht nach meiner Meinung deswegen, weil dies unvermeidbar
zur Doppelzüngigkeit der Predigt und der Kirche und auch jeder Dogmatik und
Wissenschaft führen würde. Wenn man dem normalen Menschen etwas anderes sagt,
als man selbst weiß und glaubt, impliziert dieses nicht nur eine Missachtung
oder gar Verachtung und Bevormundung des Nichttheologen und des normalen
Menschen, sondern es untergräbt die Wahrhaftigkeit des Klerus einerseits, und
die Vertrauenswürdigkeit andererseits. Man verliert beiderseits schließlich den
Glauben – und nicht nur aneinander.
Außer der griechisch-römischen Religionskultur gingen wohl
alle anderen Hochkulturen der Menschheit genau aus diesem Grunde unter. Aus dem
natürlichen Streben nach Glaubensgewissheit aller früheren Religionen – meist
betrieben von der professionellen Priesterkaste – entstand immer eine Art
elitärer Wissenschaft, die letztlich zum Glaubenskern, zum Verständnis des
jeweiligen Gottes vordringen wollte. Mit solcher Wissenschaft verband sich
immer auch Fortschritt und Entwicklung. Mit der Erkenntnis jedoch, dass der
eigentliche Glaubensgegenstand ein Irrtum war, dass z.B. RE, die Sonne, kein
Gott, sondern ein toter, lebensfeindlicher und nur glühender Stern war, brach
nicht nur der Glaube der Priesterkaste sondern zugleich die eigentliche
Motivation und Grundlage jener Wissenschaften und Kulturen zusammen. Man
verbarg dies den Laien, und hielt die religiösen Gesetze und die auf den alten
Glauben basierenden Traditionen und Konventionen oft mit Lüge, Täuschung und
Gewalt noch eine Zeit lang aufrecht, solange das Volk sich etwas vormachen
ließ. Aber letztendlich gingen Autorität und Gültigkeit der Religion verloren,
man verlor die Autorität und fiel zurück in den primitiven Animismus.
Obwohl in den Abrahameischen Religionen, im Judentum,
Christentum und Islam, der Schöpfer des Wirklichen mit dem Verstand
unerreichbar und zugleich damit unwiderlegbar jenseits jeder Denkbarkeit steht
und gegen solchen Zusammenbruch gefeit ist, und ohne Zweifel auch genau
deswegen, kam die Theologie wie im Islam auch im Christentum dennoch in die
ähnliche Situation, dass nämlich alle Überlieferungen immer auf sehr
vereinfachte Vorstellungen beruhen, so dass die Antworten auf ehrliche wie auch
auf vorsätzlich kritische Glaubensfragen, wie nicht zuletzt die Antworten auf
glaubensfeindliche Thesen so kompliziert waren, so dass Frage wie Antwort
entweder nur mit einer entsprechenden Vorbildung und Begabung zu verstehen
waren, bzw. - wie die Theodizee – überhaupt nicht beantwortet werden können.
Der Begriff Theodizee , von
G.W. Leibniz (1646-1716) nach Röm 3,4f geprägt, ist ein eigentümlicher und
wichtiger Begriff der neuzeitlichen Metaphysik. Er bezeichnet die »Verteidigung
der höchsten Weisheit des Welturhebers gegen die Anklage, welche die Vernunft
aus dem Zweckwidrigen der Welt gegen jene erhebt« (I. Kant). Ankläger,
Verteidiger und Richter werden von der
Vernunft verkörpert, die sich angesichts vernunftwidrig scheinender
Erfahrung der Stimmigkeit ihrer Welterklärung und deren Orientierungsleistung
vergewissert.
Das Theodizeeproblem stellt sich in allen Kulturen, in denen
die Frage »Warum leide ich?« an eine von menschlichen Tätern verschiedene
Instanz gerichtet werden kann. Auch nach dem Geltungsschwund der neuzeitlichen
Metaphysik bleibt menschliches Leiden ein Skandalon für rationales und
moralisches Denken.
Der Begriff Theodizee
wird polemisch gebraucht für den theol. illegitimen Versuch, mit einem
rationalen Konzept der Selbstrechtfertigung Gottes als Schöpfer ( Schöpfung 3.)
und Erlöser ( Soteriologie) zuvorzukommen (K. Barth), sowie für den moralisch
verwerflichen Versuch, Leiden Sinn
zuzuschreiben um den Preis der Rechtfertigung des Bösen und der Verweigerung der tätigen Solidarität mit den Opfern
(Th. W. Adorno, D. Solle). Theodizee
ist ein analytischer Begriff der wissenssoziologischen oder
systemtheoretischen Erklärung der Fähigkeit individueller und sozialer Systeme, widersinnige Erfahrungen zu
integrieren (M. Weber, P.L. Berger, N. Luhmann). Theodizee wird positiv in philos. Entwürfen eines mit
der leidvollen Welt kompatiblen
Theismus (R. Swinburne, D.R. Griffin) gebraucht sowie in einer »christl.
Theodizee « in irenäischer Tradition (J. Hick).
[Kirchenlexikon: Theodizee,
S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 98: Evangelisches Kirchenlexikon, S. 13440
(vgl. EKL Bd. 4/11, S. 724 ff.)]
Dennoch verstoßen auch wir Christen (von anderen Religionen
will ich dabei nicht sprechen) allzu leicht gegen das 2. Gebot, „Du sollst Dir
kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen und es anbeten.“ Und je unreiner
und verschlagen, um so mehr projizieren auch wir in unseren Gott menschliche
Vorstellungen von Gott wie es uns passt, im Prinzip genauso wie man Göttliches
in einen aus Holz geschnitzten Götzen
projiziert und diesen einerseits anbetet, um ihn andererseits für die eigenen
Interessen zu instrumentalisieren, - bis wir solchen Aberglauben der zu
einfachen Vorstellung als Irrglauben durchschauen und aufgeben (verlieren).
Der Mensch kann jedoch gar nicht anders denken, als über eigene Vorstellungen, die auf eigene Erfahrungen basieren. Das christologische Verständnis der sog. „Funktion“ Jesu bei diesem Prozess, die Johannes (3,14) und Paulus (1.Kor.10,9) sogar vergleichen mit der Funktion der „ehernen“ (eisernen) Schlange, die Mose in der Wüste aufrichtete als Schutz vor den lebenden Schlangen, dürfte deswegen immer abhängig sein von der Redlichkeit (Reinheit) wie zugleich vom jeweiligen Stand (Entwicklungsstand) menschlicher Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung, - und steht wohl erst am Anfang.
Neben dieser rein inhaltlichen Problematik gab es zudem wie
im Islam von Anbeginn an auch im Christentum immer Menschen und Institutionen,
für die die Religion nur das Mittel war für Karriere, Geld und Macht und war
für solche nur aus diesem Grunde überhaupt relevant, so dass diese auch kein
Bedürfnis nach Erkenntnis, Fortschritt und Entwicklung hatten oder förderten,
sondern eher als lästig empfanden und gewaltsam verhinderten.
Alles zusammen, die vereinfachte Vorstellung, die für den
Laien nicht mehr verständliche Theologie wie auch der Missbrauch kirchlicher
und weltlicher Macht, führte immer auch zu ähnlichen Missbildungen, wie in
allen früheren Religionen und untergegangenen Kulturen, d.h. zur religiösen
Bevormundung durch Despoten, und zu mehr oder weniger gewaltsamer
Indoktrination des gemeinen Volkes d.h. des normalen Menschen durch
Machtmenschen und Institutionen, denen es nur um Machterhalt und Ordnung ging.
Ob man dieses nun mit staatlicher Ordnung, mit Identität,
Tradition oder Kultur legitimierte, oder mit Wahrheit oder mit theologischen
bzw. philosophischen Lösungen bestehender Probleme, spielte dabei keine oder
nur eine untergeordnete Rolle.
Aber grundsätzlich mehr und auch anders als im Islam und in
allen anderen Religionen finden wir im Christentum von Beginn an heftige Kritik
und religiöse Selbstkritik gegen solches Missverhältnis und gegen solchen
Mißbrauch, oft unter Lebensgefahr und oft mit dem Ergebnis von Vertreibung,
Gefängnis, Scheiterhaufen oder Verbannung. Und genau deswegen sind auch die
Forderungen und Vorsätze innerhalb der Kirchenleitungen der Christenheit nach
Reformen nie verstummt. In keinem Kulturkreis findet man so harte Selbstkritik,
wie in dem christlichen.
Damit komme ich zu der gegenwärtigen Problematik in den christlichen Kirchen insgesamt.
Die Frage der Glaubwürdigkeit und Verbindlichkeit der
Heiligen Schriften – nicht nur unserer Religion – ist jedoch weit
komplizierter, als es diese unterschiedlichen Sichtweisen der Farbe einer Wiese
oder eines Tisches sein könnten. Und die Subjektivität, d.h. die Menschlichkeit
menschlicher Erkenntnis bezüglich der Bedeutung der Heiligen Schriften scheint
denn auch ganz unvergleichbar folgenreicher, als bei meinem Beispiel der Farbe
und den reflektierten Lichtwellen. In der Tat ist mein Beispiel sehr viel
fragwürdiger als das des Zenon und wäre sogar falsch verstanden, wenn es
andeuten sollte, dass dem subjektiv-naiven Verständnis der Heiligen Schriften
durch den Laien eine objektive, wissenschaftliche und damit richtigere
Auffassung gegenüber stünde.
Diese ganz falsche Ansicht ist nicht nur bei Laien sehr
verbreitet, sondern auch bei Theologen, die ganz „objektiv“ die tatsächliche
Botschaft Jesu in den „subjektiven“ Berichten der Evangelien zu finden
versuchen. Denn Letztere befinden sich bereits mit solchem Vorsatz in einem
Netz unlösbarer Fragen gefangen: Waren nicht die Jünger Jesu, waren nicht die
Evangelisten theologische Laien und war dies nicht selbst Paulus oder war nicht
gar Jesus selbst Laie nach heutigem Maßstab theologischer und
wissenschaftlicher Bildung? Womit sich dann ja auch unser christlicher Glaube
infrage stellt.
Mit dem Aufkommen wissenschaftlichen Bewusstseins im 16.
Jahrhundert tauchte mit dem „Deismus“ derartige
Überzeugung sogar in vielen Variationen und Bekenntnissen auf.
Dennoch kennen wir sowohl in der Bibel wie in der
Kirchengeschichte die Unterscheidung des normalen Glaubens von einem tieferen
Verständnis, wobei Letzteres wie z.B. bei den großen Kirchenlehrern Augustinus
und Thomas von Aquino neben der Kenntnis griechischer Philosophen durchaus auf
Erkenntnisse basierte, die durch besondere Erlebnisse und eigene Erfahrungen
mit Gott und durch ein frommes Leben geschenkt wurden, zugleich jedoch auf ein
intensives Bibel- und Universitätsstudium basierte, zu dem – wie bei Averroes –
neben der Theologie eben auch das Studium von Philosophie und anderen
Wissenschaften gehörte.
Und es war erst die Reformation durch Luther, die sich – wenn
auch formal – auf die Bibel stützte, als sei sie ein quasi empirischer Beweis für
die religiöse Wahrheit und Argument gegen den Mißbrauch, als Beweis für
die Aussage einerseits und dafür, dass die Bibel das Wort Gottes sei,
andererseits. Die Reformation machte die Bibel erst öffentlich in diesem
eigentlichen Sinne.
Unbemerkt und sicher unbeabsichtigt schob sich dabei für
manchen Theologen und Laien das „Wort Gottes“ als höchstes Wahrheitskriterium,
als der Beweis von Wahrheit und Unwahrheit, von Richtig und Falsch zwischen
Mensch und Gott mit der Folge, dass ebenfalls unbemerkt genau dadurch die
Aussagen der Bibel als empirische Realität eine andere, nämlich beweiskräftige,
d.h. funktionelle Bedeutung bekommen, z.B. die der historischen oder physischen
Indikation, die dann jedoch den Verstand unvermeidbar auf tausend
Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten stoßen lässt, die kein
ernstzunehmender Theologe und keine wissenschaftliche Wahrhaftigkeit leugnen
oder wegdenken kann, die aber für einen einfachen Christen gar nicht bestehen.
Hierzu sollte man vielleicht das Buch von Albert Schweizer über die Geschichte
der Leben-Jesu-Forschung lesen, oder etwas einfacher „Das Neue Testament als
Buch der Kirche“ von Willi Marxsen. (Evgl. Buchgemeine, Stuttgart).
Damit entstand eine Bibel mit zweifacher Bedeutung für den
Menschen.
Für den gläubigen Menschen, der in der Bibel Rat, Trost,
Heilung und die Nähe Gottes sucht, bleibt sie ungeschmälert ein lebendiges Wort
und ein Bereich des Heiligen. Für den Historiker, Sprachwissenschaftler,
Philosophen und Theologen dagegen droht die Bibel zu einem historischen,
unersetzbar wertvollen Dokument zu werden mit 2000 bis 5000 Jahre alten – und
teils längst überwundenen - Denkstrukturen, und damit aber unvermeidlich auch
zu ein Dokument von menschlichem Irrtum, menschlicher Naivität und Unwissenheit
und wurde für manchen zu einem Beispiel von naiver Legendenbildung und
Phantasie, die unseren heutigen Glauben mehr oder weniger belasten. Alle
wissenschaftlichen Versuche z.B., vom Neuen Testament auf den historischen
Jesus zu schließen, sind denn auch letztendlich fehlgeschlagen.
Den grundsätzlichen Unterschied der beiden Begegnungen mit
der Bibel, die unterschiedliche Intention und Erwartung einerseits, und das
entsprechende Ergebnis andererseits, kann man sich vielleicht an dem folgenden
Vergleich zweier Verhältnisse verdeutlichen.
vergleichen wir dies mit dem
Es gilt nun diesen Unterschied zu verstehen in dem, was
gemeint ist, wenn Intention 1. zurecht sagen kann, niemand kennt den anderen
besser, als der Vater den Sohn und umgekehrt, wie auch die Personalabteilung
(nehmen wir an es sei eine ideal gute) zurecht sagen könnte, niemand kennt „X“
besser als wir, - obwohl keiner aus der Personalabteilung „X“ z.B. auf der
Straße grüßen und nicht einmal erkennen würde. Man könnte das Beispiel so
erweitern, dass z.B. Vater oder Sohn, Mutter oder Tochter die Person „X“ wäre.
Obwohl wir es in beiden Fällen mit menschlicher Erkenntnis höchster
Qualität zu tun haben, müssten wir die beiden ganz unterschiedlichen Qualitäten
nach ganz verschiedenen Kriterien beurteilen und auf unterschiedlichen
Qualitätsskalen messen.
Womöglich hatte Martin Heidegger in „Sein und Zeit“
ursprünglich nur das Erkennen der ersten Art gemeint, wenn er Erkennen und
Handeln gleichsetzte, nämlich als ein Verhalten oder als ein Verhältnis, wie es
zwischen den genannten Beispielen Kinder – Eltern oder Freunde besteht, wobei
auch das Sich-Kennen ein Verhalten ist, Heidegger spricht von „Umsicht“ und „Umsorgen“,
während bei ihm das objektive und wissenschaftliche Erkennen der zweiten Art
ein „Sichtenthalten“ voraussetzt, wodurch das Erkennen zu einem scheinbar passivem
„bloßen Vernehmen des Vorhandenen“ wird, (womit er allerdings dann in unnötige Widersprüche
gerät, wie es Gerold Prauss nachwies, wenn er weiter sagt: „Die moderne
Wissenschaft ist als Theorie eine unheimlich eingreifende Bearbeitung des
Wirklichen.“ [Prauss in „Erkennen und Handeln in Heideggers »Sein und Zeit«“]).
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
Hiermit ergibt sich nun eine analoge Parallelität der zwei
Arten von Bibelbewertung zu den zwei Arten von Wirklichkeitsauffassung
gegenüber all den anderen Wissenschaften, eine Parallelität, die nur auf den
ersten Blick wie an den Haaren herbeigezogen scheinen mag.
Wir können heute damit drei Arten von Christen, Gläubige oder Theologen (auch in anderen Religionen) unterscheiden, wie wir auch drei Arten von sog. aufgeklärten Menschen auch außerhalb der Kirchen und Religionen unterscheiden können, was sich miteinander vergleichen lässt.
(1)
Die jeweils persönliche Begegnung mit der
Gegenwart der liebenden Allmacht und Allwissenheit Gottes lässt bis heute die
kerygmatische Darstellung (Evangeliumsverkündung in der Frühgemeinde)
Jesu ganz glaubwürdig und unproblematisch erscheinen. Die Gegenseite würde
auch alle sog. Biblizisten und Fundamentalisten zu dieser ersten Gruppe zählen.
(2)
Die sog. „aufgeklärte“ Gegenseite, wie z.B. der
einstige Spiegelherausgeber Rudolf Augstein (siehe www.jesus-und-kirche.de) (übrigens meine Webseite.), wie Feuerbach, Nietzsche,
Karl Marx, Lenin usw. und auch viele sog. Theologen, sieht in der Bibel eher
eine gerade durch den Glauben, d.h. durch den „Aberglauben“ verfälschte
Wirklichkeitssicht und verfälschte – wenn nicht verlogene – Jesusdarstellung
(Nietzsche: Das Christentum beginnt mit einer Lüge. Er meint damit die jungfräuliche
Schwangerschaft Marias.) Derart aufgeklärte Theologen unterscheiden zwischen
echten und unechten Jesusworten. Viele Theologiestudenten und Theologen
verloren über die Aufklärung mit dieser kritischen Bibellektüre ihren Glauben
an Gott. Sie wurden praktisch blind für Gott. Viele davon predigen weiter auf
der Kanzel, aber sie vermeiden es, die „naive“ Frömmigkeit der immer weniger
werdenden Kirchgänger zu verletzen bzw. zu beleidigen. Sie beleidigen dennoch
in Gedanken. Für sie ist Frömmigkeit eine Lebenskrücke für Schwache, usw..
Manche treiben heute ganz ungeniert ihren Spott mit den Gläubigen und nutzen
das Vertrauen für ihre eigenen finanziellen und politischen Ziele aus.
(3) Die dritte ständig wachsende Gruppe kann beide Sichtweisen gut miteinander vereinbaren, wie Karl Barth, Bultmann, Jüngel und viele andere.
Wir sollten aber nicht ungerecht sein und nun alle Christen
in diese drei Schubladen hineinsortieren.
Sicher hat jeder Mensch, wenn auch in unterschiedlicher Dosierung, von allem etwas. Und selbst der strengste Bibelchrist wird z.B. die verschiedenen Auferstehungsgeschichten – wie schon gesagt - kaum so verstehen, als sei Jesus als erster Raumfahrer irgendwo an Mond und Mars vorbei in den Himmel über den Wolken verschwunden und zugleich allgegenwärtig. Es kommt bei diesen Geschichten so wenig auf den physischen Vorgang an, dass wir in den vergangenen 2000 Jahren kaum einen Gedanken daran verschwendeten. Wir wissen alle, dass es sich bei der Darstellung von etwas Göttlichem immer – wie auch bei vielen Bezeichnungen im menschlichen Leben – um eine analog-bildliche Begrifflichkeit, Umschreibung oder Analogie handelt, wenn wir z.B. „eine Tatsache auf den Kopf stellen“ u.ä..
Eine entsprechende Einteilung können wir auch im außerreligiösen Bereich machen.
(1)
Wir treffen den naiven bis fundamentalistischen
Empirismus, - auch im Bewusstsein der
Aufklärung und Wissenschaft -, wo immer der Mensch nur das für wirklich hält,
was er mit den fünf Sinnen wahrnehmen, messen und so vor Zeugen beweisen kann,
der dann auch umgekehrt die Wirklichkeit so annimmt, wie wir sie wahrnehmen.
(Lenin) Hierzu gehört auch die moderne Neurologie, wo man glaubt, dass selbst
die unsichtbaren Gedanken des Menschen auf physikalisch-chemische Vorgänge im
Gehirn zurückgeführt werden können. Der große Philosoph Gerold Prauss nennt
diese empiristische Haltung Dingverfallenheit.
(2) Der Skeptiker dagegen glaubt, dass wir in einer eher virtuellen, eingebildeten Welt leben, dass wir von der Wirklichkeit, wie sie tatsächlich ist, nichts wissen können (I. Kant), wie es bereits der gute Sokrates erkannte. Solcher Agnostizismus kann ebenfalls üble Blüten treiben in dem Sinne, dass Wahrheit und Unwahrheit, Wahrhaftigkeit und Betrug keine Rolle mehr spielen. Im letzteren Sinne finden wir denn auch entsprechend eine regelrechte esoterische Unsitte, die zur Mode geworden ist und das naive Glaubensbedürfnis der Menschen ausnutzt, bei der man mit Hokuspokus, Astrologie, Psychoterror u.v.a. vertrauensselige Menschen dazu bringt, Geld, Freiheit und den gesunden Menschenverstand und auch ihren guten christlichen Glauben für windige Versprechen und Spekulationen zu opfern.
(3) Auch hier gibt es Wissenschaftler und immer mehr gebildete Menschen, denen - wie Kant, Goethe, Einstein, Poper und viele andere - durchaus die Grenze und die Fragwürdigkeit empirischer Erkenntnis bewusst ist, die aber im Bereich des Erfahrbaren dennoch ihren fünf Sinnen vertrauen.
Auch hierbei sollten wir diese Einteilung nicht einfach wie
Schubladen benutzen.
Denn auch dies ist eine fast sträfliche Vereinfachung und
dürfte, ganz besonders als diese Parallelität, für jemand, der nie gebetet hat
und nie tiefinnerlich einen Gottesdienst erlebt oder die Bibel derart gelesen
hat, vollkommen unverständlich sein. Für eine allgemeinverständliche
Darstellung, also auch für solche aufgeklärten Menschen, wie man sie heute oft
in den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands findet, würden wohl drei dicke Bände
darüber notwendig sein.
Ich will diese Schwierigkeit hier nur an dem Beispiel
andeuten - und damit vielleicht verständlicher machen, - die z.B. in dem
Unterschied besteht zwischen (a) einer Anrede von einer Person zu einer anderen
Person und (b) der rein sachlichen Informationsweitergabe, wie sie von einer
Sache zu einer anderen, z.B. von einem Komputer zu einem anderen stattfindet,
bzw. wie eine Information von einem Blatt Papier auf ein anderes z.B. ein
Photopapier übertragen werden kann. Bei (a) dürfte das gegenseitige Erkennen
als Subjekt, als Person, als „Jemand“ im Normalfall wohl immer der eigentliche
und wesentliche Vorgang einer Kommunikation sein, bei dem man gewöhnlich – oder
eigentlich immer - zwischen Sinn, Bedeutung, Absicht, Wertung, Gewichtigkeit
und Rhetorik einer Aussage unterscheidet. Sinn, Absicht und Wertung einer
Aussage dürfte wohl meistens viel wichtiger und gewichtiger sein, als die
weitergegebene rein informative eindimensionale Bedeutung, z.B. bei dem Gruß
„Grüß Gott“. Das Gemeinte einer Aussage kann dabei durchaus dem Informativen
widersprechen, z.B. „Ich will dich nie wiedersehen.“ kann bedeuten „Ich liebe
dich und ich will dich heiraten.“.
Derart ist die Unterscheidung von (1), als dem kommunikativen
Verhältnis zur Bibel oder zum Koran, bzw. über die Bibel und über den Koran zu
Gott und (2) dem rein informativen, wissenschaftlichen Verständnis von Bibel
und Koran zu verstehen, bzw. (1) dem empiristisch-wissenschaftlichen Verhältnis
zur Welt (man hält für wirklich, was man sieht) und (2) dem skeptischen
Verhältnis zum empiristischen Verständnis, d.h. zu dem, wie etwas bloß aussieht
oder scheint.
Mein Problem, d.h. das Problem der gegenwärtigen Christenheit ist, und dies gilt es zu verstehen, dass sich die jeweiligen Positionen (1) und (2) gegenseitig in eine entgegengesetzte extreme Ecke treiben, teils zusammen mit Hass, Feindschaft, Ekel und Verachtung voreinander.
Die beiden Positionen (1) und (1) sind für alle Menschen, die
z.B. in einem christlichen oder moslemischen Elternhaus aufwachsen und erzogen
wurden, erst mal ganz normal. Man betet zu Gott, ohne daran zu denken, wie und
von wo aus Gott meine Gedanken und meine Sprache wahrnehmen kann. Und Worte der
Bibel oder des Koran werden wahrgenommen wie die sprechende Gegenwart, Antwort
und Zuwendung Gottes selbst, ohne dass man sich über das rein logistische,
technische „Wie“ Gedanken machen muß, sowenig, wie man sich solche Gedanken
macht bei einer einfachen Unterhaltung z.B. mit den Eltern. (Wer einen kleinen
Einblick in die tatsächlich hochkomplizierte und bis heute kaum entschlüsselte
Struktur einer solchen einfachen Unterhaltung zwischen Menschen bekommen
möchte, sollte einfach mal die Aufsätze des Mathematikers Gottlob Frege über
die Sprache lesen.) Im Normalfall ist es für ein gegenseitiges Verständnis
eigentlich ohne Belang, wie der Einzelne sich diesen Vorgang z.B.
logisch oder rein technisch vorstellt.
Wer mal einer völlig fremden Sprache zugehört hat, wird sich
sicher gewundert haben, wie dieses Gebrabbel einige Tausend Bedeutungen nach
einer hochkomplizierten Grammatik geordnet darstellt.
Dergleichen ist es ganz normal, dass wir unsere Umwelt so (1)
als wirklich annehmen, wie wir sie wahrnehmen. Ich nehme z.B. blaue Tinte und
schreibe damit meine Gedanken auf ein weißes Papier, so dass ein anderer
Mensch meine Gedanken wahrnehmen und erkennen kann. Und es ist normal
und auch keineswegs naiv, wenn ich ein Gedicht oder wenn ich den herrlichen
Geschmack eines Apfels genieße, den wunderschönen Sonnenuntergang, die Sternen-
und Mondnacht oder die herrliche Landschaft im Thüringer Wald. Und es ist ganz
normal und natürlich und keineswegs naiv, wenn ich all das als Schöpfung und
als ein Geschenk Gottes genieße und für wirklich halte, wie es uns Paul
Gerhardt singen lässt.
Nun sind aber auch die eher theologischen und
wissenschaftlichen Positionen (2) und (2) ganz normal. Der Mensch ist nun mal
keine Kuh, die nur ihr Gras abrupft und sich dann behaglich hinlegt, um in Ruhe
das Gras wiederzukäuen und zu verdauen. Wir wissen, dass Gott durchaus das
Licht und den Regenbogen mit allen Farben erschaffen hat. Wir wissen aber auch,
dass es außerhalb des Menschen kein Licht, keinen Regenbogen und keine Farbe
gibt. Außerhalb des Gehirns gibt es kein Hell und Dunkel, keine wunderschöne
Landschaft, keinen Geschmack eines Apfels. Aber auch innerhalb der Schädeldecke
ist es eher dunkel. Auch dort werden wir kaum eine wunderschöne Landschaft oder
einen Sonnenuntergang finden und auch nicht den Geschmack des Apfels. Und auf
jenem Blatt Papier, auf das ich mit blauer Tinte meinen Gedanken aufschrieb,
sind keineswegs meine Gedanken irgendwie mit der Tinte festgeklebt, so dass sie
beim Lesen dem Leser ins Auge springen. Dort springt nichts. Was der Leser tut,
ist nicht mehr, als was er selbst denkt.
Und ich weiß natürlich, dass auch in der Bibel oder im Koran
objektiv nur Druckerschwärze auf Papier verteilt zu finden ist, und nicht mal
das, so dass ich mir alles weitere immer nur selbst zusammendenke und
zusammendenken muß. Dies gilt natürlich auch für jede verbale Kommunikation.
Nun sagt z.B. Jesus nach Luk. 18,17: So ihr nicht das Reich
Gottes annehmt wie ein Kind, so könnt ihr nicht hineinkommen.“ Und immer bin
nur ich selbst es, der die Verteilung der Druckerschwärze auf Papier in dieser
oder jener Weise interpretiert; und es sind weder die Gedanken von Jesus noch
von Lukas noch von Gott auf jenem Papier. Wie aber soll ich wissen oder
beweisen, was Gott oder Jesus oder Lukas oder Mohammed oder der Engel Gabriel
damit gemeint hat? Was ist nun wahr und wirklich?
Wie der große Philosoph Descartes (1596-1650) zumindest
ansatzweise als Fanal der sog. Aufklärung bereits im 17. Jahrhundert erkannte,
sind die Gedanken eines Menschen das eigentlich oder vielleicht sogar das
ausschließlich Wirkliche des Menschen. Dennoch wissen wir nicht annähernd, was
ein Gedanke ist. Er hat weder Gewicht noch Ausdehnung, er ist mit „Energie“
erzeugte nur im zeitlich und räumlich ausdehnungslosen Punkt stattfindende Bewegung
ohne Bewegtes, wie es Gerold Prauss wohl formulieren würde, - etwas
Unvorstellbares. Denn alles andere ist nur Einbildung, bzw. ein Konstrukt
menschlicher Erkenntnis, wozu auch das Gehirn und auch die Energie gehören, die
zum Denken „notwendig“ sind, und wozu nach Kant dann auch solche logisch
gefolgerte Notwendigkeit als eine der Kategorien unserer Erkenntnisstruktur
gehört.
Aber genau in dieser Radikalität liegt letztendlich auch der
Schlüssel für eine Versöhnung der Positionen (1) und (2).
Soweit ins Erkenntnistheoretische, wie ich hier die Position
(2) umschrieben habe, geht leider (nicht nur) die moderne Theologie noch nicht.
Die Skepsis oder gar die Angst vor solchem Schritt beruht möglicher Weise ganz
vordergründig in zwei Schreckensbildern, dass wir zum einen dann so etwas wie
ein schwarzes Loch als Ausgangspunkt all unseres Erkennens, Denkens, Glaubens
und Fühlens annehmen müssten, das Noumena, das Unnennbare, und das könnte ja
heißen, dass wir überhaupt nichts Verlässliches, sondern nur Menschliches in
der Hand haben, das menschliche Konstrukt menschlicher Erkenntnis. Und das
Menschliche – Allzumenschliche - hatte
nie ein sonderlich hohes Ansehen beim Menschen. Dies änderte sich durch Jesus.
Zum anderen könnte es heißen, dass sich auch die menschliche
Freiheit als so etwas wie Einbildung und nur menschliche Hilfskonstruktion,
nämlich als bloße Einsicht in Alternativen erweisen könnte.
Wenn I. Kant in den „Schriften zur Methaphysik und Logik“
geradezu
höhnt:
Das erschlichene Axiom der
ERSTEN Klasse ist: Alles, was ist, ist irgendwo und irgendwann. Durch diesen
unechten Grundsatz aber wird alles Seiende, mag es auch intellektuell erkannt
werden, an die Bedingungen des Raumes und der Zeit im Dasein gebunden. Daher
machen sich leere Fragen nach den Örtern der unstofflichen Substanzen in der
Körperwelt (von denen es doch aus eben dieser Ursache keine sinnliche
Anschauung gibt, noch eine Vorstellung unter einer solchen Form), nach dem Sitz
der Seele und nach anderem dieser Art breit, und da man das Sinnliche mit dem
Intellektuellen, wie das Viereckige mit dem Runden, unschicklich vermischt, so
trifft es sich meistens, daß einer der Streitenden den Bock zu melken, der
andere ein Sieb unterzuhalten scheint.
Dies kann doch heißen, dass sich jeder bei der Lektüre der
Bibel oder des Koran denken könne, was er wolle, oder als stünde in der Bibel
oder im Koran nichts Verbindliches – „wo kämen wir dahin?!“. Und dies wäre in
der Tat eine Katastrophe. Und vielleicht wird aus diesem Grunde sowohl Gottlob
Frege als auch Gerold Prauss von den Theologen verschwiegen und wie die Pest
vermieden, wie man einst den braven Kopernikus unterm Tisch hielt, Ferdel.
Vielleicht liegt dies jedoch auch an der jeder Erkenntnis nachhinkenden
Vorbildung unserer Theologen.
Die tragische Feindschaft, bzw. der Streit zwischen
Bibelchristen und modernen Theologen und auch zwischen den Konfessionen und
Religionen findet denn auch weit im Vorfeld statt, in dem, was der Mensch
lesen, deuten und sich vorstellen kann, so dass sich jeweils beide
Seiten gegenseitig in eine verbissen empirische Wirklichkeitsvorstellung
hineindrängen, als stünde dort in der Bibel oder im Koran Schwarz auf Weiß, was
„Sache“ ist und wie es gemeint ist. Nachdem sich beide Seiten in
entgegengesetzte Argumentationsecken gedrängt haben, befinden sich beide Seiten
in einer tatsächlich naiven empirischen Position, als könne man (1) anhand der
Bibel beweisen, was Gott wolle oder nicht, oder (2) was Jesus gemeint habe und
was nicht Jesus, sondern nur die Autoren der Evangelien und Briefe gesagt oder
gemeint hätten, als sei Jesus z.B. nach der Auferstehung nach Galiläa oder aber
nach Jerusalem „gegangen“.
Um mich hier aber nicht in ein derart real diskutiertes Thema
einzumischen, für das mir Ausbildung und Kompetenz fehlt, will ich als Beispiel
einen weniger kontrovers diskutierten, also einen nur möglichen Streitpunkt
anführen, der zugleich aber die beiden unterschiedlichen Aspekte dieser
Auseinandersetzung, die beide verstanden werden sollten, hervorhebt: Ist bzw.
war damals, als die Schriften des Neuen Testamentes verfasst wurden, mit dem
neuen Jerusalem bzw. mit dem neuen Israel der orthographische Ort des heutigen
Jerusalems im heutigen Israel gemeint bzw. das damalige israelische Gebiet
gemeint, oder ist bzw. war damit das glaubende Herz eines jeden Christen und
Gläubigen gemeint, das nur von Gott selbst erkannt werden kann? (wie es auch
Mohammed sagt)
Bibelchristen nehmen die Tatsache der Existenz des Neuen
Testamentes als ein Geschenk Gottes, was es sicher auch ist, - es ist sicher
kein Stein sondern für viele Millionen ein täglich Brot – , wie ein Kind
regelmäßig die Hand der Mutter oder des Vaters sucht, um das Gefühl der
Zugehörigkeit zu spüren,
Herr, dein Wort, die edle Gabe,
diesen Schatz erhalte mir,
Denn ich zieh es aller Habe und
dem größten Reichtum für,
Wenn dein Wort nicht mehr soll
gelten, worauf soll mein Glaube ruhn,
mir geht’s nicht um tausend
Welten, aber um dein Wort zu tun.
(Im 18. Jahrhundert schrieben Christian Gregor und Graf von Zinzendorf dies schöne Kirchenlied)
wobei das Kind in seinem Grundvertrauen nicht hinterfragt,
was dabei abläuft an emotionalen und soziologischen Prozessen; dies gilt auch
für das Verhältnis der Moslems zum Koran und gilt wohl auch für alle
Religiösität aller Religionen. Analytisch gesehen geschieht dieses
kindschaftliche Verhältnis zum eigenen Vater oder zur eigenen Mutter in
gleicher Weise wie das menschliche Verhältnis zur jeweils „eigenen“ Sprache mit
der selbstverständlichen Präsupposition der Alleingültigkeit, ganz besonders in
den monotheistischen Religionen „Es gibt keinen anderen Gott als mein Gott“.
Die Philosophie, die Religionswissenschaften und im
christlichen Bereich dann die Theologie mit der modernen Exegese und Textkritik
sieht sich mit dem Verstand bestimmten Fragen gegenüber, die sich allein schon
aus der Existenz und den Argumenten anderer Sprachen, anderer Religionen,
anderer „Mütter“ und „Väter“ usw. ganz von selbst ergeben.
Ich möchte dieses sehr vereinfacht darstellen.
Spätestens seit dem Beginn der Globalisierung im 20.
Jahrhundert, d.h. seit dem öffentlichen Bewusstsein, dass wir Menschen als
gleiche Spezies gemeinsam verantwortlich auf unserem kleinen Planeten in einem
Boot sitzen, wäre es kindisch, ohne Argumente und Rechtfertigung diese
Präsupposition der Alleingültigkeit mit Gewalt und ohne logische Argumente auch
für alle anderen Menschen aller anderen Kulturkreise durchzusetzen. Denn alle
anderen würden oder müssten sogar das gleiche tun und zwar aus dem gleichen
Grund.
Dieser gesellschaftliche Prozess der Globalisierung begann
natürlich nicht erst im vergangenen Jahrhundert, sondern lange vor unserer
Zeitrechnung, als verschiedene Kulturen, Sprachen und Gottvorstellungen mit
ihrer jeweiligen Alleingültigkeitsstruktur aufeinander stießen. Immer geschah
und geschieht diese Auseinandersetzung teils als Angebot und Wahrnehmung neuer
Information, die dann wechselseitig Teil der eigenen Begrifflichkeit wurde,
teils begegnet das andere jedoch auch als Infragestellung und Gefährdung der
Alleingültigkeit des eigenen Glaubens.
Dabei geschah immer und geschieht auch heute nicht anders
unvermeidlich, dass zumindest Teilweise bei dieser Auseinandersetzung der
jeweilig eigene Glauben die Unschuld und die Gültigkeit jenes heilen und
ungestörten Vertrauen der Zugehörigkeit und Kindschaft zur eigenen
Alleingültigkeit der Religion – eben nicht nur der Sprache – behaupten will und
muß, und dabei dem anderen und fremden Alleingültigkeitsanspruch mit
gedanklichem und strategischem Verhalten begegnet. Und das führte immer und
führt auch heute erst mal dazu, dass sich jenes Eigene an Alleingültigkeit auf
die eigene Erkenntnis von Gott vom Glauben auf die Erkenntnis und auf bestimmte
Formulierungen und Strategien verlagert, was dann praktisch und strategisch zu
einer Dogmatisierung und zum Alleingültigkeitsanspruch eben der jeweils eigenen
eben menschlichen Vorstellung führt.
Man könnte dieses als Konfessionspatriotismus oder als
Religionspatriotismus bezeichnen.
Die Literatur der heiligen Schriften zeigt uns, wie archaisch
und unreflektiert die frühen Vorstellungen und Strategien strukturiert waren,
so als könne das gleiche Verhalten der Gegenseite keineswegs verständlich und
berechtigt sondern nur böse sein. Man kann selbst die Apokalypse des Johannes
derart verstehen, als würden am Ende aller Tage alle Nichtchristen in einem
gräulichen Massenmord blutig niedergemacht.
yyyyyyy
Natürlich wissen und reflektieren wir heute, dass ein Christ
im Abendland eben deswegen Christ ist und sein Christentum deswegen als einzig
richtig und alleingültig vertritt und verteidigt, weil er dort geboren wurde,
genauso wie ein Moslem eben Moslem ist, und den Islam deswegen als richtig und
alleingültig vertritt und verteidigt, weil er im Iran, Irak oder Ägypten
geboren wurde. Und mit der Einsicht, dass es nun in der Tat kindisch wäre und
keineswegs gerecht und Gottes Wille sein kann, dem einzelnen Menschen die
Verantwortung dafür aufzuladen, wo er geboren und erzogen wurde, stellt sich
unvermeidlich diese Präsupposition der Alleingültigkeit des eigenen Glaubens
infrage.
Als jüngster Weltreligion liegt denn auch diese Einsicht
schon dem Koran zugrunde, - wenn auch recht zaghaft als bloße Tolerierung
anderer Schriftreligionen.
Vor einer solchen emanzipierten Reflexion und meist gegen
eine solche Einsicht durchgeht wohl jeder religiöse Mensch zunächst mal den
Zustand der apodiktischen Dogmatisierung des Althergebrachten, der Tradition
und Gewohnheit, wobei kaum bewusst wird, dass genau dadurch der Glaube durch
Vorsatz, Verbissenheit und durch die rhetorische Rechtfertigung des eigenen
Glaubens, das heißt aber, der eigenen Gültigkeit, abgelöst wird. Man
spürt dabei noch nicht so sehr, jedenfalls nicht schmerzhaft, dass man damit
bereits die unbefangene Unschuld eines Paradieses längst verlassen hat.
Zu dieser Vorstufe emanzipierter Erkenntnis gehört auch die
allzu bekannte unschöne Erscheinung, dass derart Gleichgelagerte gemeinsam und
oft auch mit Gewalt und anderen gesellschaftlichen Instrumenten die
entsprechende Allgemeingültigkeit solcher Alleingültigkeit befehlen oder
erzwingen wollen. Dies kann bis zur Proklamation eines – dennoch
menschgemachten - Gottesstaates gehen.
Der erste Schritt über dieses bloße Verhalten hinaus muß aber
die Einsicht sein, dass dabei das, womit man den Glauben verteidigt, bereits zu
dem geworden ist, was man verteidigt, nämlich sich selbst und die
allzumenschliche, die eigene Dogmatik, die unmenschliche Tyrannei, sei es an
Frau und Kindern, sei es an der Bevölkerung, und dass damit nicht der wahre
Glaube vermittelt wird.
Dieser eigentliche Schritt der Reflexion über das derart
unkritische Verhältnis zur Bibel, zum Koran oder zu anderen Heiligen Schriften
erfordert denn auch zunächst einmal Wahrhaftigkeit und Redlichkeit und auch ein
politisches Bewusstsein und Achtung vor dem anderen Menschen, darüber hinaus
aber auch eine bestimmte Fähigkeit und Kondition zum sorgfältigen analytischen
Denken. Meist fand und findet dieser Reflexionsschritt deshalb zuerst auch im
Rahmen und im Bereich der Forschung und Wissenschaft jeder Theologie statt.
Dennoch bedeutet dies wohl immer auch das schmerzhafte bis verzweifelte Gefühl,
ohnmächtig ins Bodenlose zu fallen und Gott verloren und verlassen zu haben.
Das Menschliche jeder Religion stellt sich wie eine
unüberwindliche Mauer zwischen Gott und dem Menschen. Bei der Suche nach Gott
prallt man am Menschlichen ab.
Als habe man Gott selbst verlassen, so steht man da in den
Augen derer, die man in ihrem einfachen Glauben zurück lässt. Erinnert sei hier
an Spinoza, wie er zusätzlich noch ausgestoßen wurde, an David Friedrich
Strauß, der daraufhin auch alle seine Ämter verlor, und in den vergangenen
Jahrhunderten so viele, die Verfolgung und Tod erleiden mussten.
Und wie gesagt, ich habe erleben müssen, wie in unserer Zeit
Studenten und viele einst normale einst dogmatisch-bibeltreue Christen mit der
Einsicht des Menschgemachten all dessen, was von ihnen vorher dogmatisch
vertreten wurde, den Glauben aufgaben, den sonntäglichen Kirchgang, das Tisch-
und Nachtgebet, in ähnlicher Weise, wie ein jeder Mensch heute den Glauben an
den Weihnachtsmann und den Osterhasen als kindisch aufgibt. Und auch Selbstmord
mußte ich erleben.
Obwohl man mit einigem Recht durchaus auch verschiedene
Epochen der abendländischen Geschichte als solche Etappen der Erkenntnis
interpretieren könnte, wodurch sich auch bestimmte sog. Massensymptome und neue
Sekten- und Kirchengründungen erklären oder verstehen lassen, so kann dieser
eigentliche Schritt nur als die tägliche Erkenntnis und als ein neues
Verhältnis zu Gott, bzw. als die Notwendigkeit eines neuen Verhältnisses zu
Gott letztlich immer nur in oder an einem Individuum stattfinden – aber
gleicher weise auch die Not und Verzweiflung darüber, wenn man oder solange man
in dem Bewusstsein lebt, nicht nur die Bibel und eine Gemeinschaft und Kirche,
sondern damit auch Gott verlassen oder verloren zu haben.
Und gerade angesichts der neuen großen Gemeinschaft von
Menschen, zu denen man jetzt gehört, die schon immer aufgeklärt das ganze
Christentum für einen großen Humbug und für Volksverdummung und die Kirche für
eine opportunistische, korrupte und geldgierige Krake gehalten haben, die ohne
Gott dahinleben, und die „ehrlich vor sich selbst“ wissen und akzeptieren, dass
mit dem Tod alles vorbei ist – und was sonst alles an weltanschaulicher
Konsequenz dazugehört, angesichts dessen fühlt man sich nun von der Bibel und
von der einstigen Gemeinschaft und von allen gläubigen Lehrern betrogen, - auch
oder gerade von Pfarrern, Religionslehrern und Theologen wie Sören Kierkegaard,
die „all dies“, nämlich die Unhaltbarkeit biblischer Aussagen längst wussten,
auch wenn letzterer tröstend seinen Glauben verteidigt: »Selbst wenn die
gleichzeitige Generation (Jesu) nichts anderes als diese Worte hinterlassen
hätte: „Wir haben geglaubt, daß der Gott im Jahre soundso sich in der Gestalt
eines geringen Knechts gezeigt hat, unter uns gelebt und gelehrt hat und darauf
gestorben ist“, das wäre mehr als genug.«( PHILOSOPHISCHE BROCKEN, V § 2.) Denn
auch das wäre Irrglaube oder gelogen. Denn weder Jesus selbst noch seine Jünger
haben das Menschsein Jesu bezweifelt oder bestritten. Jesus hätte niemals
gedacht oder behauptet „Ich bin Gott.“, wie es jedoch gerade in dem am meisten
geliebten Johannesevangelium durchgehend behauptet wird, so als hätte Jesus sein
Menschsein nur geschauspielt.
Verständlich ist es denn auch, wenn nach einer solchen
radikalen Bauchlandung gerade eines Theologen, der einst mit tiefster
Frömmigkeit und Wahrhaftigkeit ins Theologiestudium gegangen ist, wenn er die
Bauchlandung denn überlebt, die Verzweiflung umschlägt in eine entsprechend
wahrheitsbesessene Bibel- und Kirchenkritik, die sich dann auch durchgehend und
fast mit Hass zuerst gegen das Johannesevangelium richtet, sei es, dass man es
einfach als nicht authentisch und reine Dichtung oder Legende ablehnt, oder sei
es, dass man es als Beweis anführt für die psychopathologische Veranlagung
Jesu, dessen Verhalten und Lehre nur Produkt seiner Halluzinationen, seines
Größenwahns und seiner Paranoia gewesen sei. (Siehe David Friedrich Strauß,
Walter E. Bundy, Binet-Sanglé, Hirsch und viele andere.)
Ich habe noch keine ausführlichere biographische Beschreibung
einer solchen Bauchlandung gelesen, als in dieser skizzierten Vereinfachung.
Ich selbst kenne jedoch in der Situation, dass ich versucht war, die Bibel, das
kostbarste Stück in meiner Wohnung, in die Ecke zu schmeißen: als Irrglaube,
Legende oder Lüge.
Und es wäre keine Lüge, wenn ich weitererzählen würde, dass
nun tausend Engel erschienen und mich freundlich wie einen leicht Erkrankten
umsorgten, dass ich lernte, über einen Sumpf zu wandeln, wobei immer der
hintere Fuß zu versinken anfing, wenn ich ihn beim Vorwärtsgehen ohnehin
anheben musste, - nur dass ich nicht stehen bleiben durfte. Ich bekam damals
das „RGG III“ geschenkt, „Religion in Geschichte und Gegenwart III“, das ich
jedem als Begleitwerk zur Bibellektüre und Zeitung nur empfehlen kann, (es ist
heute preisgünstig als CD erhältlich) in dem kaum übertreffbar mit höchster
wissenschaftlicher Sorgfalt von den besten Köpfen der Zeit in sechs dicken
Bänden der damals (bis 1965) neuste Stand theologischer, historischer,
christologischer und philosophischer Forschung zu allen religionsbezogenen
Begriffen samt allen noch offenen Fragen dargelegt sind. Und ich konnte erst dann
auch klar erkennen, an welchen Hindernissen alle Forschung noch immer scheitert
und ohne Antwort ist.
Und entsprechend ist es auch gerade das Menschliche des
Johannesevangelium, das an so vielen Stellen deutlich macht, dass der jeweilige
Schreiber, für den die Jesusberichte bereits zur Begrifflichkeit des Denkens
gehörte, so wie ich eben von tausend Engeln sprach, dass der Evangelist von den
Vieren ganz sicher die tiefsten eigenen Glaubenserfahrungen mit Gottes
Gegenwart hatte, was trotz späterer Bearbeitung, durch alle seine Worte
hindurchschimmert und einem damit genau diese menschliche Glaubenserfahrung
glaubhaft macht und kerygmatische Offenheit und einem vor allen Dingen
Mündigkeit für den eigenen Glauben an und gegenüber Gott vermitteln kann.
Offensichtlich stemmt sich damit der Verfasser fast brachial
und fast penetrant gegen das Aufkommen einer anderen Begrifflichkeit und
Deutung durch die Gnostiker und Neuplatoniker, die oft mit christlichen Worten,
Bildern und Jesusgeschichten das Nichtmenschliche der menschlichen Seele als
verirrten göttlichen Funken und geradezu das Teuflische, Unwerte und Hässliche
des Menschen als etwas Nichtgöttliches und Missratenes behaupteten.
Und Johannes tut damit praktisch und tatsächlich das
Gegenteil von dem, was sein Evangelium in heutiger aufgeklärter Auffassung zu
tun scheint, wenn man nur vordergründig auf die Geschichtlichkeit oder auf die
naturalistische bzw. gegenständliche Abbildung seiner Darstellung also der
Begriffe achtet. Er macht die Menschlichkeit des Göttlichen und damit das
Göttliche, Kompetente und wertvolle Jesu und des Menschen deutlich und
nachvollziehbar, wie es die Fußwaschung lehrt. Er zeichnet mit seinem Jesusbild
den vollendeten Christen oder das vollendete Christsein. (Bibelstellen
aus Johannes mein Kreuz auf sich)
xxxxxx
Der nun folgende Schluß soll deutlich machen, daß dies
Menschliche am Menschen, das Menschliche an der Bibel oder am Koran, das
Menschliche an der Kirche, das Menschliche an den Konventionen, an der
sinnlichen Wahrnehmung, - eben keinesfalls nur als das Negative gesehen werden
muß.
Ich habe Weihnachten 2003 als Protestant in einem
katholischen Vespergottesdienst am Abendmahl teilnehmen dürfen, und zwar mit
Brot und Wein! Und ich wurde von vielen Leuten am Ende vor der Kirchentür sehr
freundlich gefragt, woher ich käme. Es war ein glückliches Gefühl der
Gemeinschaft.
Bei der der typischen USA-Paraden in Minnesota, auf der sich
alle Schulen, Organisationen, Vereine usw. mit prachtvollen Uniformen mit viel
Tanz und Musik vorstellten, ging ganz am Ende ein etwa 16jähriges Mädchen mit
einem T-shirt, und sie rief den Leuten zu:"Ich liebe Jesus." und man
antwortete "Ich ebenso!". Ein glückliches Mädchen.
xxxxxx
Zu den Angst- oder Sperrbereichen moderner Theologie gehört, daß sie neben den tausend wertvollen Aspekten und Beiträgen genau diese Funktion des Begriffs für unser Denken und das unserer Väter, die ja keine Idioten waren, nicht verstehen wollen oder können.
Mir fielen damals „zufällig“, beides in Taschenbuchausgabe,
die „Einführung in die Erkenntnistheorie“ von Gerold Prauss und einige
Schriften des islamischen Theologen und Philosophen Ibn Rushd, (1126 – 1198) in
die Hände, wobei mir Prauss in seinem Kompetenzanspruch – an Menschenkenntnis
auf 3000 Jahre Philosophie aufbauend – wie die Fortsetzung der Paulusbriefe
erschien und wobei mir Ibn Rushd, genannt Averröes, eher wie ein Arzt für
meinen – aber schon tausend Jahre bekannten - privattheologischen Schnupfen auf
mich wirkte. Averröes versucht – wenn auch unangenehm elitär für den geschulten
Theologen, den einfachen Glauben mit einem eingeforderten reflektierten Glauben
zu versöhnen. Wie dagegen der Schreiber des 1000 Jahre älteren
Johannesevangeliums versucht, dem einfachen Menschen seiner Zeit, ein reflektierteres
Verhältnis zur Glaubensgewissheit einzuüben, und zwar deutlich gegen die
spekulative Begrifflichkeit der damals sich verbreitenden und als „höhere“
dogmatisierte und den Menschen wieder entmündigende lernbare „Weisheit“ und
„Einsicht“ der gnostischen Irrlehre und Bewegung gerichtet, die den Glauben als
etwas Nichtmenschliches und die den Menschen als etwas Nichtgöttliches bis
Gottfeindliches darstellte.
Was hat es nun aber für eine Bewandtnis mit der
Begrifflichkeit für die menschliche Erkenntnis, für das menschliche Bewusstsein
und unseren Glauben, wie ich sie einfordere?
Dies ist in der Tat nicht nur etwas kompliziert, sondern kann
auch nicht einfach gelernt werden, wie z.b. den pythagoreischen Lehrsatz, man
muß dieses als eigenen Reflexionsschritt selbst denken oder tun. Man muß einen
gewohnten Trampelpfad verlassen. Es ist ein Reflexionsschritt über Descartes
und Kant hinaus, was Gerold Prauss als die eigentliche noch zu vollziehende
Aufklärung einfordert und auch zumutet.
Der Mathematiker Gottlob Frege (1848 in Wismar gest. 26. 7.
1925 in Bad Kleinen) hat dazu mit seiner Unterscheidung einmal von „Sinn und
Bedeutung“ einer Aussage und zum anderen von „Begriff und Bezeichnung (Namen)“
wohl die entscheidende Vorarbeit geleistet.
Wie es der Verfasser des Johannesevangelium fast penetrant
einzuüben versucht, muß man lernen, durch den Fordergrund einer Aussage als
Erkenntnis, z.B. der sprachlichen Aussage, auf die reine eigentliche Bedeutung
zu blicken. Wenn Gerold Prauss dann als Wirklichkeitskriterium das Urteil
„tatsächlich, faktisch, kontingent, will sagen, auch empirisch“ voraussetzt,
gehört dazu im normalen Alltag immer auch die sprachliche Bezeichnung eines
Begriffs, was in der normalen unreflektierten Alltagssprache mit der Bedeutung
gleichgesetzt wird, die natürlich nichts empirisch Gegenständliches ist,
sondern nur gedacht werden kann, sonst müsste z.B. bei der Feststellung „Dies
ist ein Tisch.“ so etwas wie (nach Plato) ein idealer Tisch im Gehirn oder
zwischen Menschen, die sich darüber unterhalten, herum- und hin-und her
fliegen. (das gäbe blaue Flecken)
Ich habe indirekt die Folge solcher üblichen Gleichsetzung
von Begriff und Begriffsbezeichnung in diesem Forum „Glaube und Philosophie“
mit schönen (wie ich meine), wenn auch sehr vereinfachenden Worten, bereits
ausgeführt:
Worte für sich allein besagen noch nichts, wenn man nicht
weiß, was damit gemeint ist, - weswegen der gute Kierkegaard drumherum noch
einige Bücher schreiben mußte.
Was eine feste Form im gesellschaftlichen Miteinander positiv
bedeutet, hat Kierkegaard leider weniger untersucht. Tatsache ist, daß z.B. die
feste Form des Wortes "Tisch" als Bezeichnung des Begriffs „ein
Tisch“ in der deutschen Sprache als Bezeichnung für ein bestimmtes Möbelstück
die Voraussetzung dafür ist, daß man innerhalb der deutschsprechenden Gegend
versteht, was gemeint ist, wenn jemand dies Wort benutzt. Und wenn ein
zweijähriges Kind für dieses Möbelstück die Bezeichnung "Stuhl"
benutzen möchte, wird dies Kind aus gutem Grund von der Umwelt unter Druck
gesetzt, praktisch indoktriniert, korrigiert bis es nachgibt und sich der
allgemeinen Konvention angepaßt hat. Dies arme Kind würde, wenn es für alle
Bedeutungen eigene Worte benutzen würde, nirgendwo verstanden werden und z.B.
in der Schule Schwierigkeiten bekommen und nie studieren dürfen.
Dennoch sollten wir uns bewußt sein, Achtung!,
das ist jetzt wichtig!!!! daß die Form des Wortes "Tisch" als
Bezeichnung für den Begriff einer bestimmte Art Möbel nur deswegen richtig ist,
weil alle dies für richtig halten, eine Konvention, sagt man. Ohne solche
Konvention wäre Sprache nicht möglich.
Aber ohne Zweifel ist das Richtigkeitskriterium für diese
Form als Bezeichnung des Begriffs "Tisch", das einer Hammelherde,
eines Trampelpfades: Alle machen es, weil alle es machen oder benutzen; und die
Kinder werden mehr oder weniger gezwungen, mitzumachen.
Nach diesem recht zweifelhaften Richtigkeitsprinzip der
Hammelherde und des Trampelpfades funktionieren nicht nur alle Sprachen, ein
unverzichtbares Geschenk, nicht nur die zigtausend Konventionen und Werte, von
denen heute viel die Rede ist, sondern nach diesem Prinzip einer natürlichen
menschlichen Veranlagung urteilen wir leider auch zu oft, wenn es um Fragen der
Religion und des Glaubens geht. Und dies führt unreflektiert und deswegen dann
unbewusst zu einer Haltung, die einen Verstoß gegen Konventionen bereits als
Verstoß gegen die Religion und den Glauben einstuft.
Aber man muß einen Trampelpfad als Wahrheitskriterium eben
auch verlassen können, um sehen zu können, um was es sich z.b. bei diesem
Richtigkeitskriterium handelt.
Es handelt sich dabei keinesfalls um Wahrheit!
Übereinstimmung mit und Zustimmung von Menschen bzw. Konvention kann nicht das
höchste Wahrheitskriterium sein.
Diese Einsicht vertreten und fordern übrigens alle großen
Philosophen.
Und wir finden dies an vielen Stellen im NT. Eph 6,6, Kol.
3,22
Würden z.b. alle Menschen die Summe von 2+2 als fünf ansehen,
würde der Unsinn dadurch nicht wahr. Alle vernünftigen Leute würden sich dann
mit der Zeit bei dem Wort „Fünf“ „= 4“ denken. Würden alle Menschen glauben,
dass sich die Sonne um die Erde dreht, wäre solcher Glaube eben Unsinn, - trotz
konventioneller Sorgfalt.
Das Dilemma der heutigen Theologie im Verhältnis zu den
empirischen Wissenschaften im Vergleich mit dem der kerygmatischen zur
gnostischen Theologie wäre nur derart verstanden natürlich sehr vereinfacht.
Wissenschaftlich gesehen besteht der Mensch aus ein paar Eimern Wasser und ein
paar Kilo Chemikalien, die nach dem Prinzip seiner Genstruktur molekular
zueinander angeordnet sind.
Aber jeder vernünftige Mensch weiß natürlich, dass ein
menschlicher Gedanke, also das Eigentliche des Menschen, nicht aus Wasser und
anderen Molekülen besteht, und dass es sich auch bei der empirischen Auffassung
vom Menschen nicht anders um Gedanken und nicht um richtige Menschen handelt.
Und hier liegt die Parallelität heutigen Glaubens zum
kerygmatischen im Verhältnis zur damaligen Gnostik, dass man also den Menschen
einerseits nur als molekulare und tierische und eigentlich unwerte sterbliche
Hülle, als eine zufällig entstandene Zusammensetzung aus ein paar Eimern Wasser
und ein paar Kilo Chemikalien versteht.
Gerade wenn wir von Wasser und Chemikalien oder Moleküle
sprechen, handelt es sich nicht um richtiges Wasser und Moleküle, wie wir es in
der sog. Dingverfallenheit“ (Prauss) unserer wissenschaftlichen Aufklärung
annehmen, sondern um Erkenntnis der Außenwelt, wobei wir gerade so etwas wie
menschliches Denken und erst recht, wenn wir von Geist und Seele sprechen,
dieses völlig zu unrecht grundsätzlich vom Leib und empirischem Körper
unterscheiden, dem wir freie Entscheidungsmöglichkeit und Verantwortung
zumuten.
Hier gilt es, den verführerischen empiristischen Trampelpfad
zu verlassen, eben auch für die Theologie, ohne dass man damit den Glauben und
die Kirche verrät oder verläßt.
Man sieht mit solcher Einsicht zuerst die Fehler der anderen
und den Verständnisweg der anderen; Konvention Kopftuch, Elephant usw.
Im Rausche der Angst, der Rache, des Hasses, der Sexualität,
der Habgier lenkt und formt unser Verstand alle Werte um im Sinne der
Begierden.
(vom lat. deus, Gott). Der Terminus (bis ins 18.Jh. austauschbar mit Theismus) taucht zuerst bei Viret (Genf 1564) auf, der mit Abscheu von Leuten redet, die sich Déiste nennen, um hervorzuheben, daß sie im Unterschied zu Atheisten ( Atheismus) an Gott glauben, obwohl sie von Christus und seiner Lehre nichts halten. Es gibt einige Schriftsteller, die sich explizit zum D. bekennen (z.B. Blount und Tindal), aber wegen des negativen Beiklanges, den D. durch seine orth. Gegner erhielt, vermeiden viele D. als Selbstbezeichnung. Später wird D. immer mehr zu einer philos. Position, die die Existenz eines Schöpfergottes ( Gotteslehre), der sich allerdings weiterer Eingriffe in Natur und Geschichte enthalte, vertritt (vgl. Uhrmacherbild). Dennoch reicht diese Charakterisierung nicht aus, um die wichtigsten Ansichten verschiedener Schriftsteller zu beschreiben, die vor allem im 17. und 18.Jh. unter dem Eindruck des Aufbruchs im naturwiss. und philos. Denken, inmitten heftiger religiöser Kontroversen, nach rationalen Grundlagen des Glaubens suchten. Ihren Höhepunkt hatte die Bewegung in England am Ende des 17. und in der ersten Hälfte des 18.Jh.s (Ch. Blount, A. Collins, Th. Woolston und M. Tindal, und bes. in den Polemiken um John Tolands Christianity not Mysterious, 1696); von dort reichte ihr Einfluß nach Frankreich (Voltaire), Deutschland (Reimarus) und die Vereinigten Staaten (Thomas Paine). Durch die radikale Kritik David Humes und Kants ( Kantianismus) ihrer wichtigsten Voraussetzungen (die natürliche Religion und die Möglichkeiten der theoretischen Vernunft) beraubt, geht sie schließlich im 19.Jh. ihrem Ende zu.
Es hat sich als fast unmöglich erwiesen, eine Definition des D. zu geben, die für alle seine Vertreter zutrifft. Edward, Lord Herben of Cherbury, der als der Vater des engl. D. betrachtet wird, meinte in De Veritate (1624) fünf Maßstäbe gefunden zu haben, um Wahres und Falsches in der Religion zu unterscheiden. Zu diesen Grundwahrheiten, die von allen »normalen« Menschen geteilt würden, zählt er: 1. Das Dasein eines höchsten Gottes, 2. die Pflicht zur Verehrung Gottes, 3. die moralische Tugend als wichtigster Teil der religiösen Praxis, 4. die Möglichkeit, begangene Sünde durch Reue zu sühnen, 5. Belohnung und Strafe in einem künftigen Leben. Diese Zusammenfassung kann jedoch nicht als ein gemeinsames Credo für alle Deisten dienen. Was die meisten von ihnen verbindet, ist das Vertrauen in die Vernunft als zureichendes Instrument zur Lösung religiöser Fragen. Gegenüber den hist. Erscheinungen der Religion haben die Deisten sich sehr kritisch verhalten: sie richteten scharfe Angriffe gegen allen Aberglauben und nicht von der Vernunft überprüfbare Offenbarung, gegen kirchl. Autorität und Priestertum, gegen Intoleranz ( Toleranz) und religiöse Verfolgung. Positiv versuchten sie eine natürliche Religion zu konstruieren, die von allem Aberglauben gereinigt und für alle vernünftig denkenden Menschen einsichtig ist. Diese diente dazu, das Christentum zu überprüfen und zur ursprünglichen Religion Christi zurückzuführen, oder aber es ganz und gar zu ersetzen. Entscheidend war dabei die Annahme einer autonomen, von Offenbarung unabhängigen Moral ( Ethik), die allen Menschen gemein ist und die zum Instrument einer zuweilen (z.B. bei Voltaire) vehementen Bibelkritik wird.
Lit.: Stephen, L.: A History of English Thought in the 18th Century, 2 vols., London 1876 (Paperback New York 1963) - Scholz, H.: Zur ältesten Begriffsgeschichte v. D. u. Pantheismus, PrJ 142, Berlin 1910, S. 318ff - Troeltsch, E.: Der D., GS IV, Tübingen 1925, S. 429-487 - Lechler, G.V.: Geschichte d. engl. D. Mit einem Vorwort u. bibliographischen Hinweisen v. G. Gawlik, Hildesheim 1965 (Reprographischer Nachdr. d. Ausg. Stuttgart/Tübingen 1841) - Gay, P.: Deism. An Anthology, Princeton/N.J. 1968 - Gawlick, G.: Der D. als Grundzug d. Religionsphilosophie d. Aufklärung, in: Hermann Samuel Reimarus (1694-1768), Göttingen 1973 - Reventlow, H. Graf: Bibelautorität u. Geist d. Moderne, Göttingen 1980 - Sullivan, R.E.: John Toland and the Deist Controversy, Cambridge/Mass. 1982.
Ruurd Veldhuis
[Kirchenlexikon: Deismus, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 98: Evangelisches Kirchenlexikon, S. 2032 (vgl. EKL Bd. 1/2, S. 795 ff.)]